29. Januar 2022 (Wien/Online)

2022-01-29

Psychoanalytische Psychosentherapie 2022. Fortbildungsreihe zum Thema »Grenzen«

Im kommenden Jahr wird die Fortbildungsreihe unter dem Thema Grenzen stehen. Unter diesem Rahmenthema wollen wir diagnostische und begriffliche Grenzen zwischen Psychose und psychotischem Funktionieren ausloten – und auch über den richtigen Abstand in der Behandlung sprechen. Kasuistikgruppen am Vormittag und Nachmittag ergänzen wie gewohnt das Programm, das jeweils am Samstag von 9.30 bis 17.30 Uhr am Salzgries stattfindet. Die Möglichkeit, via Zoom teil zu nehmen, wird angeboten.

9.30 – 11.00 Uhr Rainer Danzinger: Außenwelt/Innenwelt
So selbstverständlich, wie es scheint, gelingt oft die Trennung von Außenwelt und Innenwelt ohnehin nicht. Schon erkenntnistheoretisch wird sie recht unterschiedlich beurteilt und es ist bekannt, dass sie sich im Traum, im Drogenrausch, in der Ekstase oder bei Psychosen verändert. S. Freud hat immer wieder darauf hingewiesen, wie wichtig die Fähigkeit des Ichs sei, zwischen inneren und äußeren Eindrücken auf die »Rindenschicht des Ichs« zu unterscheiden, und gemeint, dass sich diese »Realitätsprüfung« schon in früher Kindheit entwickle. Der Vortrag bezieht sich auf einige AutorInnen zu derlei Fragen, beispielsweise auf P. Federns (1952) Hinweis, dass die Ichgrenze keineswegs starr sei, sondern sich fortwährend ändere; auf die Beobachtungen V. Tausks zum »Beeinflussungsapparat« (1914) oder H. Rosenfelds zur psychotischen Hypochondrie (1966) etc. Selbstverständlich wird der frühe Austausch innerer und äußerer Inhalte zwischen Mutter und Baby, wie er von M. Klein (1946), D. Winnicott oder W. Bion (1962) geschildert wurde, einbezogen. Vor allem aber wird der Vortrag mit klinischen Beispielen aus eigener Arbeit mit psychotischen und Borderline-PatientInnen illustriert, unter anderem um zu zeigen, wie die Realitätsprüfung passager und begrenzt ausfallen oder aber in der Psychose ganz zusammenbrechen kann.

Rainer Danzinger, Prim.-Univ. Prof. Dr. med., FA f. Psychiatrie, Psychoanalytiker (WAP) www.rainerdanzinger.at


11.30 – 13.00 Uhr Kasuistikgruppen I

14.15 – 15.45 Uhr Elisabeth Skale: Echos und Verzerrungen
In dem Vortrag sollen die raschen Wechsel von „normalen“ und psychotischen Zuständen, verursacht durch graduelle Veränderungen und Störungen der Wahrnehmung, anhand von klinischen Beispielen untersucht werden.

Elisabeth Skale, Dr. med., FÄ für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin, Lehranalytikerin der WPV/IPA, in den letzten Jahren in unterschiedlichen Funktionen in der WPV und der Wiener Psychoanalytischen Akademie tätig.

16.00 – 17.30 Uhr Kasuistikgruppen II

Veranstalter:
Wiener Psychoanalytische Akademie (WPA)

Veranstaltungstermin:
29. Januar 2022 

Veranstaltungsort:
Wiener Psychoanalytische Akademie (WPA)
Salzgries 16/3
1010 Wien

Online-Teilnahme möglich

Weitere Infos:
www.psy-akademie.at

Im Psychosozial-Verlag mit Rainer Danzinger erschienen:

Psychoanalyse an der PeripherieChristian Eigner, Ulrike Körbitz, Gert Lyon, Klaus Posch (Hg.)
Psychoanalyse an der Peripherie
Grazer Diskurse
EUR 29,90

Wie lässt sich psychoanalytisches Denken weitergeben, kultivieren und organisieren? Unter anderem waren es diese Fragen, die im Kontext der Tagung »Vergessen wir nicht – die Psychoanalyse!« des Grazer Arbeitskreises für Psychoanalyse behandelt wurden. [ mehr ]

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