Workshop mit Thomas Harms und Dirk Beckedorf: »Mit dem Herzen hören« – Körper- und bindungsorientierte Grundlagen des menschlichen Hörens
Ein Workshop für professionelle Helfer*innen aus Beratung, Psychotherapie und Medizin
- Warum hören Menschen in einem Zustand der Entspannung anders zu als in einer Verfassung von Stress und Überwältigung?
- Warum berührt das aufnehmende, emphatische Zuhören unser Herz?
- Und inwieweit können wir in der Therapie und Beratung das menschliche Hörsystem gezielt einsetzen, um Verbundenheit, Sicherheitserleben und intersubjektive Abstimmung zu fördern?
In diesem Workshop beschäftigen wir uns mit den körperlichen und bindungsbasierten Grundlagen des menschlichen Hörens und Gehört-werdens im Kontext von Beratung und Psychotherapie. Dabei werden der Arzt, Psychotherapeut und systemische Hörtherapeut Dr. Dirk Beckedorf und der bindungsorientierte Körperpsychotherapeut Thomas Harms (beide aus Bremen / D) eine besondere Perspektive auf die neurovegetativen Hintergründe der menschlichen Hörbereitschaften entwerfen. Beide Referenten haben die Bedeutung des menschlichen Hörens / Zuhörens über zwei Jahrzehnte in unterschiedlichen Arbeitsfeldern analysiert und erkundet: Thomas Harms im Feld der Eltern-Säugling/ Kleinkind – Körperpsychotherapie und Dirk Beckedorf in seinem praktischen Anwendungsfeld der systemischen Hörtherapie mit Erwachsenen und Kindern, eine Arbeit, die ursprünglich von den Forschungen des französischen Arztes und Psychophonologen Alfred Tomatis stark beeinflusst war.
Es wird gezeigt, wie wir durch diagnostisches Erkennen der verschiedenen Hörzustände etwas herausfinden können über die jeweilige Kontakt- und Öffnungsbereitschaft der Menschen in der Therapie. Durch spezifische Übungen werden die beiden Referenten Erfahrungsräume eröffnen, wo die Teilnehmenden ihre gelernten Hörmuster erkunden und erfahren können. In dem Kurs soll zweierlei gezeigt werden: erstens, wie wir das menschliche Hören einsetzen können, um eine interpersonale Resonanz herzustellen. Auf der anderen Seite erfahren die Teilnehmenden, wie das menschliche Hören ein Weg ist, um einen Zustand der Selbstresonanz – des inneren Hörens - herzustellen. In diesen Tagen werden die Teilnehmenden lernen, unterschiedliche Ebenen von Hörinformationen zu unterscheiden. Neben theoretischen Referaten werden die Teilnehmenden unterschiedliche Körperübungen allein und in Paararbeiten durchführen, mit denen sie verschiedene Methoden der Arbeit mit dem Hörsystem für Beratung und Therapie erproben können.
Inhalte
- Physiologische und polyvagale Grundlagen des menschlichen Hörens
- Diagnostische Landkarte menschlicher Hörbereitschaften in Therapie und Beratung
- Interventionen bei Verlust der auditiven Aufnahmebereitschaft in Beratung und Therapie.
- Einsatz von spezifischen Techniken zu Analyse und Erkundung von charakteristischen Hörmustern
- Live- und Video - Demonstrationssitzungen von Fallvignetten
Zielgruppen
Das Angebot richtet sich an alle praktizierenden EEH-Berater*innen und EEH-Ausbildungskandidat*innen, Erwachsenen-, Kinder- und Jugend - Psychotherapeut*innen, Fachleute im Bereich Frühprävention u. Geburtshilfe, Psychologie und Medizin sowie Pädagog*innen, die ihr Methodenspektrum im Feld der körperorientierten Psychotherapie erweitern wollen.
