Sozialwissenschaften/Soziologie

Dynamiken rechter Radikalisierung

Ideologische Verflechtungen und historische Kontinuitäten

Die Beiträger*innen dieses inter- und transdisziplinären Sammelbands widmen sich der Frage, wie sich rechtsextreme Ideologien und Gewaltformen ideengeschichtlich, diskursiv und sozial manifestieren, verflechten, wandeln und konsolidieren. Dabei bieten sie praxisrelevante Erkenntnisse für Forschung, Bildung und Beratung. [ mehr ]

Marian Kratz, Katharina Hendricks & David Zimmermann (Hg.)

psychosozial 184: Das Asylregime und die Widerständigkeit des Subjekts

(49. Jg., Nr. 184, 2026, Heft II)

Der Fokus dieser Ausgabe liegt auf der Fragilität menschlicher Existenz, die Menschen andere Menschen ganz unterschiedlich spüren lassen. Die Beiträger*innen fragen nach dem Ankommen und Leben im »Exil«. Sie erkunden Facetten fragiler gesellschaftlicher Teilhabe von Menschen unter den Bedingungen des europäischen Asylregimes und analysieren ihre Möglichkeiten und Praktiken des Widerstands. Dabei nimmt das Medium Film eine besondere Stellung ein. Die Beiträge betreten das Feld von narrativer Visualität und visueller Narrativität in der Fluchtmigrationsforschung. Sie fordern auf, sich auf ein Thema einzulassen, das unbehaglich ist, das Menschen lieber auf Distanz halten möchten. [ mehr ]

Psychoanalytisch fundierte Traumapädagogik

Zur Professionalisierung Sozialer Arbeit mit traumatisierten Menschen

Birgit Bucher diskutiert gleichermaßen wissenschaftstheoretisch wie anwendungsbezogen, inwiefern die in der traumapädagogischen Praxis als zentral geltenden Konzepte durch eine explizit psychoanalytische bzw. psychoanalytisch-pädagogische Fundierung an Gehalt und Tiefendimension gewinnen können. Praxisnah und anhand von Fallbeispielen skizziert die Autorin den Nutzen der Integration psychoanalytisch-pädagogischer Wissensbestände in die traumapädagogische Aus- und Weiterbildung. [ mehr ]

Affekte und Emotionen in sozialen Konflikten

Soziale Konflikte sind unvermeidbar und gehören zu unserem alltäglichen Zusammenleben. Sie sind integraler Bestandteil der Entwicklung unserer persönlichen Identität wie auch demokratischer Aushandlungsprozesse. Sie können konstruktiv oder destruktiv sein, offen ausgetragen oder unterdrückt werden. Konflikte zu verstehen, zu erklären und bestenfalls zu lösen, beschäftigt die Autor*innen aus Wissenschaft wie Praxis: vom lokalen Nachbarschaftsstreit über Auseinandersetzungen um Moscheebauten in Deutschland bis zu Umsiedlungsprojekten in Marokko. Im Fokus steht stets die Bedeutung starker Affekte und Emotionen in Konfliktdynamiken. [ mehr ]

Herausgegeben von Anne Roth

Wie soziokulturelle Ungleichheiten Psychotherapien prägen

Entwurf einer Sozialen Psychoanalyse

Welchen unbewussten Prozessen begegnen Psychoanalytiker*innen im alltäglichen und klinischen Kontext? Lynne Layton untersucht dies auf Basis gesellschaftlicher Machtverhältnisse und den daraus folgenden Enactments. Sie setzt sich, beeinflusst von soziologischen, gesellschaftskritischen und psychoanalytischen Ansätzen, mit diesen unbewussten Prozessen auseinander und ruft zu einer progressiven Zukunft der Therapie auf. [ mehr ]

Freie Assoziation - Zeitschrift für psychoanalytische Sozialpsychologie 2/2025: infantil autoritär

