6. Juli 2021

2021-07-06

Elemente der Psychoanalyse. Eine Einführung nach Lacan und Freud.
ab 27. April 2021

Ausgehend von Zitaten aus Schriften von Freud und Lacan möchte diese Veranstaltung Elemente vorstellen, aus denen Psychoanalyse immer wieder aufs Neue entsteht und mit denen in ihr weitergearbeitet werden kann. Lacan und Freud markieren hier eine Art des Anfangs, nicht den letzten Schluss. Andere, die auf ähnliche Art elementare Momente der Psychoanalyse formulieren, kommen ebenfalls zu Wort.

Die Veranstaltung wendet sich an alle, die eine Einführung in Psychoanalyse suchen, an Anfänger*innen, aber genauso an diejenigen, die eine Chance ergreifen wollen das, womit sie arbeiten, noch einmal anders zu hören.

Wir können wegen der anhaltenden Wirkung der Corona Pandemie nicht abschätzen, wie sich die Situation entwickeln wird. Deshalb haben wir zunächst vor, die Veranstaltungen per ZOOM durchzuführen, was sich aber ändern kann. Wir bitten um einen Blick auf unsere Homepage (psybi-berlin.de).

An den einzelnen Terminen beginnen wie jeweils mit einer halbstündigen Einleitung zum Thema. Darauf folgt eine gemeinsamen Lektüre und ein Gespräch.

Rhythmus: Vierzehntägig

Georgette Schosseler-Prum: Faden und Buchstaben

»Eines Tages machte ich dann die Beobachtung, die meine Auffassung bestätigte. Das Kind hatte eine Holzspule, die mit einem Bindefaden umwickelt war. Es fiel ihm nie ein, sie zum Beispiel am Boden hinter sich her zu ziehen, also Wagen mit ihr zu spielen, sondern es warf die am Faden gehaltenen Spule mit großem Geschick über den Rand seines verhängten Bettchens, so daß sie darin verschwand, sagte dazu sein bedeutungsvolles 0 – 0 – 0 – 0 – und zog dann die Spule am Faden wieder aus dem Bett heraus, begrüßte aber deren Erscheinung jetzt mit einem freudigen ›Da‹.«Sigmund Freud: Jenseits des Lustprinzips. GW 13, S.12

« Le voeu que je formerais, par exemple, d’être lu un jour convenablement. Mais pour ça, pour que ça vaille, il faudrait d’abord qu’on développe – qui s’y emploierait, à cette interprétation -, développe ce que j’entends : que la lettre porte pour arriver toujours, je dis, à sa destination. » (enregistement) ( p.116 Seuil)

»Den Wunsch, den ich artikulieren würde, zum Beispiel, eines Tages angemessen gelesen zu werden. Aber dafür, damit das gut wird, müsste derjenige, der sich damit auseinandersetzt, zuerst etwas entwickeln – und zwar, was ich unter dem verstehe, dass „la lettre“ / der Buchstabe trägt, um immer, sage ich, an seine Bestimmung zu gelangen.« (Übers. GSP)

« l’écrit qui se fabrique du langage pourrait peut-être, être matériel de force à ce que s’y changent nos propos. Je ne vois pas d’autre espoir pour ce qui actuellement s’aiguise.» (p. 126 Seuil)

»Das Schreiben/ die Schrift, das/die sich aus dem Sprechen/ der Sprache, aufbaut, könnte vielleicht Material sein, das die Kraft hätte, unsere Absichten verändern zu könnten.«
Jacques Lacan: Lituraterre du 12 mai 1971 (enregistement) et dans Sem.XVIII D’un discours qui ne serait pas du semblant, p. 113 Seuil) (Übers. GSP)

 

Veranstalter:
Marcus Coelen, Karl-Josef Pazzini, Mai Wegener

Veranstaltungsort:
Online
je nach Entwicklung der Ansteckungsgefahren Hybrid

Veranstaltungstermin:
Dienstag, 6. Juli 2021
20:00 bis 21:30 Uhr

Weitere Infos: 
psybi-berlin.de

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