Der Begriff »Sexuelle Bildung« beschreibt einen lebenslangen Entwicklungsprozess, in dem sich Menschen Wissen, Fähigkeiten und Einstellungen zu sexualitätsbezogenen Themen aneignen. Ein Teil davon geschieht bewusst – etwa durch Unterricht und (Sexual-)Pädagogik, Beratung oder andere professionelle Angebote, die Reflexion und Handlungskompetenzen fördern und begleiten. Gleichzeitig findet Sexuelle Bildung auch implizit (also quasi unbewusst) statt, beeinflusst durch gesellschaftliche Diskurse, mediale Einflüsse und persönliche Erfahrungen. Die Diskurse rund um die Sexuelle Bildung stehen unter starkem normativem Druck und befinden sich im Spannungsfeld unterschiedlicher Interessen und Haltungen, die häufig polarisiert sind. Nicht selten geht es dabei weniger um die gemeinsame Suche nach Lösungen, als vielmehr darum, die eigene Sichtweise zu behaupten oder zu legitimieren. Auch zwischen den Disziplinen zeigen sich Differenzen: Sexualmedizin, Sexualwissenschaft, Sexualpädagogik, psychosoziale Beratung, Psychotherapie, Psychiatrie und Sozialarbeit blicken aus unterschiedlichen Blickwinkeln auf das Thema, jeweils mit eigenen Begriffen, Annahmen und Kontexten sowie daraus resultierenden Strategien.
Dieses Themenheft setzt genau an diesen Schnittstellen an. Es positioniert sich pluralistisch, interdisziplinär und paradigmenübergreifend und ermöglicht einen problemzentrierten, ergebnisoffenen und reflexiven Diskurs zwischen Fachgesellschaften, Disziplinen und Denkschulen, mit dem Ziel, voneinander zu lernen und sich gemeinsam den inhärenten Dilemmata und Paradoxien der Sexuellen Bildung zu stellen.
Weitere Infos:
https://beratung-aktuell.de//announcement/view/20
Die letzte Ausgabe im Psychosozial-Verlag
Beratung aktuell 1/2025: Konsensuelle Nicht-Monogamie: Polyamorie und offene Beziehungen (PDF)
In diesem Themenheft der Beratung aktuell unter neuem Schwerpunkt zur Paar- und Sexualberatung geht es um Polyamorie und Konsensuelle Nicht-Monogamie mit Beiträgen von u.a. Sonja Bröning, Agostino Mazziotta und Jonas Bamert.