28. Jahrgang, 2025, Heft 2

Ausgabe 2/2025 der Freien Assoziation ist der psychischen Genese des Autoritarismus gewidmet, die in den jüngsten Debatten meist ausgeblendet bleiben. Das Heft nimmt aktuelle Kindheitsrepräsentationen und familiär angelegte innere Konfliktdynamiken zum Ausgangspunkt einer Diskussion um die sozialisatorischen Wurzeln des Autoritarismus. Man kann infantilen Autoritarismus nicht adult ernst nehmen und muss ihn unbedingt adult ernst nehmen, denn er ist gefährlich kindisch. [ mehr ]

Kulturen verstehen, kompetent handeln

Grundlagen der Interkulturalität

Jürgen Straub und Viktoria Niebel erörtern Grundfragen interkultureller Kommunikation, Kooperation und Koexistenz, klären wesentliche theoretische Begriffe und Modelle und geben zahlreiche Praxisbeispiele. Anhand vieler Reflexionsaufgaben können Studierende das Gelernte auf sich selbst beziehen und auf eigene Handlungsfelder übertragen. Diese elementare, gut verständliche Einführung zielt darauf ab, Aversionen und Abneigungen abzubauen und den emotionalen Abstand zwischen Menschen in kulturell differenzierten Gesellschaften und interkulturellen Überschneidungssituationen zu verringern. [ mehr ]

Perspektiven der psychoanalytischen Sozial- und Kulturtheorie

Eingeleitet mit den Worten Isolde Böhmes werden neun Abschlussarbeiten der Weiterbildung Psychoanalytische Sozial- und Kulturtheorie der DPV präsentiert. Das Ergebnis dieser einzigartigen Weiterbildung sind anregende Auseinandersetzungen mit vielfältigen Themen und die Möglichkeit zur Teilhabe am psychoanalytischen Reflektieren. [ mehr ]

Wahrheit

Interdisziplinäres Psychoanalytisches Forum, Band 5

Psychoanalytische Wahrheit ist vielfältig: Bereits Freud räumte ein, dass eine Rekonstruktion der Vergangenheit oftmals nur eine Konstruktion darstellen kann, deren Wahrheitswert anzuzweifeln ist. Seitdem hat die Auseinandersetzung um eine Vielfalt der Zugänge zur Wahrheit nicht aufgehört und zu Vorschlägen einer erkenntnistheoretischen Pluralität geführt, die der Band kritisch diskutiert. [ mehr ]

Christusmord

Wilhelm Reichs 1951 entstandener Text Christusmord ist eine Abrechnung mit den strukturellen Ursachen menschlicher Entfremdung. Anhand der symbolischen Bedeutung der Kreuzigung Christi entwirft Wilhelm Reich eine radikale Kritik an autoritären Strukturen: Kirche, Staat und Familie töten das Lebendige im Kind – immer wieder. Reichs Einsichten sind auch heute noch aktuell. [ mehr ]

Psychotherapie und Verantwortung für die Welt

Soziales Engagement in und außerhalb der Praxis

Psychotherapie findet im kulturellen, gesellschaftlichen und politischen Umfeld statt. Die sich zuspitzenden globalen Krisen und Katastrophen machen es unmöglich, diesen Kontext auszublenden. Therapeut*innen ebenso wie Patient*innen sind betroffen und tragen politische Verantwortung. Von dieser Perspektive ausgehend, werden verschiedene Felder psychotherapeutisch-sozialen Engagements vor- und zur Diskussion gestellt. Aktive Vertreter*innen von gesellschaftlich und politisch engagierten Nichtregierungsorganisationen und psychosozial tätigen klinischen Institutionen stellen ihre Arbeit in gesellschaftlichen Brennpunktbereichen vor. [ mehr ]

Fragile Psyche

Von Umbrüchen und Aufbrüchen

Menschliche Fragilität ist sowohl Ausgangspunkt von Lernerfahrungen und schöpferischer Tätigkeit als auch von psychischen Bruchereignissen und Fragmentierungen. Daniel Hell nähert sich der psychischen Dynamik der Fragilität auf systematische Weise und spürt ihren psychotherapeutischen, entwicklungspsychologischen und soziokulturellen Perspektiven nach. [ mehr ]

