Bettina Siebert-Blaesing

Geduld, Zeiterleben und Zeitpraktiken (PDF)

Professionelle Haltung in komplexen Veränderungsprozessen

Zeit wird in professionellen Kontexten häufig als knappe Ressource und als strukturierende Größe organisationalen Handelns thematisiert. Der vorliegende Beitrag richtet den Fokus auf das Erleben und die Gestaltung von Zeit in professionellen Veränderungsprozessen. Im Zentrum steht die Frage, inwiefern Geduld als professionelle Haltung verstanden werden kann, die den Umgang mit Unsicherheit, Ambivalenz und widersprüchlichen Zeitlogiken unterstützt. ... [ mehr ]

Ulrich Iberer & Robin Rox

Zu wenig Zeit für viele Aufgaben (PDF)

Zeitökonomie als Strategie von Schulleitung

Im schulischen Alltag bleibt zunehmend weniger Zeit. Beschleunigung, administrative Verdichtung und wachsende Ansprüche führen dazu, dass Lehrkräfte und Schulleitungen Zeit nicht nur als objektiven Faktor, sondern auch als subjektiv belastende Größe erleben. Der Beitrag geht der Frage nach, welche psychologischen Mechanismen dazu beitragen können, dass Zeit nicht nur als begrenzende Gegebenheit, sondern auch als aktiv gestaltbare Ressource in der ... [ mehr ]

Daniel Hofstetter & Annette Koechlin

Kooperation als Bearbeitung von Un-/Gleichzeitigkeit (PDF)

Zur zeitlichen Konstitution sonderpädagogischer Zuständigkeit

Der Beitrag leuchtet aus, inwiefern Kooperation im Unterricht über zeitliche Ordnungen beschrieben werden kann und wie unterschiedliche Modi von Zeitlichkeit (Chronos, Rhythmus) sonderpädagogische Zuständigkeit hervorbringen. Anhand des Stundenplans eines Sonderpädagogen sowie einer ethnografischen Unterrichtsbeobachtung an einer Grundschule wird herausgearbeitet, dass sich Kooperation als geteilte Ausrichtung an einer Gleichzeitigkeit verstehen lässt. ... [ mehr ]

Matthias Grein

Keine Zeit fürs Wesentliche? (PDF)

Zu Zeiterleben und Zeitpraktiken im schulischen Vorbereitungsdienst aus autoethnografischer Perspektive

Der deutsche schulische Vorbereitungsdienst ist zunehmend gut erforscht, Zeiterleben und Zeitpraktiken werden in unterschiedlichen Texten allerdings unterschiedlich diskutiert: Studien der Professionalisierungsforschung legen eine spezifische pädagogische Normativität an Zeitpraktiken und Entwicklungsverläufe an. In der Ratgeber-Literatur zum Vorbereitungsdienst zeigt sich dagegen eine normative Haltung, die weitgehend allgemein auf Berufseinstiege ... [ mehr ]

Elisabeth Pönisch

Temporale Ordnungen und Narrative extremer Gewalt (PDF)

Der vorliegende Beitrag analysiert Gewalt als zeitliches Phänomen und fragt danach, wie unter nationalsozialistischer Herrschaft spezifische Zeitregime in Judenhäusern und Konzentrationslagern Lebensbedingungen strukturierten und die Erfahrbarkeit von Gewalt prägten. Eine zentrale Annahme ist dabei, dass extreme Gewalt Zeit deformiert – sie blockiert Zukunft, zerstört biografische Kontinuität und eignet sich Zeithorizonte an, wodurch sie zu einem ... [ mehr ]

Janos Erkens

»Also, das war unterbewusst eigentlich schon immer da« (PDF)

Nachträglichkeit und Diskontinuitäten in jugendlichen trans Biografien

Der Beitrag untersucht, wie trans Jugendliche und junge Erwachsene ihre Lebensgeschichten vor dem Hintergrund diskursiver Verschiebungen im Feld von trans rekonstruieren. Ausgehend vom psychoanalytischen Konzept der Nachträglichkeit sowie Laplanches Verständnis von Geschlecht als nie final abgeschlossener Lösung »rätselhafter Botschaften« wird gefragt, wie Diskontinuitäten – Pubertät, inneres Coming-out, Transition – ... [ mehr ]

Mael Boenig

Neuformulierungen linearer Zeitlichkeit (PDF)

Eine Untersuchung von Zeitkonstruktionen am Beispiel einer trans_biografischen Erzählung

