DDPP Herbstsymposium: Wahn als Konstruktion von Bedeutung – Folgen für Psychotherapie und Gesellschaft
Wahn wird häufig verstanden als krankheitsbedingte, fehlerhafte, scheinbar unverständliche Beurteilung der Realität. Der Bedeutung dieses Phänomens für Betroffene, aber auch für das Mensch-Sein an sich wird dieser Definitionsversuch kaum gerecht. Wer wahnhaft wird, konstruiert Bedeutung – um sich herum, aber auch für sich selbst – zur Not auch um den Preis des Bezugs zur geteilten Realität. Die subjektive Bedeutung der Wahninhalte ist individuell sehr verschieden ausgeprägt. Es lohnt sich, dieser Bedeutung und der Funktion des Wahns nachzugehen, und zu ergründen, was dazu führt, an dem Wahn festzuhalten.
Das Thema des Jahres 2026, welches im Mai auch gesellschaftspolitisch betrachtet und diskutiert wurde, bezieht sich im Herbst nun auf Psychotherapie im engeren Sinne. In den herbstspezifischen Workshops wie in den bekannten Fallseminaren können Sie ihre eigene klinische Arbeit und Erfahrung einbringen, vertiefen, diskutieren und neue Kompetenzen erwerben.
Als Referentinnen konnten wir Prof. Dr. Tania M. Lincoln (Hamburg) mit ihrem Vortrag »Neue Hypothesen zur Aufrechterhaltung von Wahnvorstellungen und was das für die Psychotherapie bedeutet« und Prof. Dr. Timo Storck (Berlin) gewinnen, welcher über »Verrückte Bedeutungen – Wahn als Kommunikationsversuch und als Privatsprache aus psychodynamischer Sicht« referieren wird.
Die Veranstaltung findet online statt mit Präsenzmöglichkeit an der IPU Berlin.
Termin
9. und 10. Oktober 2026
Das ausführliche Programm und Anmeldemöglichkeiten finden Sie hier.