23. Oktober 2021 (Online)

2021-10-23

Online-Konferenz: Die Zukunft der psychodynamischen Verfahren an deutschen Universitäten

Sehr geehrte Damen und Herren,

Aussagen wie »Psychoanalyse ist unwissenschaftlich!«, »Psychoanalyse hat keine empirische Evidenz!« oder »Psychoanalyse ist nur noch historisch relevant!« begleiten uns psychodynamisch interessierte Psychologiestudierende in unserem Alltag an nahezu allen staatlichen Universitäten. Ausreichender Zugang zu aktuellen psychodynamischen Theorien ist an staatlichen Universitäten kaum vorhanden und von fachkundiger Lehre und Forschung können Studierende nur träumen (vgl. Barthel et al., 2011).

Um den Missstand in der Lehre anzugehen, gründeten wir die Interessengemeinschaft der Psychoanalyse an Universitäten (kurz: IDPAU e.V.). Unser Verein setzt sich seit 2012 für die Etablierung psychodynamischer Lehrinhalte an Universitäten und psychodynamischer Projekte in der Gesellschaft ein (z.B. Gründung einer psychoanalytischen Kita in NRW).

Im Laufe der letzten acht Jahre haben wir außercurriculare psychodynamische Vorträge an verschiedenen Universitäten sowie eine Ringvorlesung an der Universität zu Köln etabliert. Politisch engagierten wir uns in Form von Petitionen an Universitäten, an das Bundesgesundheitsministerium, die Kultusministerien der Länder sowie in Form einer Online-Petition an den Deutschen Bundestag. Die Aktivitäten des Vereins stießen in psychoanalytischen Kreisen zwar auf positive Resonanz, dennoch hat sich die Situation nicht verändert. Weiterhin sind 59 von 60 Lehrstühlen für klinische Psychologie an staatlichen Universitäten von VerhaltenstherapeutInnen besetzt (Schäfer, 2020).

Wir machen uns große Sorgen, denn für die Direktausbildung existieren nicht ausreichend bindende Vorgaben der Lehre aller wissenschaftlich anerkannten Psychotherapieverfahren (gemäß § 1 Abs. 1 der PsychThApprO).

Wir fragen uns:
Wie sieht die Zukunft psychodynamischer Verfahren an deutschen Universitäten aus?
Woher soll der psychodynamische Nachwuchs kommen?
Was haben Sie bislang für den Erhalt psychodynamischer Verfahren getan?
Was tun Sie aktuell, um die psychodynamischen Verfahren zu erhalten?

Wir möchten mit diesem Schreiben ein Bewusstsein für diese unhaltbare Situation schaffen und an Sie appellieren, die derzeitige Sachlage ernst zu nehmen und aktiv zu einer Veränderung beizutragen! Wir brauchen Unterstützung, um uns diesem starren universitären System nicht mehr alleine zu stellen! Wir wissen, dass unsere Aktivitäten von vielen PsychodynamikerInnen befürwortet werden. Das allein reicht nicht aus! Wir benötigen tatkräftige, konkrete Hilfe und gemeinsame Projekte, um die aktuell vorherrschende Situation zu verändern! Aus diesem Grund laden wir hiermit alle psychodynamischen Institute und deren Fachgesellschaften herzlich zur Teilnahme an der 1. IDPAU-Konferenz: Die Zukunft der psychodynamischen Verfahren an deutschen Universitäten ein. Aufgrund der existenziellen Dringlichkeit unseres gemeinsamen Anliegens haben wir die Erwartung, dass möglichst mehrere VertreterInnen der jeweiligen Institute und Fachgesellschaften gemeinsam mit den Studierenden an dieser Konferenz teilnehmen, mindestens jedoch jeweils ein(e) VertreterIn. Wir hoffen, Sie nutzen diese Gelegenheit, mit Studierenden an der Etablierung der psychodynamischen Verfahren an den Universitäten zu arbeiten.

In der freudigen Erwartung, Sie alle kennenzulernen, grüßen herzlich
die Mitglieder der IDPAU e.V. vertreten durch
Diana Schlösser, Jennifer Wolff und Lisa Kroll

Programmflyer

Termin
23. Oktober 2021 als Online-Veranstaltung

Kosten
Die Teilnahme für Studierende ist kostenfrei, für alle anderen TeilnehmerInnen beträgt die Gebühr 20,00 €.

Anmeldung und Ticketkauf bis zum 31.08.2021

Weitere Informationen
www.idpau.de

 

 

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