Viele trans und nichtbinäre Menschen teilen die Erfahrung, ihr eigenes Geschlechtsein sowohl in Relation zur vorherrschenden Geschlechterordnung als auch im Kontext der eigenen Biografie einordnen und begründen zu müssen. Um die eigene Lebensgeschichte erzählbar zu halten, ist es oft notwendig, auf bestimmte Erzählmuster zurückzugreifen, die wesentlich durch eine Verschränkung chronound cisnormativer Logiken geprägt sind. Am Beispiel eines ... [ mehr ]

Franz Erhard

Biografischer Stillstand (PDF)

Zur Zeiterfahrung von Armutsbetroffenen aus sozial-phänomenologischer Perspektive

Der Beitrag geht der Frage nach, wie sich bei Armutsbetroffenen die zeitliche Struktur subjektiver Erfahrung verändert. Auf Grundlage sozial-phänomenologischer und biografietheoretischer Ansätze wird gezeigt, dass Armut den Zerfall von überaus relevanten Strukturmustern der subjektiven Zeiterfahrung mit sich bringen kann. Anhand narrativer Fallanalysen wird verdeutlicht, dass Betroffene mitunter Schwierigkeiten haben, ihr Leben als fortschreitende Geschichte ... [ mehr ]

Patrick Leinhos

Verzeitlichung in Biographisierungspraktiken (PDF)

Zeiterleben, Zeitleben, Zeitbearbeitung und In-der-Zeit-Sein zwischen Norm und Praxis

Dieser Beitrag entfaltet ein praxeologisch-wissenssoziologisches Modell von Verzeitlichung als sozialer Praxis und Modus von Biographisierungsprozessen. Der Fokus liegt auf impliziten Wissensbeständen, die in handlungspraktischer Auseinandersetzung mit Normen, Erwartungen, Anrufungen und Rahmenbedingungen generiert werden und zugleich Handlungspraxis fundieren. Damit können sozial-gesellschaftliche Vorstellungen von Zeit, Zeitverwendung, Lebensverläufen und ... [ mehr ]

Ralph Sichler & Alexander Nicolai Wendt

Editorial (PDF)

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Journal für Psychologie 1/2026: Zeiterleben und Zeitpraktiken (PDF)

34. Jahrgang, Heft 1/2026

Die aktuelle Ausgabe des Journal für Psychologie widmet sich dem Thema »Zeiterleben und Zeitpraktiken«. Dabei steht Zeit nicht nur als messbare Größe, sondern auch als gelebte, erfahrene, verhandelte und umkämpfte Dimension menschlicher Existenz im Mittelpunkt. Die Ausgabe lädt dazu ein, Zeit als vielschichtiges Geflecht von Erfahrung, Praxis und gesellschaftlicher Ordnung neu zu denken.

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Journal für Psychologie 1/2026: Zeiterleben und Zeitpraktiken

34. Jahrgang, Heft 1/2026
27,94 €

Die aktuelle Ausgabe des Journal für Psychologie widmet sich dem Thema »Zeiterleben und Zeitpraktiken«. Dabei steht Zeit nicht nur als messbare Größe, sondern auch als gelebte, erfahrene, verhandelte und umkämpfte Dimension menschlicher Existenz im Mittelpunkt. Die Ausgabe lädt dazu ein, Zeit als vielschichtiges Geflecht von Erfahrung, Praxis und gesellschaftlicher Ordnung neu zu denken.

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Bertram von der Stein

Die Heftherausgeber im »Glashaus« (PDF)

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Elmar Stracke & Alexandra Wuttke

»Alter, was geht?« (PDF)

Ein Gespräch mit Elmar Stracke zu seinem Podcast über Altersbilder, Demografie und gesellschaftliche Perspektiven

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Sigrun Vehling, Charlotte Walbaum & Rebecca Philipp

Die Psychodynamik existenzieller Belastungen bei fortgeschrittener Krebserkrankung (PDF)

Medizinische Fortschritte haben zu einer längeren Lebenserwartung von Patient:innen mit fortgeschrittener Krebserkrankung geführt, sodass Betroffene zunehmend mit der existenziellen Spannung zwischen Hoffnung und Ungewissheit konfrontiert sind. Patient:innen erleben häufig existenzielle Ängste vor dem Tod, vor Autonomieverlust, vor dem Alleinsein und davor, eine Belastung für andere zu sein, welche unter dem Death-Anx-iety-Konzept zusammengefasst werden ... [ mehr ]

