Annette Streeck-Fischer

Adoleszenz, Cybermobbing, die Incel-Bewegung und Gewaltverhalten (PDF)

Annäherungen an die Miniserie Adolescence

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Anhand der englischen Miniserie Adolescence, in der der 13-jährige Jamie seine gleichaltrige Mitschülerin mit sieben Messerstichen tötet, wird Fragen nachgegangen, wie die Entwicklungsbedingungen männlicher Jugendlicher heute aussehen und welche Bedeutung das Internet hat. Dabei wird deutlich, dass der virtuelle Raum keine reale soziale Interaktion ersetzen kann, was zur Folge hat, dass wichtige Entwicklungsschritte ausbleiben. Die in der Adoleszenz ohnehin erhöhte psychische Vulnerabilität und insbesondere die durch das Internet nicht sozialisierten Schamgefühle gehen mit Gefährdungen einher, die verschärft durch Konfrontationen im Online-Raum zum Tragen kommen. Die Folgen traumatischer Inhalte, von Cybermobbing und einer Orientierung an rechten Ideologien, den incels, werden an Jamie exemplarisch deutlich.

Abstract:
Based on the English miniseries Adolescence in which 13-year-old Jamie kills his classmate of the same age with seven knife wounds, questions are explored about what the developmental conditions of male adolescents look like today and what significance the internet has. It becomes clear that virtual space cannot replace real social interaction, which means that important developmental steps are missing. The psychological vulnerability that is already heightened during adolescence, and in particular the feelings of shame that are not socialized by the internet, are accompanied by dangers that are exacerbated by confrontations in the online space. The consequences of traumatic content, cyberbullying and an alignment with right-wing ideologies, such as those of the incel movement, are clearly illustrated in Jamie’s case.