Julian Genner und Mischa Luy im Gespräch mit Jürgen Straub: Vor der Apokalypse? — Preppen in der Mitte der Gesellschaft

In der krisengeschüttelten Gegenwart erfreut sich Preppen immer größerer Popularität. Doch wer preppt eigentlich und warum? Wie ist Preppen von einer Randerscheinung zu einem Massenphänomen geworden? Wie verhält sich Preppen zu den Empfehlungen der Behörden, die die Bevölkerung zum Anlegen eines Notvorrats motivieren sollen? Wie politisch ist Preppen und was hat es mit rechtsterroristischen Prepper-Gruppen auf sich? Was bedeutet es, wenn für immer mehr Menschen die einzig vorstellbare (und wünschbare) Zukunft der Zusammenbruch ist? In ihren empirischen Studien zeigen Mischa Luy und Julian Genner, wie Abstiegsängste, biografische Erfahrungsbestände, ein verändertes Zukunftsverhältnis, Männlichkeitsbilder und tradierte Mangelerfahrungen die Popularität von Preppen befeuern – und damit die gesellschaftliche Entsolidarisierung und den Rechtsrutsch in der Mitte der Gesellschaft beschleunigen.

Julian Genner, Dr. phil., Kulturwissenschaftler an der Uni Basel. Forschungsschwerpunkte sind u.a. die politische Anthropologie sowie die gesellschaftliche Problematisierung von (Un-)Sicherheit.

Mischa Luy; Dr. ist Sozialwissenschaftlicher und lebt in Berlin. Er arbeitet als politischer Bildner im Bereich der Antisemitismusbekämpfung.

Jürgen Straub, Prof. Dr. phil., Inhaber des Lehrstuhls für »Sozialtheorie und Sozialpsychologie« an der Ruhr Universität Bochum.

Termin: Montag, 27. April 2026 —19 Uhr

Ort: Hamburger Institut für Sozialforschung, Mittelweg 36, 20148 Hamburg

In Kooperation mit dem Psychosozial-Verlag und der Hamburger Edition

Weitere Infos: www.his-online.de

 

Im Psychosozial-Verlag

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Die erwartete Katastrophe

Eine sozialwissenschaftliche Analyse des Preppens

In Interviews mit Prepper*innen spürt Mischa Luy deren persönlichen Motivationen und Überzeugungen nach. Er beschreibt, dass dem Wunsch nach Unabhängigkeit innerhalb katastrophischer Zukunftsszenarien ein starkes Bewusstsein für individuelle und gesellschaftliche Verletzbarkeit zugrunde liegt, das auf persönlichen sowie tradierten Mangelerfahrungen, gesellschaftlichen Krisen und sozialisatorisch erworbenen Wertvorstellungen beruht.