Vortrag mit Lynne Layton: Wie soziokulturelle Ungleichheiten Psychotherapien prägen
Der Vortrag findet auf englisch statt. Bei Bedarf gibt es simultane Übersetzung.
Anlässlich der Veröffentlichung der deutschsprachigen Übersetzung ihrer gesammelten Essays spricht Prof. Lynne Layton über ihren Entwurf einer sozialen Psychoanalyse, welche die Verknüpfungen der Psyche und des Sozialen untersucht. Sie zeigt anhand des Konzepts der normativen unbewussten Prozesse auf, wie Sexismus, Rassismus, Klassismus und andere gesellschaftliche Machtverhältnisse das Unbewusste prägen und mitunter in Psychotherapien reproduziert werden.
Diese Enactments sozialer Ungleichheiten können Diskriminierung reproduzieren. So können Therapieräume gerade für diejenigen verschlossen werden, die eh weniger Verfügungsmacht über ihre Lebensbedingungen und so meist auch einen weniger guten Zugang zu Psychotherapie haben. Um diese Reproduktion gesellschaftlicher Ausschlüsse innerhalb von Therapien zu verändern, beschreibt Layton als Voraussetzung ein erhöhtes Bewusstsein für die eigene Verstrickung in soziale Strukturen und intersektionale Unterdrückungsmechanismen. Im Bewusstsein über normative unbewusste Prozesse und den Widerstand gegen diese fordert Layton in der Konsequenz eine Transformation der psychoanalytischen Theorien, der Behandlungspraxis und der Ausbildungsinstitute.
Anhand der im Vortrag vorgestellten Ideen und Fallbeispiele wollen wir diskutieren, wie eigene Enactments sozialer Ungleichheiten im Therapieraum erkannt und ein progressiver, selbstkritischer Umgang damit gefunden werden kann.
Anmeldung bitte per E-Mail an
Termin: 30. Juli 2026, 19:30 Uhr
Ort: Institut für PPT e.V., Jenaer Straße 7, 10717 Berlin
https://mcusercontent.com/Layton_Vortrag.pdf
Von Lynne Layton im Psychosozial-Verlag
Wie soziokulturelle Ungleichheiten Psychotherapien prägen
Welchen unbewussten Prozessen begegnen Psychoanalytiker*innen im alltäglichen und klinischen Kontext? Lynne Layton untersucht dies auf Basis gesellschaftlicher Machtverhältnisse und den daraus folgenden Enactments. Sie setzt sich, beeinflusst von soziologischen, gesellschaftskritischen und psychoanalytischen Ansätzen, mit diesen unbewussten Prozessen auseinander und ruft zu einer progressiven Zukunft der Therapie auf.
