DPV Frühjahrstagung 2026: »Verlust«
Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Kandidatinnen und Kandidaten, liebe Gäste,
herzlich heißen wir Sie alle willkommen zur Frühjahrstagung der DPV, dieses Mal ausgerichtet vom Horst-Eberhard-Richter-Institut für Psychoanalyse und Psychotherapie e.V. in Gießen und vom Gesamtvorstand der DPV.
Die Tagung steht unter dem Titel: Verlust. Damit wird der Buchtitel: »Verlust. Ein Grundproblem der Moderne« des Soziologen Andreas Reckwitz (2024, Suhrkamp Verlag) zitiert. Hans-Jürgen Wirth wird den öffentlichen Hauptvortrag halten. Der Untertitel des Vortrags hilft, die Dimensionen des Themas auszuloten: »Die existenzielle Dimension von Verlust und Verletzlichkeit. Eine psychoanalytische Annäherung«.
Zwei weitere Vorträge erwarten uns von Burkhard Brosig, der von klinischen Erfahrungen seiner psychosomatischen Stationsarbeit mit Kindern und Jugendlichen berichten wird, und von Anne Jessen-Klingenberg auf der Basis der Arbeit mit anorektischen Patientinnen. Alle drei Vortragenden sind Mitglieder des Horst-Eberhard-Richter-Instituts und damit wird gewiss die Spezifik, der Geist und die Atmosphäre unseres Instituts in diese Tagung einfließen. Was geographisch unmöglich ist: »Gießen am Rhein«, könnte auf diese Weise gelingen.
Dass unser aller Leben endlich ist und Verlusterfahrungen unausweichlich zum Leben gehören, hat Roger Money-Kyrle als »fundamental fact of life« beschrieben. Wie schon immer sind auch wir in der Postmoderne mit existentiellen und unausweichlichen Verlusterfahrungen konfrontiert, besonders in Konfrontation mit der eigenen Sterblichkeit. Obgleich hochmoderne Technologien der Medizin und künstliche Intelligenz Verlusterfahrungen reduzieren können, scheint unser Leben in der westlichen Gegenwartsgesellschaft in besonderem Maße verletzlich und in besonderer Weise bedroht von Verlusten. Klimawandel und Artensterben schreiten voran, die nachfolgenden Generationen werden voraussichtlich nicht in wachsendem Wohlstand leben können, Arbeitswelten werden verschwinden, politische Populisten drängen laut nach einfachen Lösungen, politische Weltordnungen zerfallen, der Glaube an den Fortschritt wird brüchig. Wie können wir Verlusterfahrungen begegnen, ohne sie individuell zu pathologisieren? Wie können wir in der täglichen Arbeit mit unseren Patienten diese gesellschaftlichen Veränderungen und die Verluste an Kontinuität und Sicherheit anerkennen und psychoanalytisch weiterarbeiten?
Unsere Tagung möchte ein offenes Klima schaffen, indem wir gemeinsam diesen Fragen nachgehen können. Zum Gedankenentwickeln sind Sie alle herzlich eingeladen.
Termin:
30. April bis 2. Mai 2026
Veranstaltungsort:
Maternushaus
Kardinal-Frings-Straße 1-3
50668 Köln
Weitere Informationen zu Programm und Registrierung finden Sie unter: www.dpv-registrierung.de