Verzeihen

Plädoyer für eine unverzichtbare psychosoziale Fähigkeit

Joachim Küchenhoff legt die psychosoziale Kraft einer gesellschaftspolitischen und persönlichen »Verzeihensarbeit« frei, die unverzichtbar ist, um mit Scham, Schuld und Schuldgefühlen umzugehen, Verluste und Enttäuschungen ohne Ressentiment und ausgelebte Rachewünsche zu verarbeiten und sich aus Opferrollen befreien zu können. [ mehr ]

Krieg, Aggression und Todestrieb

Kritische Theorie - Psychoanalytische Praxis

Wie verhalten sich Psychoanalyse und Kritische Theorie zu menschlicher Aggression und kriegerischen Absichten? Die Beiträger*innen fragen jenseits von aktuellen Kriegsschauplätzen auch nach den Hintergründen alltäglicher Gewalt und Unterdrückung, die sich in Form des ökonomischen Wachstumszwangs und der asymmetrischen Produktion von Reichtum und Armut zeigen. [ mehr ]

Das Ende der Menschenrechte

Leben oder Tod an Europas Grenzen

Wer darf zu uns kommen? Wer wird als illegal markiert? Wo verdichten sich Feindbilder? Heidrun Friese versteht derzeitige Migrationspolitiken als Teil eines Kriegsszenarios und zeigt deren innere Logik von Feindschaft und Todespolitik. Sie formuliert die existenzielle Frage nach der Universalität der Menschenrechte und plädiert für Verantwortung und Rechenschaftspflicht. [ mehr ]

Jürgen Straub & Dilek A. Tepeli (Hg.)

psychosozial 182: Affektive Sozialität - Die Anderen als Adressat:innen eigener Gefühle

(48. Jg., Nr. 182, 2025, Heft IV)

Ohne Gefühle ist unser Leben nicht vorstellbar. Sie bestimmen unser Handeln, begleiten unser Denken. Sie gelten gemeinhin als etwas sehr Persönliches oder sogar Individuelles, das sich im »Inneren« eines Menschen abspielt. Doch Gefühle sind nicht nur subjektive, sondern auch eminent soziale Phänomene. Keine Begegnung und Beziehung ist ohne sie denkbar. In diesem Heft sind Beiträge versammelt, die sich überwiegend mit feindlichen Gefühlen wie Ekel, Abscheu, Verachtung, Ressentiments oder auch Hass befassen. Solche Gefühle spielen in gewaltvollen Praxen eine wichtige Rolle – und sie beschäftigen uns meist nachhaltiger als positive, freundliche Gefühle: Stehen sie allein schon tagtäglich im Fokus der Nachrichten aus aller Welt. [ mehr ]

Lebensgeschichte, Interviews, wissenschaftliches Wirken

Gesammelte Schriften, Band 1

Seit den 1960ern einer kritischen Psychoanalyse und Psychologie verbunden, kulminierte das zeitdiagnostische Denken des Sozialpsychologen, Psychoanalytikers und Mediziners in seinem Projekt einer historisch ausgerichteten, kulturevolutionären Anthropologie. Einige von Hans Kilians Ideen sind trotz ihrer eigenen zeitlichen Verortung weiterhin aktuell und als wissenschaftsgeschichtliche Zeugnisse intellektuell anregend. Anhand von teils bislang unveröffentlichten Texten und Interviews werden Kilians Leben und Wirken anschaulich. Der Band wird abgerundet mit einer vollständigen Bibliografie seiner Werke. [ mehr ]

Gewalterfahrungen von Jungen und Männern und die Folgen für ihre Gesundheit

Sechster Deutscher Männergesundheitsbericht der Stiftung Männergesundheit

Männer sind im jungen Alter häufiger und generell anders als Frauen von Gewalt betroffen. Da Männer jedoch gesellschaftlich in erster Linie als Täter wahrgenommen werden, ist die Forschungslage zu ihren Gewalterlebnissen als Opfer und deren erhebliche Auswirkungen auf ihre Gesundheit völlig unzureichend. Führende Fachleute haben die verstreuten Erkenntnisse zusammengetragen und präsentieren sie entlang des Lebenslaufes. Ein besonderer Fokus liegt auf Blaulichtberufen und Militär sowie auf vulnerablen Lebenslagen. [ mehr ]

