19 Seiten, PDF-E-Book
Erschienen: Juni 2026
Bestell-Nr.: 42026
https://doi.org/10.30820/0938-183X-2026-32-75
Bernhard Rauh
Stabilisierende Gruppenfantasien (PDF)
Reflexionen zu einer Fallbesprechung aus einem praktikumsbegleitenden Seminar
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Im Beitrag wird eine Szene aus einer schulpraktischen Begleitveranstaltung mithilfe einer doppelten Gruppenperspektive tiefenhermeneutisch interpretiert. Die Gruppendynamik in der Praktikumsklasse und die Dynamik in der Gruppe der Studentinnen in der als Fallbesprechungsseminar angelegten praktikumsbegleitenden universitären Lehrveranstaltung werden in ihrer Interferenz rekonstruiert. Gemäß der entwickelten Lesart wird von den ausschließlich weiblichen Teilnehmerinnen der Fallbesprechung adoleszenten männlichen migrantischen Schülern Aggression projektiv zugeschrieben, die bei den Studierenden ein kollektives Selbstgefühl konstituieren und stabilisieren hilft. In dieser kollektiven Abwehrbewegung erlangt eine ethnosexistische Stereotypisierung als gemeinsame studentische Gruppenfantasie über Schüler als fremde Andere hohe Bedeutung. In die Rekonstruktion fließen Überlegungen zu wechselseitigen (Des-)Identifizierungen, den realen und fantasierten Machtverhältnissen und der Herstellung von Herrschaft mit ein.
Abstract:
This contribution uses a dual group perspective to interpret a scene from a school internship course from using deep hermeneutics. The group dynamics in the internship class and the dynamics in the group of female students in the university course organized as a case study course are reconstructed in terms of their interference. According to the developed interpretation, the entirely female participants in the case review projectively attribute aggression to the adolescent male migrant pupils, which helps to constitute and stabilise a collective self conception among the female interns. In this collective defensive movement, ethnosexist stereotyping as a shared student group fantasy about the pupils as foreign others takes on great significance. The reconstruction incorporates considerations on mutual (dis)identification, real and fantasised power relations and the establishment of dominance.
Abstract:
This contribution uses a dual group perspective to interpret a scene from a school internship course from using deep hermeneutics. The group dynamics in the internship class and the dynamics in the group of female students in the university course organized as a case study course are reconstructed in terms of their interference. According to the developed interpretation, the entirely female participants in the case review projectively attribute aggression to the adolescent male migrant pupils, which helps to constitute and stabilise a collective self conception among the female interns. In this collective defensive movement, ethnosexist stereotyping as a shared student group fantasy about the pupils as foreign others takes on great significance. The reconstruction incorporates considerations on mutual (dis)identification, real and fantasised power relations and the establishment of dominance.
Marga Günther & Anke Kerschgens S. 7–22Editorial (PDF)
Christian WiesmannS. 23–53Der gruppenanalytische Blick in der Pädagogik und Sozialen Arbeit (PDF)
Hans Georg LehleS. 55–73»Können wir heute mal gleich spielen?!« - Freies Spiel und gruppenanalytische Haltung in der Gruppenanalyse mit Kindern (PDF)
Ein Beitrag für die PraxisBernhard RauhS. 75–93Stabilisierende Gruppenfantasien (PDF)
Reflexionen zu einer Fallbesprechung aus einem praktikumsbegleitenden SeminarUte SchaichS. 95–114Wann ist Gruppe hilfreich? (PDF)
Betrachtung von Fallvignetten aus der Sozialen Arbeit vor dem Hintergrund gruppenanalytischer WirkfaktorenBeatrice KustorS. 115–134Wie in der Zeit eingefroren (PDF)
Herausforderungen für pädagogische Teams in der Arbeit mit traumatisierten MenschenInge SchubertS. 135–158»Lieber einen bösen Vater als gar keinen Vater« - Vaterbilder in einer Klassengruppe präadoleszenter Schüler*innen (PDF)
Verständigungsprozesse in schulischen Peer-GruppenTilman SprondelS. 159–178Gruppenanalyse und Lebensweltorientierung (PDF)
Zwei Perspektiven auf JugendwohngruppenGudrun NagelS. 179–195Soziale Arbeit in Tagesgruppen auf der Basis der Psychoanalytischen Pädagogik und der Gruppenanalyse (PDF)
Angela Moré, Christine Morgenroth & Nele Reuleaux S. 199–231Gruppenprozesse zwischen regressiver Polarisierung und kreativer Auseinandersetzung (PDF)
Andreas GrellmannS. 233–236Rezension von: Katrin Stumptner (Hrsg.). (2022). Gruppenanalytisch arbeiten mit Kindern und Jugendlichen (PDF)
Angela Schmidt-BernhardtS. 236–239Rezension von: Anke Kerschgens & Inge Schubert (2025). Schulklassen verstehen (PDF)
Manfred GerspachS. 239–240Rezension von: Tillmann F. Kreuzer, Robert Langnickel, Noëlle Behringer & Pierre-Carl Link (Hrsg.). (2024). Psychoanalytische Pädagogik: Perspektiven auf das kindliche Spiel (PDF)
Alina Brehm & Manfred Gerspach S. 241–250Nachruf auf Rolf Haubl (PDF)
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