»Warum dieser ewige Hass?« – Vortrag mit Wolfgang Hegener zu Sigmund Freuds Analyse des Antisemitismus

Zuerst wird ein knapper Überblick über Sigmund Freuds wechselvolles und gespanntes Verhältnis zu (seinem) Judentum gegeben, das durch frühe Prägung, adoleszen-te Abwendung, Erfahrungen von Antisemitismus und spätere Wiederaneignung des jüdisch-väterlichen Erbes geprägt ist. Bis in die 1930er Jahre hinein finden sich nur einige wenige verstreute Äußerungen zum Antisemitis-mus. Erst unter dem Eindruck der „neuen Verfolgungen“ hat Freud in seiner testamentarischen Schrift über den „Mann Moses“ in Verbindung von Religionsgeschichte und Psychoanalyse eine Theorie des Antisemitismus ent-wickelt, die diesen als eine Funktion des real existieren-den Christentums begreift.

Priv.-Doz. Dr. Dr. Wolfgang Hegener, Psychoanalytiker und Hochschullehrer für Kulturwissenschaft an der HU zu Berlin. Promotionen in Psychologie und Jüdischer Theologie sowie Habilitation im Fach Kulturwissenschaft. Studium der Evangelischen Theologie (KFU). Letzte Buchveröffentlichungen: Heilige Texte. Psychoanalyse und talmudisches Judentum (2017); Schuld-Abwehr. Psychoanalytische und kulturwissenschaftliche Studien zum Antisemitismus (2019); Im Anfang war die Schrift. Sigmund Freud und die Jüdische Bibel (2023).

Termin
Fr, 6. März 2026, 18.45 - 21.00 Uhr, € 12

Veranstaltung im Rahmen der Reihe Frankfurter Psychoanalytische Freitagsrunde – Vorträge anerkannter Fachreferent:innen geben einen Einblick in aktuelle Entwicklungen der Psychoanalyse.

Weitere Infos
vhs.frankfurt.de

Im Psychosozial-Verlag

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Im Anfang war die Schrift

Sigmund Freud und die Jüdische Bibel. Beiheft 29 zum Jahrbuch der Psychoanalyse

Keinen Text hat Freud in seinen Schriften und Briefen häufiger zitiert als die Jüdische Bibel; zudem hat er sein geistiges Leben mit der Lektüre der Bibel begonnen und sich am Ende seines Lebens erneut mit der jüdischen Schrifttradition auseinandergesetzt. Wolfgang Hegener macht Freuds Leben als permanentes Ringen um eine eigene Position in Reflexion seiner jüdischen Herkunft begreifbar.

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Herbert Rosenfeld und seine Bedeutung für die Psychoanalyse

Leben - Werk - Wirkung

Herbert Rosenfeld (1910–1986) gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der kleinianischen Psychoanalyse und als Pionier der psychoanalytischen Behandlung psychotischer PatientInnen. Die Autorinnen und Autoren, die Rosenfeld zum Teil persönlich kannten, beleuchten die Biografie des Psychoanalytikers, stellen die ideengeschichtlichen Wurzeln seiner Theorie dar und illustrieren ihre klinische Bedeutung in der heutigen Zeit. Zahlreiche Dokumente – einige davon erstmals publiziert – und Fotos aus Rosenfelds Leben runden den Band ab.

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Schuld-Abwehr

Psychoanalytische und kulturwissenschaftliche Studien zum Antisemitismus

Dieses Buch bietet eine systematische Analyse des abendländischen Antisemitismus unter einer psychoanalytischen Perspektive. Das Verbindende seiner verschiedenen Grundformen (christlicher Antijudaismus, rassistischer Antisemitismus, sekundärer Antisemitismus und islamistischer Antisemitismus) wird in der Abwehr von depressiver Schuld gesehen.

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Heilige Texte

Psychoanalyse und talmudisches Judentum

Ausgehend von der Traumdeutung und der Anmerkung Freuds, er behandle den Traum »wie einen heiligen Text«, skizziert Wolfgang Hegener in der vorliegenden Studie systematisch den Einfluss der Kultur und Tradition des rabbinisch-talmudischen Judentums auf Freuds Werk. Hegener stellt damit insbesondere heraus, welche grundlegende Bedeutung diesem vergessenen Erbe für die Methode des psychoanalytischen Verstehens zukommt.

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Unzustellbar

Psychoanalytische Studien zu Philosophie, Trieb und Kultur

Unzustellbar – gemeint sind unerhörte Botschaften, die nie ihren Adressaten erreicht haben und doch darauf warten, irgendwann einmal erhört, angenommen und in einem konstruktiven Prozess verwandelt zu werden. Ausgehend von diesem Gedanken untersucht der Autor Konzepte des Unbewussten, des (Todes-)Triebes und kulturelle Tradierungsprozesse.

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Das unmögliche Erbe

Antisemitismus – Judentum – Psychoanalyse

Das Buch versammelt Aufsätze von namhaften Kultur- und Literaturwissenschaftlern, Philosophen, Theologen und Psychoanalytikern, die aus unterschiedlichen Perspektiven den »traditionellen« Antisemitismus und modernen Antiisraelismus analysieren und der kontrovers diskutierten Frage nach der Bedeutung des Judentums für die Psychoanalyse nachgehen.

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Erinnern und Entdecken

Zur Aktualität Sigmund Freuds

Aus Anlass des 150. Geburtstages von Sigmund Freud fanden in Berlin zahlreiche Veranstaltungen statt. Die hier veröffentlichten Beiträge unterschiedlicher Disziplinen (Neuro-, Kultur-, Literaturwissenschaft, Philosophie und Psychiatrie) wollen an seine historische Leistung erinnern, aber auch das lebendige Potential der Psychoanalyse aufzeigen.

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Erlösung durch Vernichtung

Zur Psychoanalyse des christlichen Antisemitismus

Eine kenntnisreiche und gut lesbare Studie über die christlichen Wurzeln des europäischen Antisemitismus und die Religion des Nationalsozialismus.