J.L. Moreno

Der Arzt, der das Theater in die Psychiatrie brachte

J.L. Moreno (1889–1974), der Vater des Psychodramas, war ein früher Kritiker Sigmund Freuds, war Verfasser und Herausgeber von Schriften der Wiener Moderne und des Existenzialismus, gründete ein experimentelles Theater, beeinflusste Martin Buber und wurde zu einem bedeutenden Psychiater und Sozialwissenschaftler seiner Zeit. Die von seinem Sohn Jonathan D. Moreno geschriebene Biografie verbindet das Leben und die Errungenschaften J.L. Morenos mit den Entwicklungen in der Psychologie und Soziologie. [ mehr ]

Mütter und Andere

Wie die Evolution uns zu sozialen Wesen gemacht hat

Der Ursprung unseres sozialen Verhaltens liegt, so Sarah Blaffer Hrdy, in gemeinschaftlicher Kindererziehung, denn steinzeitliche Mütter und Väter waren angesichts knapper Ressourcen auf gegenseitige Hilfe angewiesen. Die Autorin erläutert, warum und wie sich aus dieser Form der gemeinschaftlichen Fürsorge entscheidende neue Formen des sozialen Miteinanders sowie die einzigartigen menschlichen Fähigkeiten der Empathie und Kooperation entwickelten. [ mehr ]

Helfende Hände für geflüchtete Menschen

Beziehungsorientierte psychosoziale Begleitung während des Ankommens

Die psychosoziale Begleitung von Geflüchteten in der Phase ihres Ankommens in Deutschland wirkt sich positiv auf die psychische Gesundheit und den Integrationsprozess aus. Doch wie kann eine beziehungsorientierte Hilfe gestaltet werden, wo liegen die Möglichkeiten und Grenzen einer frühzeitigen Begleitung und wie kann diese den unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht werden? [ mehr ]

Freie Assoziation - Zeitschrift für psychoanalytische Sozialpsychologie 1/2025: Die Unwirklichkeit unserer Städte

28. Jahrgang, 2025, Heft 1

Ausgabe 1/2025 der Freien Assoziation ist der Auseinandersetzung um gegenwärtige Stadtarchitekturen und den Möglichkeiten eines Neudenkens derselben gewidmet: Wie sieht eine gemeinschaftliche Stadt aus, die sich an den Bewohner:innen orientiert und die großen Zukunftsaufgaben ernstnimmt? [ mehr ]

Künstliche Intelligenz und Kränkung

Der Verlust menschlicher Besonderheit

Künstliche Intelligenz bringt psychosoziale Herausforderungen mit sich, insbesondere den Verlust der vermeintlichen menschlichen Einzigartigkeit, was unser Selbstbild als autonome Wesen infrage stellt. Karsten Weber beschreibt die Kränkung, die durch die Entwicklung und den Einsatz von KI verursacht wird. Exemplarisch erörtert er Übergänge und Verluste – und setzt sie in den Kontext anderer globaler Herausforderungen, denen die Menschheit aktuell und in absehbarer Zukunft gegenübersteht. Wie kann ein konstruktiver Umgang mit KI aussehen? Wie können wir mit den Herausforderungen, die KI an uns stellt, gut umgehen? [ mehr ]

Die erwartete Katastrophe

Eine sozialwissenschaftliche Analyse des Preppens

In Interviews mit Prepper*innen spürt Mischa Luy deren persönlichen Motivationen und Überzeugungen nach. Er beschreibt, dass dem Wunsch nach Unabhängigkeit innerhalb katastrophischer Zukunftsszenarien ein starkes Bewusstsein für individuelle und gesellschaftliche Verletzbarkeit zugrunde liegt, das auf persönlichen sowie tradierten Mangelerfahrungen, gesellschaftlichen Krisen und sozialisatorisch erworbenen Wertvorstellungen beruht. [ mehr ]

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