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Buchreihe: Forum Psychosozial
ISSN: 3053-5336
ca. 140 Seiten, Broschur, 125 x 190 mm
1. Aufl. 2026
ISBN-13: 978-3-8379-3510-3
Bestell-Nr.: 3510
https://doi.org/10.30820/9783837964523

Sich vor unsäglichen Gefühlen schützen

Ein Gespräch über Sucht, die Rolle der Sprache und eine politische Psychoanalyse
23,27 €
Produkt Verfügbarkeitsdatum: 01.07.2026
Roland Voigtel versteht Sucht als ein unbewusstes Abwehrsystem gegen das Erleben unerträglicher, auf frühe Bindungsstörungen zurückgehender Gefühle, die von den Betroffenen nur schwer in Worte gefasst werden können. Er erläutert das in unserer Gesellschaft zentrale Persönlichkeitsideal der Autonomie, das für Menschen mit Abhängigkeitsstörungen nicht zu erreichen ist. Simon Scharfs Fragen fokussieren insbesondere die emotionale Beziehung zwischen Therapeut*in und Patient*in, führen Voigtel aber auch zu vertiefenden Überlegungen zum politischen Potenzial seines Suchtkonzepts sowie zum Selbstverständnis der aktuellen Psychoanalyse und ihrer geringen gesellschaftlichen Einmischungslust.

Am markanten Beispiel Sucht wird die ungemeine gesellschaftspolitische Tragweite und Anwendungsfähigkeit psychoanalytischer Konzepte über klinische Phänomene hinaus aufgezeigt. Das Gespräch eröffnet zeitdiagnostische Dimensionen, bleibt aber bei alldem praxisnah. Die dynamische und tastende Gesprächsform unterläuft den Zwang einer systematischen Darstellung und erlaubt ein lebendiges, fast spielerisches Einsteigen in komplexe psychische und sozialanalytische Zusammenhänge.