8. Würzburger Psychotherapiekongress – Zur Methodenvielfalt in der Psychotherapie

Alles gut.

Zwei Worte, die klingen, als wäre das Leben im Lot. Angenehm. Unbeschwert. Warum also dieses Motto? Wollen wir bei unserem Kongress das kollektive Schulterzucken feiern? Wollen wir unsere Teilnehmenden in Watte packen? Wollen wir einen Feelgood-Kongress veranstalten, bei dem man Armut, Rechtsruck, Krieg und die Alltagssorgen einfach mal ausblenden kann? Im Gegenteil.

»Alles gut« ist längst mehr als eine Floskel – es ist das Beruhigungsmittel unserer Zeit. Es verspricht Stabilität, wo eigentlich Unsicherheit lauert. Es glättet Widersprüche, dämpft Schmerz, Konflikte, Verletzung und vertagt die Ehrlichkeit. »Alles gut« ist ein individueller und kollektiver Bewältigungsversuch, den Ärger, die Schuld, die Ohnmacht und das Chaos gleichzeitig mit zwei Worten und einem gequälten Lächeln zu bändigen. Es klingt wie ein stilles »Ich halte das aus«. Vielleicht ist »Alles gut« aber auch gar keine Aussage, sondern eine Bitte. »Lass mich in Ruhe«, »frag nicht weiter«, »frag nicht jetzt«, »ich habe alles im Griff«. In der Therapie hören wir es oft – als Abwehr, als Schutz, als Zeichen dafür, dass etwas nicht stimmt. Es stellt eine Distanz her, die nicht überwunden werden soll. Denn bei niemandem ist jemals »Alles gut«, oder doch? Vielleicht lädt uns das Motto ein, genauer hinzuhören, wenn jemand sagt »Alles gut«. Wir wollen uns fragen, ob erst alles gut sein muss, damit man glücklich sein kann, oder ob manches, einiges, weniges Gute schon reicht? 

Wir freuen uns, dieser scheinbar einfachen Floskel und seiner Rolle in der therapeutischen Arbeit gemeinsam auf den Grund zu gehen – beim Psychotherapiekongress 2026 in Würzburg. 

Termin
9. bis 12. April 2026

Veranstaltungsort
Dag-Hammarskjöld-Gymnasium
Frauenlandpl. 5
97074 Würzburg

Weitere Informationen sowie Programm und Anmeldung unter: www.psychotherapieforum-wuerzburg.de