Symposium zu Ehren von Prof. Dr. Wolfgang Mertens
Wir laden herzlich ein zu einem Symposium zu Ehren von Prof. Dr. Wolfgang Mertens. Gemeinsam möchten wir auf ein beeindruckendes wissenschaftliches und klinisches Lebenswerk blicken – und zugleich den Dialog über die Zukunft der Psychoanalyse fortsetzen, den er über Jahrzehnte maßgeblich mitgestaltet hat. Im Mittelpunkt stehen eine eigene Arbeit zur Freudschen »Hexe Metapsychologie« sowie Beiträge von Kolleg*innen, Schüler*innen bzw. Wegbegleiter*innen, die allesamt zentrale Aspekte seines Denkens und seiner Arbeit aufgreifen: die Verbindung von Theorie und Praxis, das Verständnis der therapeutischen Beziehung, die Weiterentwicklung psychoanalytischer Konzepte im Wandel der Zeit sowie die Beforschung von analytischen Behandlungen. Neben diesen Impulsen wird Raum für persönliche Begegnung, Aus- tausch und Würdigung sein. Ein Tag des Dankes und der lebendigen Auseinandersetzung – mit und für Wolfgang Mertens.
Programm
10.00 – 10.15 Uhr Martin Czajka: Begrüßung, Natalia Erazo: Moderation
10.15 – 10.45 Uhr Andreas Hamburger: Laudatio
10.45 – 11.45 Uhr Wolfgang Mertens: Die zerzauste Hexe Metapsychologie
11.45 – 12.15 Uhr Pause
12.15 – 13.00 Uhr Timo Storck: Der wahre Psychoanalytiker?
13.00 – 13.45 Uhr Susanne Hörz-Sagstetter: Das Münchner Bindungs- und Wirkungsforschungsprojekt: Update und Ausblick
14.00 – 15.00 Uhr Festlicher Ausklang mit Sektempfang und kleinen Speisen
Termin
Samstag, 21. März 2026
Veranstaltungsort
Klinikum Rechts der Isar (Pavillon), TU München, Ismaninger Str. 22, 81675 München
Veranstalter
Akademie für Psychoanalyse und Psychotherapie,
Anmeldung und weitere Infos
www.psychoanalyse-muenchen.de
Von Wolfgang Mertens im Psychosozial-Verlag
Wahrheit
Psychoanalytische Wahrheit ist vielfältig: Bereits Freud räumte ein, dass eine Rekonstruktion der Vergangenheit oftmals nur eine Konstruktion darstellen kann, dessen Wahrheitswert anzuzweifeln ist. Seitdem hat die Auseinandersetzung um eine Vielfalt der Zugänge zur Wahrheit nicht aufgehört und zu Vorschlägen einer erkenntnistheoretischen Pluralität geführt, die der Band kritisch diskutiert.
Gesellschaftlich Unbewusstes
Psychoanalyse und Gesellschaft sind eng verbunden. Hier spielt vor allem das Verhältnis von Individuum und Gesellschaft eine entscheidende Rolle. Auch die methodischen Schwierigkeiten, individualpsychologische Konzepte auf soziale Prozesse zu beziehen, sind wichtiger Teil der Reflexionen. In dialogischer Form werden neue Perspektiven auf das gesellschaftlich Unbewusste im Individuum sichtbar.
Vorbewusstes
Die klinische Praxis der Psychoanalyse lebt in besonderem Maße von Prozessen, bei denen etwas vorbewusst bleibt. Diese Dimension verweist auf eine ungeahnte Kreativität mit entscheidenden Auswirkungen innerhalb und außerhalb des Praktischen. Der vorliegende Band eröffnet im Rahmen einer Debatte Perspektiven auf die praxisnahe Lebendigkeit einer zentralen Idee.
Psychoanalytische Kompetenz
»Kompetenzorientierung« ist zum zentralen Schlagwort innerhalb einer fächer- und bereichsübergreifenden Diskussion geworden. In seinem Hauptartikel diskutiert Herbert Will die Versuche, im Kontext einer psychoanalytischen Haltung diverse Kompetenzen zu identifizieren. Wichtige Vertreter*innen der klinischen Psychoanalyse, der empirischen Psychotherapieforschung und der kritischen Bildungsforschung reagieren auf seine Position, wodurch dialogisch neue und vertiefende Perspektiven entstehen.
Psychoanalytische Schulen im Gespräch über die Konzepte Jean Laplanches
Wolfgang Mertens stellt die von Laplanche formulierten neuen Grundlagen der Psychoanalyse auf anschauliche Weise dar und beleuchtet einige seiner wichtigsten Konzepte. In einer fiktiven Diskussion mit Vertreter*innen verschiedener psychoanalytischer Richtungen problematisiert er Laplanches Thesen und schlägt interdisziplinäre Brücken zwischen den divergierenden Ansätzen.
Regression
Die plural gewordene Psychoanalyse versucht sich zunehmend an einer kritischen Überprüfung und Neuausrichtung des Regressionskonzepts vor dem Hintergrund aktueller Theorien und Erfahrungen aus der Praxis – in diesem Band in Form einer sich dialogisch entfaltenden Debatte.
Psychoanalytische Schulen im Gespräch über die Konzepte Wilfred R. Bions
In fiktiven Dialogen mit VertreterInnen verschiedener psychoanalytischer Denktraditionen werden Bions Modelle und Hypothesen lebendig diskutiert. Zur Debatte stehen dabei unter anderem Konzepte wie Containing, Reverie, projektive Identifizierung und negative capability. Mertens verknüpft in seinem Buch Bions Ideen mit neuesten interdisziplinären Befunden, nimmt Konzeptvergleiche vor und trägt so zu einem fundierten Verständnis für Bions Werk bei.
Was Freud und Jung nicht zu hoffen wagten …
Tiefenpsychologische Theorie und Methodik stellen ein Korrektiv für die derzeitige Überschätzung kognitions- und neurowissenschaftlicher Forschungsergebnisse dar. Nicht das Gehirn fühlt, sondern der fühlende Mensch.







