31 Seiten, PDF-E-Book
Erschienen: Juni 2026
Bestell-Nr.: 42024
https://doi.org/10.30820/0938-183X-2026-32-23
Christian Wiesmann
Der gruppenanalytische Blick in der Pädagogik und Sozialen Arbeit (PDF)
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Dieser Artikel gibt einen Überblick über meine Dissertation zum spezifischen Erkenntnispotenzial des gruppenanalytischen Blicks für die Pädagogik (Wiesmann 2025). Auf der Grundlage von teilnehmenden Beobachtungen in einer Kita, deren gruppenanalytischer Auswertung und der hieran anknüpfenden Ableitung von Konsequenzen für pädagogisches Verstehen und Handeln ließ sich zum einen zeigen, wie der gruppenanalytische Blick eine soziale Kontextualisierung pädagogischer Phänomene und ein Verstehen der tiefen Vernetzung von Subjekt, Gruppe, Institution und Gesellschaft ermöglicht. Zum anderen konnten mit der gruppenanalytischen Methodik verborgene, affektive (Abwehr-)Prozesse im Gruppengeschehen erschlossen werden, die sich dem erzieherischen Bewusstsein entzogen und pädagogische Entwicklungsräume blockierten. Die Gruppenanalyse liefert damit einen gesellschaftskritischen, emanzipativen und tiefenpsychologisch-verstehenden Beitrag, der eine substanzielle Ergänzung zu der zunehmend etablierten »Metatheorie« der Pädagogik und Sozialen Arbeit – der Systemtheorie – bilden kann. Abgerundet wird der Artikel daher mit einigen Gedanken zum Austausch von Gruppenanalyse und Systemtheorie wie auch der gesellschaftspolitischen Relevanz der Gruppenanalyse angesichts gesellschaftlicher Spaltungsprozesse.
Abstract:
This article provides an overview of my dissertation on the specific cognitive potential of the group analytic perspective for pedagogy (Wiesmann 2025). Based on participant observations in a daycare center, their group analytic evaluation, and the subsequent derivation of consequences for pedagogical understanding and action, it was possible to demonstrate, on the one hand, how the group analytic perspective enables a social contextualization of pedagogical phenomena and an understanding of the deep interconnectedness of subject, group, institution, and society. On the other hand, the group analytic methodology made it possible to uncover hidden, affective, (defensive) processes in group interactions that eluded pedagogical awareness and blocked pedagogical development spaces. Group analysis thus provides a socially critical, emancipatory, and depth-psychologically insightful contribution that can form a substantial complement to the increasingly established »metatheory« of pedagogy and social work – systems theory. The article is therefore rounded off with some thoughts on the exchange between group analysis and systems theory as well as the socio-political relevance of group analysis in the face of social division processes.
Abstract:
This article provides an overview of my dissertation on the specific cognitive potential of the group analytic perspective for pedagogy (Wiesmann 2025). Based on participant observations in a daycare center, their group analytic evaluation, and the subsequent derivation of consequences for pedagogical understanding and action, it was possible to demonstrate, on the one hand, how the group analytic perspective enables a social contextualization of pedagogical phenomena and an understanding of the deep interconnectedness of subject, group, institution, and society. On the other hand, the group analytic methodology made it possible to uncover hidden, affective, (defensive) processes in group interactions that eluded pedagogical awareness and blocked pedagogical development spaces. Group analysis thus provides a socially critical, emancipatory, and depth-psychologically insightful contribution that can form a substantial complement to the increasingly established »metatheory« of pedagogy and social work – systems theory. The article is therefore rounded off with some thoughts on the exchange between group analysis and systems theory as well as the socio-political relevance of group analysis in the face of social division processes.
Marga Günther & Anke Kerschgens S. 7–22Editorial (PDF)
Christian WiesmannS. 23–53Der gruppenanalytische Blick in der Pädagogik und Sozialen Arbeit (PDF)
Hans Georg LehleS. 55–73»Können wir heute mal gleich spielen?!« - Freies Spiel und gruppenanalytische Haltung in der Gruppenanalyse mit Kindern (PDF)
Ein Beitrag für die PraxisBernhard RauhS. 75–93Stabilisierende Gruppenfantasien (PDF)
Reflexionen zu einer Fallbesprechung aus einem praktikumsbegleitenden SeminarUte SchaichS. 95–114Wann ist Gruppe hilfreich? (PDF)
Betrachtung von Fallvignetten aus der Sozialen Arbeit vor dem Hintergrund gruppenanalytischer WirkfaktorenBeatrice KustorS. 115–134Wie in der Zeit eingefroren (PDF)
Herausforderungen für pädagogische Teams in der Arbeit mit traumatisierten MenschenInge SchubertS. 135–158»Lieber einen bösen Vater als gar keinen Vater« - Vaterbilder in einer Klassengruppe präadoleszenter Schüler*innen (PDF)
Verständigungsprozesse in schulischen Peer-GruppenTilman SprondelS. 159–178Gruppenanalyse und Lebensweltorientierung (PDF)
Zwei Perspektiven auf JugendwohngruppenGudrun NagelS. 179–195Soziale Arbeit in Tagesgruppen auf der Basis der Psychoanalytischen Pädagogik und der Gruppenanalyse (PDF)
Angela Moré, Christine Morgenroth & Nele Reuleaux S. 199–231Gruppenprozesse zwischen regressiver Polarisierung und kreativer Auseinandersetzung (PDF)
Andreas GrellmannS. 233–236Rezension von: Katrin Stumptner (Hrsg.). (2022). Gruppenanalytisch arbeiten mit Kindern und Jugendlichen (PDF)
Angela Schmidt-BernhardtS. 236–239Rezension von: Anke Kerschgens & Inge Schubert (2025). Schulklassen verstehen (PDF)
Manfred GerspachS. 239–240Rezension von: Tillmann F. Kreuzer, Robert Langnickel, Noëlle Behringer & Pierre-Carl Link (Hrsg.). (2024). Psychoanalytische Pädagogik: Perspektiven auf das kindliche Spiel (PDF)
Alina Brehm & Manfred Gerspach S. 241–250Nachruf auf Rolf Haubl (PDF)
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Ein Beitrag für die PraxisBernhard RauhS. 75–93Stabilisierende Gruppenfantasien (PDF)
Reflexionen zu einer Fallbesprechung aus einem praktikumsbegleitenden SeminarUte SchaichS. 95–114Wann ist Gruppe hilfreich? (PDF)
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