Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) hat Dr. Eckart von Hirschhausen und Lea Dohm mit dem Gutenberg-Zukunfts-Award 2025 ausgezeichnet. Mit diesem Preis würdigt die Universität exzellente Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die durch ihre Lehre oder ihren Einsatz in der Wissenschaftskommunikation in besonderem Maße zur Gestaltung einer nachhaltigen Zukunft beitragen. Der Präsident der JGU, Prof. Dr. Georg Krausch, betont: »Wir zeichnen Menschen aus, die auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse den gesamtgesellschaftlichen Nachhaltigkeits- und Klimaschutzdiskurs bereichern und die aus ihrer fachlichen Perspektive heraus das Gespräch mit ihren Mitmenschen suchen. Den diesjährigen Preisträger:innen gelingt dies – wie auch in ihrem gestrigen Vortrag an der JGU zu erleben war – auf besonders verständliche, zugewandte und humorvolle Art und Weise, die aktive Handlungsoptionen in Krisenzeiten aufzeigt.« Der Gutenberg-Zukunfts-Award ist mit einem Preisgeld von 5.000 Euro verbunden und wird seit 2024 verliehen. Die Preisträger:innen des ersten Gutenberg-Zukunfts-Awards, Prof. Dr. Harald Lesch und Dr. Cecilia Scorza, würdigten die Leistungen der diesjährigen Preisträger:innen in ihrer Laudatio.

Die Kombination der diesjährigen Preisträger:innen unterstreicht die Verschränkung von psychischer, physischer und planetarer Gesundheit. So steht Dr. Eckart von Hirschhausen als Arzt und Wissenschaftsjournalist, Fernsehmoderator und Autor für eine anschauliche und unterhaltsame Vermittlung wissenschaftlicher Erkenntnisse zum menschlichen Körper und zur Klimakrise. Mit seiner Stiftung »Gesunde Erde – Gesunde Menschen« vermittelt er, wie stark die menschliche Gesundheit von der Gesundheit des Planeten, seiner Öko- und Gesellschaftssysteme abhängt. Von Hirschhausen fasst es prägnant zusammen: »Wir müssen nicht das Klima retten, sondern uns.« Preisträgerin Lea Dohm ist Psychotherapeutin, Wissenschaftsjournalistin, Autorin und Mitgründerin der Psychologists/Psychotherapists for Future. Darüber hinaus betreut sie bei der Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG) als Transformationsberaterin das Themenfeld »Psychische Gesundheit«. Sie betont: »Wir verdrängen die Klimakrise gerade kollektiv und versäumen dadurch wichtige Handlungsspielräume.« Um diesem Zustand entgegenzuwirken, setzt sie sich für einen mental gesunden Umgang mit der Klimakrise und für nachhaltiges Handeln ein.

Weitere Infos
https://presse.uni-mainz.de/gutenberg-zukunfts-award-2025-fuer-eckart-von-hirschhausen-und-lea-dohm/

Zum Thema und von Lea Dohm im Psychosozial-Verlag

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Climate Emotions

Klimakrise und psychische Gesundheit

Die Klimakrise und das Artensterben sind für viele Menschen psychisch belastend. Durch sie ausgelöste Gefühle wie Wut, Angst, Trauer, Hoffnung oder Schuld können zu umweltfreundlichem Verhalten und politischem Handeln motivieren, beidem aber ebenso im Weg stehen.
Die Autor*innen bieten konkrete Umsetzungsideen und Handlungsmöglichkeiten für den beruflichen Alltag im psychosozialen Bereich. Sie beleuchten aktuelle Debatten, stellen Interventionsmöglichkeiten zum Aufbau von Resilienz vor und diskutieren berufsethische und gesellschaftspolitische Aspekte.

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Climate Action - Psychologie der Klimakrise

Handlungshemmnisse und Handlungsmöglichkeiten

Die Autorinnen und Autoren beleuchten aus psychologischer und interdisziplinärer Sicht die Hindernisse, die einer produktiven Auseinandersetzung mit der Klimakrise im Wege stehen. Sie bieten Inspirationen für den Umgang mit den Herausforderungen des Klimawandels und stellen Grundideen für ein konstruktives und kollektives Handeln dar.

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Burn Baby Burn

Kapitalismus als Ursache der Klimakrise und die Psychopathologien ihrer Leugnung

Steen Thorsson zeigt auf, dass die Ursache der Klimakrise in der instrumentellen Vernunft der kapitalistischen Produktionsweise begründet liegt. Unter Rückgriff auf die Kritische Theorie zeichnet er nach, wie die im Kapitalismus verfasste Naturbeherrschung mit einer Verdinglichung der Natur einhergeht, welche die ökologische Krise erst hervorgebracht hat und weiter vorantreibt.

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Psychische Ursachen der Klimakrise

Neoliberaler Exzeptionalismus und die Kultur der Achtlosigkeit

Durch die Verknüpfung von Beobachtungen und Erfahrungen auf individueller, kultureller, ökonomischer und politischer Ebene ermöglicht Weintrobe die Weitung des Blicks auf die Klimakrise. Bei aller Entschiedenheit in ihren Aussagen bewahrt sie einen reflexiven Ton und hilft, schwierige Wahrheiten auszuhalten und zu containen.

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Empowerment für Aktivist*innen

Ein Leitfaden zur Selbstfürsorge im Ehrenamt

Empowerment und Resilienz sind grundlegende Faktoren dafür, ehrenamtliche Tätigkeiten nachhaltig ins eigene Leben zu integrieren. Neben einem psychologischen Einblick bietet der wissenschaftlich fundierte Leitfaden vielseitige, praxisnahe Übungen für aktivistische Menschen, die dazu neigen, ihre Belastungsgrenzen oftmals für den höheren Zweck zu überschreiten.