Online-Tagung: Kriege verstehen – und was man gegen sie tun kann

Steht der »Albtraum der Geschichte« mit der ungeheuerlichen Gewalt in den gesellschaftlichen Strukturen und der Aufeinanderfolge von Kriegen in einer Wechselwirkung mit den ebenso ungeheuerlichen Gewaltaspekten in den Eltern-Kind-Beziehungen im Verlaufe der Geschichte, also dem »Albtraum der Geschichte der Kindheit«, wie er im Rahmen der Psychohistorie in den letzten Jahrzehnten erforscht worden ist? Die Antwort der Psychohistorie, der Erforschung der psychologischen Aspekte im geschichtlichen Geschehen, ist ein eindeutiges »Ja«, wie es in dem Buch »Das emotionale Leben der Nationen« von dem Begründer der modernen Psychohistorie Lloyd deMause und ebenso in den Tagungsbänden der »Gesellschaft für Psychohistorie und politische Psychologie« in Deutschland zusammenfassend dargestellt wurde,

Durch die Zusammenführung verschiedener Forschungsfelder, wie insbesondere der Erforschung der lebensgeschichtlichen Entwicklung des menschlichen Gehirns und der damit in Wechselwirkung stehenden seelischen Entwicklung, können wir heute diese dunklen Schattenseiten des in seiner Art so erfolgreichen kulturschaffenden Primaten Homo sapiens besser verstehen.

Galt in der Geschichte der Krieg sogar als kulturelle Institution, dann später als schicksalhaft hinzunehmende Heimsuchung und in den letzten Jahren immer offener als gesellschaftliches Verbrechen, so verbindet sich damit ein zunehmendes Verständnis, dass Kriege von einzelnen Personen und gesellschaftlichen Gruppen in einer heute verstehbaren Konfliktdynamik initiiert werden. Ein wesentlicher Aspekt ist dabei, dass durch die Geburt in einem Zustand der neurologischen Unreife und die damit verbundene Abhängigkeit von den Sozialisationsbedingungen früheste beeinträchtigende Traumatisierungen eine große Rolle spielen und die emotionale Persönlichkeitsreife von Einzelnen und auch von ganzen gesellschaftlichen Gruppen zutiefst beeinträchtigen können. Diese Traumatisierungen führen dann dazu, dass Konflikte sehr rasch nur durch Gewalt lösbar erscheinen, was auf der gesellschaftlichen Ebene dann Krieg bedeutet. Dieses neue und erweiterte Verständnis der Psycho- und Soziodynamik von Kriegen wird auf der Tagung in einzelnen Schritten dargestellt und erläutert.

Leitung und Organisation: Dr. Ludwig Janus & Heinrich Reiss

Termin:
27. und 28. Juni 2026

Tagungsort:
Online via Zoom

Weitere Informationen zu Programm und Anmeldung unter: https://psychohistorie.de/tagungen/