Abschiedsvorlesung Prof. em. Dr. med. Jörg Frommer: Was ist Psychosomatische Medizin? Ein Ausblick
Psychosomatische Medizin gründet in einer Vielzahl von methodisch heterogenen miteinander um Priorität ringenden Perspektiven auf die Zusammenhänge zwischen biologischen und psychosozialen Aspekten von Krankheit. Mitunter schwer zu entwirrende Konstellationen, in denen sich Erkenntnis von unverrückbaren Fakten und gesetzesmäßigen Kausalitätsverhältnissen mit zwischenmenschlichen Versuchen von Verstehen und Verständigung kreuzen, charakterisieren hier das ärztliche Handeln, dessen Regelwerk oft im Hintergrund bleibt. Zur Konzeptualisung der Pragmatik psychosomatischer Diagnostik und psychotherapeutischer und psychoanalytischer Therapeutik wird die Orientierung an einem professionstheoretisch verstandenen Fallbegriff diskutiert, um dieser Komplexität von Motivationen und Rechtfertigungsgründen gerecht zu werden.
Prof. em. Dr. med. Jörg Frommer
Termin
19. Juni 2026
Veranstaltungsort
Universitätsmedizin Magdeburg 14 – 15 Uhr Haus 8 | Ebene 2 | Konferenzraum
Online-Teilnahme
Zoom ID: 669 8194 0828 Kenncode: 802627
Von Jörg Frommer im Psychosozial-Verlag
Gesundheitliche Langzeitfolgen von SED-Unrecht
Auch weit mehr als 30 Jahre nach dem Ende der DDR und der SED-Diktatur wirken die Folgen des erlittenen Unrechts in den Betroffenen, aber auch in der Gesellschaft nach. Insbesondere gesundheitliche Folgen haben langfristige Auswirkungen auf die Lebensqualität. Die Autor*innen betrachten neben der Stigmatisierung Betroffener in der Öffentlichkeit auch die Auswirkungen von Stress bei nicht-strafrechtlicher Repression, die Nachwirkungen des Leistungssportsystems der DDR oder die Folgen des größten Medizinskandals der DDR-Geschichte, der Hepatitis-C-verseuchten Anti-D-Prophylaxe.
Äußere und innere Realität
Nicht nur die äußere, »faktische«, sondern auch die innere Realität ist von großer Bedeutung für das Schicksal des Menschen. Unser auf das Innen bezogene Selbstbild steht in vielfältigen und komplexen Beziehungen zu unserem äußeren Weltbild. Die Beiträgerinnen und Beiträger widmen sich dem Spannungsfeld von innerer und äußerer Realität. Sie fragen insbesondere nach der Beziehung von Innen und Außen in der psychoanalytischen Behandlung
Den Körper erleben
Die AutorInnen behandeln theoretische Konzepte wie den Trieb und die Affekte, die Rolle des Ideal-Ichs sowie die Funktion der Symbolisierung und befassen sich mit Fragen bezüglich Depression und Traumata sowie Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen somatisierenden Patienten und Grenzfall-Patienten.
Schönheitsmedizin
Der optimierte Mensch ist in den westlichen Gesellschaften zum neuen Sozialcharakter avanciert.
Schönheitsmedizinische Behandlungen wie Botoxinjektionen oder kosmetische Operationen gehören inzwischen zum medizinischen Alltag. Die überwiegend praxisfern geführte Debatte ergänzen die BeiträgerInnen durch praxisrelevante Aspekte, die eine fundierte Diskussion des Lifestyle-Trends der ästhetischen Selbstoptimierung erst möglich machen.



