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Buchreihe: Wissenschaft vom Lebendigen
ISSN: 3053-5417
314 Seiten, Broschur, 148 x 210 mm
1. Aufl. 2026
Erschienen: April 2026
ISBN-13: 978-3-8379-3475-5
Bestell-Nr.: 3475
https://doi.org/10.30820/9783837963960
Aus dem Englischen von Bernd A. Laska
Leseprobe

Christusmord

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Wilhelm Reichs 1951 entstandener Text Christusmord ist eine Abrechnung mit den strukturellen Ursachen menschlicher Entfremdung. Im Zentrum steht Reichs Modell der dreifachen Schichtung der Persönlichkeit: Hinter der Fassade gesellschaftlicher Anpassung verbirgt sich ein neurotisch entstelltes Triebleben, hervorgebracht durch moralische Unterdrückung, nicht durch »Natur«. Erst in der tieferen Schicht zeigt sich die verdrängte, ursprüngliche Sozialität des Menschen.

Anhand der symbolischen Bedeutung der Kreuzigung Christi entwirft Wilhelm Reich eine radikale Kritik an autoritären Strukturen: Kirche, Staat und Familie töten das Lebendige im Kind – immer wieder. Reichs Einsichten sind auch heute noch aktuell. Wer verstehen will, warum Aufklärung so oft scheitert, findet hier eine ebenso persönliche wie politische Antwort: Das Böse ist nicht angeboren – es ist gemacht.
Vorwort des Übersetzers

Einleitung

Kapitel 1: Die Falle
Wo ist der Ausgang? – Die große Tragödie – Die große Gefahr – Der »Körper« und das »Fleisch« – Das Rätsel der Erbsünde – Der verbotene Baum – Freiheitskrämer

Kapitel 2: Das Himmelreich auf Erden
Christus als Heiler – Der Traum vom Paradies – Wie Christus lebte – Die zehn Jungfrauen

Kapitel 3: Die genitale Umarmung
Wie LEBEN liebt – Verschmelzung zweier Lebewesen – Liebe »machen«

Kapitel 4: Verführung zum Führer
Der »Sohn Gottes« – Christus als Lehrer – Das Verbot, Gott zu erkennen

Kapitel 5: Die Mystifizierung Christi
Die Wirklichkeit Gottes – Die Hilflosigkeit der Menschen – Stalins Technik – Der Sauger – Die Gefahr, Gott zu erkennen – Die Allgemeinheit genitalen Elends

Kapitel 6: Die große Kluft
Das Sitzen auf der Stelle – Die Beweglichkeit des lebendigen Lebens – Die Unbeweglichkeit des gepanzerten Lebens – Sie verstehen nicht – Der Weg zur sozialen Katastrophe – Der Moskauer Modju – Der große Hass – Christi Verhängnis

Kapitel 7: Der Marsch auf Jerusalem
Die Märtyrerideologie – »Vergib deinem Feinde!« – »Hosianna in der Höhe« – Der Ozean des menschlichen Lebens – Die kleine Welle – Gott erkennen

Kapitel 8: Judas Ischariot

Kapitel 9: Paulus von Tarsus
Die Liebe Christi zu Frauen – Notwendige moralistische Beschränkungen – »Primäre« und »sekundäre« Triebe

Kapitel 10: Die Christusmörder werden geschützt
Nutzlose Bemühungen – Der Mörder ist entlarvt

Kapitel 11: Mocenigo
Der wahre Killer – Mocenigos Methode – Beschuldigung des Opfers

Kapitel 12: Golgatha entgegen
Christus fehl am Platze – Die Tragödie der Wahrheit – Vernünftiger Unsinn – Opfer der Sehnsucht der Menschen – Der Konflikt Christi

Kapitel 13: Die Jünger schlafen
Sei wachsam – Lass die Menschen sich selbst retten

Kapitel 14: Gethsemane
Wahre Gerechtigkeit – Die Bedeutung Christi

Kapitel 15: Die Geißelung
Das Leben kann hassen – Einsame Wahrheit

Kapitel 16: »Du sagst es«
Beredtes Schweigen – Lasset uns beten

Kapitel 17: Das ruhige Strahlen
Alle Freunde sind fort – Die Mystifikation des Strahlens des Lebens – Die universelle Lebenskraft

Kapitel 18: Kreuzigung und Auferstehung
Frauen sind dabei – Berühre es nie! – Die Quelle des Lebens – Sie erfinden das Wunder – Die wirkliche Bedeutung der Auferstehung

Über Gesetze zum Schutz des neugeborenen Lebens und der Wahrheit

Anhang
Die Waffe der Wahrheit
Die Lehre aus dem Christusmord, angewandt auf die soziale Szene meiner Zeit in Amerika (1940–1952)

Bibliografie