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Buchreihe: Psyche und Gesellschaft
ISSN: 3053-4976
173 Seiten, Broschur, 148 x 210 mm
1. Aufl. 2025
Erschienen: Juni 2025
ISBN-13: 978-3-8379-3436-6
Bestell-Nr.: 3436
https://doi.org/10.30820/9783837963298
Leseprobe

Sozialpsychologie des Autoritären

Zur Aktualität der Autoritarismusforschung der Frankfurter Schule
Um das Erstarken autoritärer Bewegungen und die Wahlerfolge autoritärer Parteien besser verstehen und einschätzen zu können, ist ein detaillierter und differenzierter Blick auf die Autoritarismusforschung des Frankfurter Instituts für Sozialforschung notwendig. Vor dem Hintergrund von Diskussionen über die Ursachen aktueller autoritärer Dynamiken und über neue Ausformungen des Autoritarismus legt Markus Brunner eine detaillierte und systematische Darstellung der vielfältigen Autoritarismusforschung der Frankfurter Schule vor. Die Diskussionen um den sogenannten »autoritären Charakter«, die Propagandaforschung sowie die massenpsychologischen Überlegungen zum Autoritarismus werden vorgestellt und im Kontext ihrer Rezeption sowie gegenwärtiger sozialpsychologischer Debatten neu beleuchtet und auf ihre Aktualität hin befragt. Brunner plädiert dabei insbesondere für eine dynamischere und stärker massenpsychologisch orientierte Perspektive und macht deutlich, wie diese zu einem besseren Verständnis des heutigen Autoritarismus beiträgt.
Danksagung

1 Einleitung

2 Zu den Autoritarismusstudien des Instituts für Sozialforschung

3 Zum autoritären Charakter

3.1 Kritisch-theoretische Schriften zum autoritären Charakter
3.1.1 Der autoritäre Charakter als Teil einer Sozialcharakterologie im (Spät-)Kapitalismus
3.1.2 Der autoritäre Charakter des potenziell faschistischen Individuums
3.1.3 Zum zeitdiagnostischen Kern des autoritären Charakters
3.1.4 Zwischenfazit zu den kritisch-theoretischen Debatten zum autoritären Charakter

3.2 Zu den weiteren Debatten zum autoritären Charakter
3.2.1 Zur weiteren Entwicklung der sozialcharakterologischen Überlegungen
3.2.2 Debatten zu den subjektiven Bedingungen von Autoritarismus und Rechtsextremismus
3.3 Zwischenfazit zu den Auseinandersetzungen mit dem autoritären Charakter

4 Analysen autoritärer Propaganda

4.1 Kritisch-theoretische Analysen faschistischer Propaganda

4.2 Aktualisierungen und Differenzierungen

4.3 Zwischenfazit zu den Propagandaanalysen

5 Massenpsychologie autoritärer Bewegungen

5.1 Diemassenpsychologischen Überlegungen der 1940er und 1950er Jahre

5.2 Aktualisierungen und Differenzierungen
5.2.1 Zwei Modi autoritärer Massen? Zur Debatte um die Differenz zwischen sadomasochistischem und Verschmelzungs-Autoritarismus
5.2.2 Massen ohne Führer:innen bzw. »stumme Massen« als Sozialisationsagenturen

5.3 Zwischenfazit zur Massenpsychologie

6 Für einemassenpsychologisch fundierte Neuperspektivierung der Autoritarismusforschung

6.1 Die »Elemente« der (rechts-)autoritären Bewegung – eine Skizze

6.2 Autoritäre Flugbahnen

6.3 Für eine kleinianisch fundierte Dynamisierung der psychoanalytisch orientierten Autoritarismusforschung

7 Abschluss und Ausblick

Glossar

Literatur

»Zusammenfassend ist Brunner eine eindrucksvolle Studie gelungen, die die Autoritarismusforschung auf gelungene Weise ebenso historisiert wie aktualisiert und weiterdenkt. Wer sich mit dem Phänomen des Autoritarismus tiefergehend auseinandersetzen möchte, wird in Zukunft schwer einen Bogen um Brunners Buch machen können  ...«

Samuel Thoma, sozialpsychiatrische informationen 3/2026

»Markus Brunner hat ein Buch zur psychoanalytischen Sozialpsychologie geschrieben, das in einer breit angelegten und detaillierten Literaturübersicht belegt, dass die Autoritarismusforschung der Frankfurter Schule nach wie vor aktuell ist. Dies ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass sich die Gestalt des Autoritarismus trotz gesellschaftlicher Veränderungen erstaunlich wenig verändert hat ...«

Christian Maier, Deutsches Ärzteblatt PP, Heft 5, Mai 2026

»Insgesamt stellt Brunners Buch damit einen äußerst lesenswerten Diskussionsbeitrag zur ›Gleichzeitigkeit von Kontinuität und Wandel‹ im Rahmen der psychoanalytisch orientierten Autoritarismusforschung dar. Während die kritisch-theoretischen Schriften und so auch viele neuere Debatten und Publikationen mitunter von ›Spannungen, Widersprüchen und offenen Fragen‹ geprägt sind, stellt Brunner eine Lesart vor, die diese Spannungen nicht aufzulösen versucht, sondern sie durch Differenzierungsbemühungen und/oder -forderungen im Feld geradezu produktiv nutzt. ...«

Isabel Codemo, Freie Assoziation, 28. Jg. (2025) Heft 2

»Mit der ›Sozialpsychologie des Autoritären‹ legt Markus Brunner eine dringend benötigte Zusammenführung der teilweise losen Enden sozialwissenschaftlicher, sozialpsychologischer und psychoanalytischer Erkenntnisse zur Analyse autoritärer Strukturen und Entwicklungen vor. Ein äußerst wertvoller Ansatz, der in der aktuellen Phase autoritärer Entwicklungen dringend benötigt wird ...«

Gernot Hahn, Socialnet.de am 6. Januar 2026

»Markus Brunner, Soziologe und Psychologe, liefert viele Einsichten in seiner ›Sozialpsychologie des Autoritären‹. [...] Ein famoser kleiner Band, Pflichtlektüre  ...«

Robert Misik, Falter 39/25

»Eine aufschlussreiche Studie, die eine gute Balance zwischen den alten Studien und der Hervorhebung heutiger gesellschaftlicher Verhältnisse aufweist. Es werden erste Ansätze für eine dynamische und massenpsychologisch fundierte Autoritarismusforschung gegeben ...«

Michael Lausberg, Scharf Links. Die ›neue‹ linke online Zeitung, 25. Juli 2025

»Leben wir in einer Zeit, in der das autoritäre Denken wieder erstarkt? Man hört es oft, doch stimmt das? Der Soziologe Markus Brunner untersucht in diesem knapp 200-seitigen Fachbuch, wie sich der Begriff des ›Autoritären‹ gewandelt hat  ...«

Steve Ayan, Spektrum.de am 24. Juli 2025