21 Seiten, PDF-E-Book
Erschienen: Juni 2026
Bestell-Nr.: 34147
https://doi.org/10.30820/0942-2285-2026-1-92
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Elisabeth Pönisch
Temporale Ordnungen und Narrative extremer Gewalt (PDF)
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Der vorliegende Beitrag analysiert Gewalt als zeitliches Phänomen und fragt danach, wie unter nationalsozialistischer Herrschaft spezifische Zeitregime in Judenhäusern und Konzentrationslagern Lebensbedingungen strukturierten und die Erfahrbarkeit von Gewalt prägten. Eine zentrale Annahme ist dabei, dass extreme Gewalt Zeit deformiert – sie blockiert Zukunft, zerstört biografische Kontinuität und eignet sich Zeithorizonte an, wodurch sie zu einem Ausdruck von Herrschaft wird. Der Beitrag zeigt, wie Gewaltausübende über Tempo, Dauer und Rhythmus entschieden, während die Gewalterleidende in einer »Gewaltzeit« der Ohnmacht gefangen waren. Anhand von Tagebüchern, Briefen und Interviews werden drei Modi der Gewaltzeit rekonstruiert: die alltägliche Enteignung von Zeit, die Transformation der Zeitdimensionen (Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft) und die plötzliche Verdichtung von Gewalt in Krisenereignissen. Narrative fungieren dabei als zentrale Strukturelemente, die die erlittene Zeitordnung retrospektiv ordnen und deuten.
Abstract:
This paper examines violence as a temporal phenomenon and explores how specific regimes of time under Nazi rule structured living conditions in Judenhäuser and concentration camps and shaped the experience of violence. A central assumption is that extreme violence deforms time: it blocks the future, destroys biographical continuity, and appropriates temporal horizons, thereby becoming an expression of domination. The paper demonstrates how perpetrators controlled tempo, duration, and rhythms, while victims were trapped in a state of »violent time«, defined by powerlessness. Based on diaries, letters, and interviews, it reconstructs three modes of violent temporality: the everyday expropriation of time, the transformation of temporal dimensions (past, present, future), and the sudden compression of violence in moments of crisis. Narratives function as central structural elements that retrospectively organize and interpret the temporal order of suffering.
Abstract:
This paper examines violence as a temporal phenomenon and explores how specific regimes of time under Nazi rule structured living conditions in Judenhäuser and concentration camps and shaped the experience of violence. A central assumption is that extreme violence deforms time: it blocks the future, destroys biographical continuity, and appropriates temporal horizons, thereby becoming an expression of domination. The paper demonstrates how perpetrators controlled tempo, duration, and rhythms, while victims were trapped in a state of »violent time«, defined by powerlessness. Based on diaries, letters, and interviews, it reconstructs three modes of violent temporality: the everyday expropriation of time, the transformation of temporal dimensions (past, present, future), and the sudden compression of violence in moments of crisis. Narratives function as central structural elements that retrospectively organize and interpret the temporal order of suffering.
Ralph Sichler & Alexander Nicolai Wendt S. 3–10Editorial (PDF)
Patrick LeinhosS. 11–30Verzeitlichung in Biographisierungspraktiken (PDF)
Zeiterleben, Zeitleben, Zeitbearbeitung und In-der-Zeit-Sein zwischen Norm und PraxisFranz ErhardS. 31–50Biografischer Stillstand (PDF)
Zur Zeiterfahrung von Armutsbetroffenen aus sozial-phänomenologischer PerspektiveMael BoenigS. 51–69Neuformulierungen linearer Zeitlichkeit (PDF)
Eine Untersuchung von Zeitkonstruktionen am Beispiel einer trans_biografischen ErzählungJanos ErkensS. 70–91»Also, das war unterbewusst eigentlich schon immer da« (PDF)
Nachträglichkeit und Diskontinuitäten in jugendlichen trans BiografienElisabeth PönischS. 92–112Temporale Ordnungen und Narrative extremer Gewalt (PDF)
Matthias GreinS. 113–131Keine Zeit fürs Wesentliche? (PDF)
Zu Zeiterleben und Zeitpraktiken im schulischen Vorbereitungsdienst aus autoethnografischer PerspektiveDaniel Hofstetter & Annette Koechlin S. 132–151Kooperation als Bearbeitung von Un-/Gleichzeitigkeit (PDF)
Zur zeitlichen Konstitution sonderpädagogischer ZuständigkeitUlrich Iberer & Robin Rox S. 152–176Zu wenig Zeit für viele Aufgaben (PDF)
Zeitökonomie als Strategie von SchulleitungBettina Siebert-BlaesingS. 177–186Geduld, Zeiterleben und Zeitpraktiken (PDF)
Professionelle Haltung in komplexen VeränderungsprozessenKevin MaierS. 187–206Arrangierte Kontingenz (PDF)
Zur zeitlich-normativen Orientierung von Fridays for Future
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