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8 Seiten, PDF-E-Book
Erschienen: Februar 2026
Bestell-Nr.: 35571
https://doi.org/10.30820/0939-4273-2026-1-9
»gruppenanalyse«
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Sebastian Murken

Was denken die »Nachbarn«? (PDF)

Zur Dynamik des Miteinanders in gesellschaftlichen Strukturen

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Der vorliegende Text untersucht die Dynamik der »Nachbarschafts-Mentalität« im Wandel der Zeit und ihre Relevanz für gesellschaftliche und therapeutische Prozesse. Historisch betrachtet diente die Frage »Was denken die Nachbarn?« im Nachkriegsdeutschland als primärer psychologischer Regulator, um kollektive Traumata und Schuld durch soziale Konformität zu verdrängen. Diese Mentalität, die eine Störung der Gruppenmatrix und die Entstehung eines sozialen Unbewussten begünstigte, war eine defensive Form der Mentalisierung. Im Gegensatz dazu hat sich die heutige Bedeutung der Frage gewandelt. In einer zunehmend polarisierten Gesellschaft, die durch digitale Filterblasen und Echokammern fragmentiert ist, wird der Dialog mit Andersdenkenden als existenzielle Notwendigkeit betrachtet. Der Text beleuchtet, wie Metaphern wie die »Brandmauer« eine weitere Abschottung fördern, während das Bild des »Gesprächs über den Gartenzaun« für einen notwendigen interdisziplinären Austausch steht. Aus gruppenanalytischer Sicht wird argumentiert, dass die Disziplin sich öffnen muss, um die Herausforderungen der modernen Welt zu verstehen und das Miteinander therapeutisch zu fördern.

Abstract:
This text examines the dynamics of the »neighborhood mentality« over time and its relevance to social and therapeutic processes. Historically, the question »What do the neighbors think?« served as the primary psychological regulator in postwar Germany, repressing collective trauma and guilt through social conformity. This mentality, which promoted a disruption of the group matrix and the emergence of a social unconscious, was a defensive form of mentalization. In contrast, the meaning of the question has changed today. In an increasingly polarized society fragmented by digital filter bubbles and echo chambers, dialogue with those who think differently is considered an existential necessity. The text highlights how metaphors such as the »firewall« promote further isolation, while the image of the »conversation over the garden fence« stands for a necessary interdisciplinary exchange. From a group analytical perspective, it is argued that the discipline must open up in order to understand the challenges of the modern world and promote therapeutic coexistence.
Stephan Gingelmaier, Susanna Keval, Beatrice Kustor, Renate Jorkowski, Martin Lüdemann, Ute Schaich & Johannes Wrege S. 5–8Editorial (PDF)
Sebastian MurkenS. 9–16Was denken die »Nachbarn«? (PDF)
Zur Dynamik des Miteinanders in gesellschaftlichen Strukturen
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Was denken die »Nachbarn«?
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