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30 Seiten, PDF-E-Book
Erschienen: August 2026
Bestell-Nr.: 40692
https://doi.org/10.30820/0075-2363-2026-2-133
»Jahrbuch der Psychoanalyse«
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Heribert Blass

Seelische Raumzeit in psychoanalytischen Zeiträumen (PDF)

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Mit Bezug auf physikalische und neurobiologische Konzepte zum Phänomen der Zeit argumentiert der Autor, dass entlang des Zeitpfeils jeder menschlichen Entwicklung eine seelische Raumzeit entsteht. In ihr sind die individuell repräsentierten Zeitbereiche Vergangenheit, Gegenwart und potenzielle Zukunft mittels der Modalitäten diachroner und unbewusster synchroner Zeit mit dem aus Beziehungsrepräsentanzen gebildeten triangulären seelischen Raum verbunden. Im Zeitraum eines psychoanalytischen Prozesses können in der Gegenwart der analytischen Beziehung imaginative, potenziell transformative Zeitreisen an prägende Orte, Beziehungen und Gefühle des Analysanden stattfinden, wobei die aufgesuchten Zeitpunkte »raumartig« in der Gegenwart des Analysanden angesiedelt sind. Die Doppelung des Analytikers als Vertreter einer neu gegenwärtigen Beziehung sowie als Repräsentant früherer, jedoch noch nicht vergangener, oder imaginierter zukünftiger Beziehungen kann den Analysanden mittels eines Spiralprozesses in die Lage versetzen, sich in den aktuell wiederbelebten oder nachträglich neu erfahrenen Beziehungen zum Analytiker verändert wahrzunehmen.

Abstract:
Referring to physical and neurobiological concepts relating to the phenomenon of time, the author argues that a mental space-time emerges along the arrow of time in every human development. In it, the individually represented time domains of the past, present and potential future are connected to the triangular mental space formed by relationship representations by means of the modalities of diachronic and unconscious synchronous time. During the duration of a psychoanalytic process and the presence of the analytical relationship, imaginative, potentially transformative journeys through time to formative places, relationships and feelings of the analysand can take place, whereby the points in time visited are located »spatially« to the analysand’s present. The doubling of the analyst as the representative of a new present relationship and as the representative of earlier, but not yet past, or imagined future relationships can, by means of a spiral process, enable the analysand to perceive themselves differently in the currently revived or retrospectively re-experienced relationships with the analyst.