Christian Sell

Zwischen feindlicher Übernahme und Selbstreferenzialität (PDF)

Zur Anschlussfähigkeit psychodynamischer Psychotherapieforschung

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Bernd Klose

Unruhe im Ruhestand (PDF)

Psychodynamische Folgen der Beendigung psychotherapeutischer Berufstätigkeit

Geschildert und reflektiert werden einige Erfahrungen im Ruhestand nach jahrzehntelanger psychoanalytisch-psychotherapeutischer Tätigkeit, vor allem im Kontext gleichzeitiger Alternsdynamik. Im Zentrum der psychodynamischen Hypothesen stehen dabei Überlegungen zu Anforderungen an narzisstische und Identitätsregulation, Ergebnisse bilanzierender Rückschau sowie die Bedeutung aktuellen Beziehungserlebens.

Abstract:
This paper describes and reflects ... [ mehr ]

Bettina Gehle, Hartmut Kraft, Reinhard Lindner, Martin Lindt & Bertram von der Stein

»Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!« (Hesse) (PDF)

Persönliche Reflexionen zum Übergang in den Ruhestand

Für Tätige im medizinisch-psychosozialen Bereich stellt der Übergang in den Ruhestand eine komplexe biografische Zäsur dar, die weit über das Ende der Erwerbsarbeit hinausreicht. Die vorliegenden persönlichen Reflexionen von Psychotherapeut:innen, Ärzt:innen und Psychoanalytiker:innen beleuchten diesen Lebensabschnitt aus subjektiver Perspektive und machen dabei zentrale psychosoziale Dynamiken sichtbar. Thematisiert werden die Ambivalenzen ... [ mehr ]

Stefan Pohlmann

Hürden psychischer Gesundheit im Ruhestand (PDF)

Eine qualitative Studie zum subjektiven Erleben einer zentralen Lebensphase

Wie ältere Menschen ihren Ruhestand erleben und welche besonderen Risiken sie im Hinblick auf ihre psychische Gesundheit mit dieser Lebensphase verbinden, steht im Zentrum des vorliegenden Beitrags. Aus Sicht der betroffenen Altersgruppe werden nachfolgend drei als subjektiv bedeutsam eingestufte Kategorien vorgestellt und bezogen auf relevante Belastungen, Problemfelder und Herausforderungen erörtert. Abschließend wird schlaglichtartig auf mögliche Hilfen, ... [ mehr ]

Marie-Luise Hermann

Ruhestand bei Babyboomern (PDF)

Ausgemustert, unentbehrlich oder flexibel gebraucht?

Der Übergang in die nachberufliche Lebensphase stellt eine der einschneidendsten Erfahrungen des beginnenden Alters dar. Obwohl sie als besonders krisenanfällige Phase in der therapeutischen Praxis sichtbar wird, ist wissenschaftlich schwer erfassbar, wie Menschen die Entwicklungsanforderungen erleben und bewältigen. Die Generation der Babyboomer erlebt nach diskontinuierlichen Arbeitsbiografien nun eine Individualisierung dieses Übergangs von ... [ mehr ]

Andreas Kruse

Sorgekultur junger Älterer (PDF)

Anspruch und Wirklichkeit

Der Beitrag versteht das junge dritte Alter als eine Phase möglicher später Freiheit. Er geht von den psychologischen Konzepten der Übergangsphasen und Entwicklungsaufgaben aus. Der Austritt aus dem Beruf wird als eine Übergangsphase gedeutet, die eine hohe Entwicklungsdynamik aufweist. Diese Dynamik mündet im günstigen Fall in Ziele und Strategien, die auf das Motiv der Selbstund Weltgestaltung deuten. Die Weltgestaltung zeigt sich dabei in der ... [ mehr ]

Meinolf Peters

Übergang in den Ruhestand (PDF)

Ein Überblick

Der Übergang in den Ruhestand ist eine biografisch bedeutsame Transformationsphase, die lange Zeit als besonders herausfordernd und mit negativen Folgen verbunden betrachtet wurde. Heute zeichnet die empirische Forschung ein anderes Bild; für die Mehrheit der Betroffenen überwiegen die Gewinne die Verluste. Einbußen in Gesundheit und im Wohlbefinden sind kaum zu verzeichnen. Nur bei einem kleinen Teil kommt es zu kritischen Übergängen, wobei ... [ mehr ]

Bertram von der Stein & Reinhard Lindner

Editorial (PDF)

Zwischen Aufbruch und Abschied. Psychische Herausforderungen beim Übergang in den Ruhestand

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