Buchreihe: Forum Psychosozial
ISSN: 3053-5336
131 Seiten, Broschur, 125 x 190 mm
1. Aufl. 2026
Erschienen: Juli 2026
ISBN-13: 978-3-8379-3510-3
Bestell-Nr.: 3510
https://doi.org/10.30820/9783837964523
ISSN: 3053-5336
131 Seiten, Broschur, 125 x 190 mm
1. Aufl. 2026
Erschienen: Juli 2026
ISBN-13: 978-3-8379-3510-3
Bestell-Nr.: 3510
https://doi.org/10.30820/9783837964523
Sich vor unsäglichen Gefühlen schützen
Ein Gespräch über Sucht, die Rolle der Sprache und eine politische Psychoanalyse
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Roland Voigtel versteht Sucht als ein unbewusstes Abwehrsystem gegen das Erleben unerträglicher, auf frühe Bindungsstörungen zurückgehender Gefühle, die von den Betroffenen nur schwer in Worte gefasst werden können. Er erläutert das in unserer Gesellschaft zentrale Persönlichkeitsideal der Autonomie, das für Menschen mit Abhängigkeitsstörungen nicht zu erreichen ist. Simon Scharfs Fragen fokussieren insbesondere die emotionale Beziehung zwischen Therapeut*in und Patient*in, führen Voigtel aber auch zu vertiefenden Überlegungen zum politischen Potenzial seines Suchtkonzepts sowie zum Selbstverständnis der aktuellen Psychoanalyse und ihrer geringen gesellschaftlichen Einmischungslust.
Am markanten Beispiel Sucht wird die ungemeine gesellschaftspolitische Tragweite und Anwendungsfähigkeit psychoanalytischer Konzepte über klinische Phänomene hinaus aufgezeigt. Das Gespräch eröffnet zeitdiagnostische Dimensionen, bleibt aber bei alldem praxisnah. Die dynamische und tastende Gesprächsform unterläuft den Zwang einer systematischen Darstellung und erlaubt ein lebendiges, fast spielerisches Einsteigen in komplexe psychische und sozialanalytische Zusammenhänge.
Am markanten Beispiel Sucht wird die ungemeine gesellschaftspolitische Tragweite und Anwendungsfähigkeit psychoanalytischer Konzepte über klinische Phänomene hinaus aufgezeigt. Das Gespräch eröffnet zeitdiagnostische Dimensionen, bleibt aber bei alldem praxisnah. Die dynamische und tastende Gesprächsform unterläuft den Zwang einer systematischen Darstellung und erlaubt ein lebendiges, fast spielerisches Einsteigen in komplexe psychische und sozialanalytische Zusammenhänge.
Einleitung
Simon Scharf
1 »Ich habe genügend Therapien für mich selbst gemacht und sehe mich gewissermaßen auch als ›qualifizierten Patienten‹«
Therapeutische Begegnung und die Anker der Theorie
Eigene »Suchtzeiten« und der »exklusive Club der Psychoanalyse«
Die Unsicherheit der Psychoanalyse und das Netz der Abstraktionen
Begegnung im Modus der Solidarität: Worte für Gefühle finden
Theorie als kommunikative Brücke und die Gefahren der Moral
2 »Das Symptom reagiert auf eine ganz bestimmte Not, in der sich dieser Mensch befindet«
Facetten der Sucht als biografisches Schlüsselerleben
Nicht-auflösbare kindliche Verlassenheitsangst und die lebenslange Arbeit am minderwertigen Selbst
Trauerarbeit und die schrittweise Entwicklung von Selbstfürsorge
Lernende »Nachsozialisation« in der Gruppe und verfahrensübergreifende Übungen
3 »Wo zeigt sich in unserer Gesellschaft ein grundsätzliches Interesse an der Not von Einzelnen?«
Sucht im Spiegel gesellschaftlicher Konstellationen
Neoliberale Vereinzelung und vertiefte Spannungen in der Gesellschaft »zahlungsfähiger Bedürfnisse«
Das selbstverantwortliche Individuum als eine historische Form der Psyche
Das Gesellschaftliche im Patienten und die Frage therapeutischer Moral
Digitalisierung und gegenwärtige Erziehung als Suchtverstärker?
Nachwort
Roland Voigtel
Ausgewählte und weiterführende Literatur
Die Gesprächspartner
Simon Scharf
1 »Ich habe genügend Therapien für mich selbst gemacht und sehe mich gewissermaßen auch als ›qualifizierten Patienten‹«
Therapeutische Begegnung und die Anker der Theorie
Eigene »Suchtzeiten« und der »exklusive Club der Psychoanalyse«
Die Unsicherheit der Psychoanalyse und das Netz der Abstraktionen
Begegnung im Modus der Solidarität: Worte für Gefühle finden
Theorie als kommunikative Brücke und die Gefahren der Moral
2 »Das Symptom reagiert auf eine ganz bestimmte Not, in der sich dieser Mensch befindet«
Facetten der Sucht als biografisches Schlüsselerleben
Nicht-auflösbare kindliche Verlassenheitsangst und die lebenslange Arbeit am minderwertigen Selbst
Trauerarbeit und die schrittweise Entwicklung von Selbstfürsorge
Lernende »Nachsozialisation« in der Gruppe und verfahrensübergreifende Übungen
3 »Wo zeigt sich in unserer Gesellschaft ein grundsätzliches Interesse an der Not von Einzelnen?«
Sucht im Spiegel gesellschaftlicher Konstellationen
Neoliberale Vereinzelung und vertiefte Spannungen in der Gesellschaft »zahlungsfähiger Bedürfnisse«
Das selbstverantwortliche Individuum als eine historische Form der Psyche
Das Gesellschaftliche im Patienten und die Frage therapeutischer Moral
Digitalisierung und gegenwärtige Erziehung als Suchtverstärker?
Nachwort
Roland Voigtel
Ausgewählte und weiterführende Literatur
Die Gesprächspartner
