Zeitschrift: Jahrbuch der Psychoanalyse
ISSN: 0075-2363
ca. 250 Seiten, Broschur, 148 x 210 mm
Bestell-Nr.: 8551
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Jahrbuch der Psychoanalyse - Band 93
Zeit, Raum und RaumZeit - Teil 2
Produkt Verfügbarkeitsdatum: 01.09.2026
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Was ist »Zeit«? Was ist »Raum«? Gibt es eine »Raumzeit«? Was sind Zeit und Raum im Psychischen?
Im Unbewussten herrscht der Primärprozess. Dann kann es im Unbewussten, da z. B. keine Kausalität ordnet, keine chronologische Zeitlichkeit geben. Dann kann es auch, da z. B. Menge und Teilmenge nicht logisch geschieden sind, keine klassische euklidische Räumlichkeit geben. Sind also Zeitlichkeit und Räumlichkeit mit Sekundärprozess und Realitätsprüfung verbunden, damit im Bewussten und Vorbewussten angesiedelt? Wie kommen sie dahin? Entstehen sie dort oder gibt es eine Interdependenz zwischen den Funktionsweisen des Vorbewussten und Bewussten und Zeit- und Raumvorstellung? Welche Rolle spielen das Objekt und interpsychische Dynamiken? Solche Fragen werden theoretisch und klinisch untersucht.
Zugleich wird eine Annäherung an diese Fragen ausgehend von klinischen Beobachtungen versucht. Korrelieren spezifische psychische Störungen mit solchen des Zeit- und Raumerlebens? Vielleicht sollten wir Verunsicherungen im zeitlichen und räumlichen Erleben stärker beachten, da sie auf verborgene Konflikte und Traumata verweisen können. Primärprozesshafte Inhalte im analytischen Material lassen sich häufig über verzerrte Zeit- und Raumvorstellungen aufspüren.
Die vorliegenden Arbeiten von Maria Rhode, Joshua Durban, Tomas Plänkers, Uta Zeitzschel, Bernd Nissen, Heribert Blass, Stephan Hau und Thomas H. Ogden versuchen diese Fragen aus unterschiedlichen Perspektiven zu beantworten, werfen mit ihren Überlegungen zugleich viele neue Fragen auf.
Zwei weitere Hauptbeiträge kreisen nicht um Zeit und Raum, sondern setzen sich mit den Arbeiten Judith Le Soldats auseinander. Der »ödipale Raubmord« führt für Dominic Suter und Elisabeth Geiger nach der Wiederholung der Tat beim Analysanden zu mächtiger Rächerangst in der Übertragung und entsprechenden Gegenübertragungsreaktionen. Monika Gsell und Ralf Binswanger setzen sich mit der Frage auseinander, wie mit Judith Le Soldats Theorie behandlungstechnisch gearbeitet werden kann, und grenzen ihre technischen Überlegungen kritisch ab. In der Rubrik »Was fällt denn Ihnen ein – zu Sigmund Freud« zeigen wir eine Zeichnung von Daniel Richter.
Im Unbewussten herrscht der Primärprozess. Dann kann es im Unbewussten, da z. B. keine Kausalität ordnet, keine chronologische Zeitlichkeit geben. Dann kann es auch, da z. B. Menge und Teilmenge nicht logisch geschieden sind, keine klassische euklidische Räumlichkeit geben. Sind also Zeitlichkeit und Räumlichkeit mit Sekundärprozess und Realitätsprüfung verbunden, damit im Bewussten und Vorbewussten angesiedelt? Wie kommen sie dahin? Entstehen sie dort oder gibt es eine Interdependenz zwischen den Funktionsweisen des Vorbewussten und Bewussten und Zeit- und Raumvorstellung? Welche Rolle spielen das Objekt und interpsychische Dynamiken? Solche Fragen werden theoretisch und klinisch untersucht.
Zugleich wird eine Annäherung an diese Fragen ausgehend von klinischen Beobachtungen versucht. Korrelieren spezifische psychische Störungen mit solchen des Zeit- und Raumerlebens? Vielleicht sollten wir Verunsicherungen im zeitlichen und räumlichen Erleben stärker beachten, da sie auf verborgene Konflikte und Traumata verweisen können. Primärprozesshafte Inhalte im analytischen Material lassen sich häufig über verzerrte Zeit- und Raumvorstellungen aufspüren.
Die vorliegenden Arbeiten von Maria Rhode, Joshua Durban, Tomas Plänkers, Uta Zeitzschel, Bernd Nissen, Heribert Blass, Stephan Hau und Thomas H. Ogden versuchen diese Fragen aus unterschiedlichen Perspektiven zu beantworten, werfen mit ihren Überlegungen zugleich viele neue Fragen auf.
Zwei weitere Hauptbeiträge kreisen nicht um Zeit und Raum, sondern setzen sich mit den Arbeiten Judith Le Soldats auseinander. Der »ödipale Raubmord« führt für Dominic Suter und Elisabeth Geiger nach der Wiederholung der Tat beim Analysanden zu mächtiger Rächerangst in der Übertragung und entsprechenden Gegenübertragungsreaktionen. Monika Gsell und Ralf Binswanger setzen sich mit der Frage auseinander, wie mit Judith Le Soldats Theorie behandlungstechnisch gearbeitet werden kann, und grenzen ihre technischen Überlegungen kritisch ab. In der Rubrik »Was fällt denn Ihnen ein – zu Sigmund Freud« zeigen wir eine Zeichnung von Daniel Richter.