Termin: 15. und 16. April 2026
Ort: Novum, Marktgasse 20, 6330 Kufstein, Österreich
Weitere Informationen zu Programm und Anmeldung unter: https://ausbildung.zoi-tirol.at/
Von Thomas Harms im Psychosozial-Verlag
Keine Angst vor Babytränen
Der Babytherapeut Thomas Harms erklärt verständlich und fundiert, warum Babys weinen und wie Eltern die Gefühle ihrer Babys sicher und erfolgreich regulieren können. Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen, dass Eltern ihre Säuglinge besser verstehen und begleiten können, wenn sie mit den Gefühlen und Empfindungen ihres Körpers verbunden bleiben. Körper- und Achtsamkeitsübungen, die als Audiodatei heruntergeladen werden können, unterstützen Eltern dabei, eine achtsame Selbstbeobachtung, die richtige Bauchatmung und die Stärkung innerer Ressourcen zu lernen. So können sie die Tränen und Bedürfnisse ihres Babys besser wahrnehmen, verstehen und hinreichend beantworten.
Emotionelle Erste Hilfe
Thomas Harms beschreibt mit dem Ansatz der »Emotionellen Ersten Hilfe« einen Weg, wie Eltern in schwierigen Zeiten nach der Geburt das emotionale Band zu ihren Kindern (wieder-)finden und stärken können. Er gibt Antworten auf die Frage, wie Eltern und Säuglingen geholfen werden kann, wenn belastende Erfahrungen in der ersten Zeit nach der Geburt den Aufbau eines liebevollen Miteinanders verhindern. Das vorgestellte Konzept basiert auf der Annahme, dass ein intuitives Verständnis für die Gefühle und Bedürfnisse des Säuglings nur dort möglich ist, wo Erwachsene in einen achtsamen und feinfühligen Dialog mit ihrem eigenen Körper treten. Bindungsverlust zum Kind ist somit immer auch ein Verlust der Verbindung zum eigenen Selbst.
Körperpsychotherapie mit Säuglingen und Eltern
Dieser Sammelband vermittelt einen Überblick über die Strömungen, Hintergründe und Einsatzbereiche der körperorientierten Eltern-Säuglings-Kleinkind-Beratung und -Psychotherapie. Praxisnah berichten international bekannte Fachleute aus dem Feld der Körperpsychotherapie, wie sie Eltern und Babys dabei unterstützen, früh erfahrene Verletzungen und Bindungstraumata zu verarbeiten.
Emotionelle Erste Hilfe in der Klinik
Mit dem Konzept der Emotionellen Ersten Hilfe (EEH) wird ein neuartiger Weg der Bindungsförderung im Klinikalltag aufgezeigt. Die Autor*innen beschreiben in Theorie und Praxis, wie Fachkräfte in öffentlichen Gesundheitseinrichtungen Eltern und ihre Babys dabei unterstützen, ein tragfähiges Miteinander zu etablieren. Dabei werden körperliche Zugänge genutzt, um die Emotionsregulation und Feinfühligkeit der betroffenen Eltern und der sie begleitenden Fachkräfte zu entfalten. Im Zentrum steht hierbei der Aufbau einer verkörperten Selbstanbindung, die das Sicherheitserleben und die Beziehungskompetenz aller Beteiligten rund um die erste Lebenszeit stärkt.
Von Dirk Beckedorf im Psychosozial-Verlag
Von der Resonanz zur Bindung
Dirk Beckedorf und Franz Müller legen systematisch und verständlich die psychosomatischen Grundlagen des menschlichen Hörens sowie die Geschichte, Anwendungsgebiete und Praxis der Systemischen Hörtherapie dar. Dabei sprechen sie Fachleute und Laien gleichermaßen an. Die Stärke des Buches liegt darin, dass es Brücken schafft. So gelingt es den Autoren, das Thema des menschlichen Hörens in die Diskussionen der modernen Bindungs- und Gehirnforschung einzubetten. Durch diesen interdisziplinären Ansatz erfährt die Betrachtung des Ohres und der daran gebundenen Hörfunktionen eine ungeahnte Aktualität.




