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Buchreihe: Psyche und Gesellschaft
ISSN: 3053-4976
343 Seiten, Broschur, 148 x 210 mm
1. Aufl. 1999
Erschienen: Januar 1999
ISBN-13: 978-3-932133-59-6
Bestell-Nr.: 59

Mythos Diana

von der Princess of Wales zur Queen of Hearts

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Im vorliegenden Band setzen sich PublizistInnen und WissenschaftlerInnen mit dem »Phänomen Diana« auseinander. Wieso konnte nach dem Tod Diana Spencers eine kollektive und globale Trauerbewegung entstehen? Welche kollektiven Bedürfnisse oder gesellschaftlichen Konflikte fanden in der Trauer um Lady Diana Ausdruck? Wieso wird die Princess of Wales zu einer modernen Ikone stilisiert? Welche Eigenschaften werden ihr zugeschrieben, und welche Mythen entstehen um ihre Person? Warum bot sie eine ideale Fläche für viele gegensätzliche Identifikationen und Projektionen? Und welche politischen Wirkungen wird der Mythos Diana für die britische Gesellschaft und die Monarchie zeitigen?

Auf diese Fragen suchen die AutorInnen des Bandes aus der Perspektive verschiedener Disziplinen – der Geschichts-, Politik-, Literatur- und Kommunikationswissenschaft, Anglistik, Soziologie und Psychologie – eine Antwort zu geben. Sie analysieren gesellschaftliche Diskurse mit unterschiedlichen Deutungsangeboten zur Person Diana Spencers und zu ihren politischen Wirkungen, darunter etwa den feministischen, den medienethischen und den ägyptisch-arabischen. Sie fragen übergreifend nach der Bedeutung von Mythen in der Moderne und in der Geschichtspolitik. 1208_001
Inhalt

MYTHOS UND GESCHICHTSKONJUNKTUR
Dietmar Schirmer:
Zerrissene Welt, verborgener Sinn. Zur Funktion des Mythos in der
(Post-)Moderne

Edgar Wolfrum:
»Theater der Erinnerung«. Dimensionen von Geschichtspolitik

MEHR ALS EIN TRAUERFALL? DAS PHÄNOMEN DIANA
Elke Schmitter:
Scheitern als Erfolg: Die Paradoxien der Lady Diana
Birgit Sauer:
Liebe, Öffentlichkeit und ein »Staatsbegräbnis«. Über Gefühle als politische Herrschaftsressource
Rebekka Habermas:
The People’s Princess: Heiligenverehrung und Marienkult
Angelika Ebrecht:
Das gläserne und das steinerne Herz. Zur politischen Psychologie der Monarchie am Beispiel von Prinzessin Diana
Cornelia Muth:
Auf der Suche nach latenten Sinnstrukturen in der Persönlichkeit Lady Dianas und ihrem Einfluß auf die Entstehung einer modernen Massengemeinschaft. Gleichzeitig der Versuch einer Anwendung des Enneagramms

... IN GROSSBRITANNIEN
Simon Critchley:
Di and Dodi die
Silvia Mergenthal:
»Goodbye, England’s Rose«: Diana und die Monarchie
Traute Meyer:
Die Lady und die Lästigen. Prinzessin Diana und die Politik der britischen Konservativen gegen Alleinerziehende

DISKURSE UM DIANA
Mechtild Jansen:
Der feministische Diskurs: Diana und die Emanzipation
Alexander Gauland:
Der republikanische Diskurs: Diana als Todesengel der Monarchie?
Martina Thiele:
Der medienethische Diskurs: Die Suche nach Schuldigen
Amr Hamzawy:
Der lokale im globalen Diskurs: Die ägyptische Berichterstattung über die Affäre und den Tod von Lady Diana und Doudi al-Fayed

FRAUENMYTHEN IN DER JÜNGEREN GESCHICHTE
Rudolf Speth: Königin Luise von Preußen – deutscher Nationalmythos im 19. Jahrhundert
Marily Martínez-Richter:
Die Legende Evita Perón: Queen of Hearts, Queen of Media, Mutter der Armen
Alexis Schwarzenbach:
Die Königin erträumen. Reaktionen auf den Tod von Königin Astrid der Belgier (1905 -1935)