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23 Seiten, PDF-E-Book
Erschienen: August 2026
Bestell-Nr.: 40687
https://doi.org/10.30820/0075-2363-2026-2-13
»Jahrbuch der Psychoanalyse«
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Maria Rhode

»Als ich tot war« (PDF)

Aspekte der Zeitund Raumerfahrung bei Kindern mit Autismus-Spektrum-Störungen

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Verschiedene Arten, Zeit zu erleben, werden anhand klinischer Fallbeispiele von Kindern mit Autismus veranschaulicht und mit ihrer charakteristischen Erfahrung von Dimensionalität und ihrer vorherrschenden Identifikationsweise in Verbindung gebracht. In Anlehnung an Meltzers Kategorisierung wird Zeit als zirkulär, oszillierend oder linear und unidirektional beschrieben. Zirkuläre Zeit wird mit Zweidimensionalität und adhäsiver Identifikation verbunden, lineare, unidirektionale Zeit dagegen mit Dreidimensionalität und introjektiver Identifikation. In der Fallstudie, die oszillierende Zeit veranschaulicht, schien sich das Kind in Richtung Dreidimensionalität zu bewegen, aber das phantasierte männliche Element blieb instabil. Eine weitere Erfahrung von Zeit, die nicht unidirektional ist, hängt offenbar mit transgenerationalen Faktoren zusammen. Das betreffende Kind nahm in den Köpfen seiner Eltern keinen eigenen Platz ein und konnte auch nicht in seiner eigenen Zeit leben. Es verwechselte das Erwachsenwerden mit dem konkreten Berauben der Eltern durch die »Annexion« ihrer Fähigkeiten und stellte sich ein männliches Kind vor, das die Eigenschaften seiner weiblichen Bezugsperson aneignete und auf ihre Kosten wuchs, bis sich dieser Prozess in einem endlosen Kreislauf umkehrte. Diese Phantasie (basierend auf der Vorstellung, dass Mutter und Kind um die Nabelschnur konkurrieren) diente als Abwehr gegen die Angst, der Mutterfigur Schaden zuzufügen.

Abstract:
Different ways of experiencing time are illustrated with clinical vignettes from children with autism, and related to their characteristic experience of dimensionality and their predominant mode of identification. Following Meltzer’s categorisation, time is described as circular, oscillating, or linear and unidirectional. Circular time is associated with two-dimensionality and adhesive identification, while linear, unidirectional time is associated with three-dimensionality and introjective identification. In the vignette illustrating oscillating time, the child seemed to be moving towards three-dimensionality, but the phantasied masculine element remained unstable. A further experience of time is described that is not unidirectional and that seems to be associated with transgenerational factors. The child concerned did not occupy his own individual space in the parents’ mind and was unable to live in his own time, either. He confused growing up with concretely robbing the parents by »annexing« their capacities, and imagined a male child who annexed the qualities of his female carer and grew at her expense until the process was reversed in an everlasting cycle. This phantasy (based on the idea of mother and baby competing for the umbilical cord) served as a defence against fears of damaging the mother figure.