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20 Seiten, PDF-E-Book
Erschienen: Juni 2026
Bestell-Nr.: 34144
https://doi.org/10.30820/0942-2285-2026-1-31
»Journal für Psychologie«
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Franz Erhard

Biografischer Stillstand (PDF)

Zur Zeiterfahrung von Armutsbetroffenen aus sozial-phänomenologischer Perspektive

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Der Beitrag geht der Frage nach, wie sich bei Armutsbetroffenen die zeitliche Struktur subjektiver Erfahrung verändert. Auf Grundlage sozial-phänomenologischer und biografietheoretischer Ansätze wird gezeigt, dass Armut den Zerfall von überaus relevanten Strukturmustern der subjektiven Zeiterfahrung mit sich bringen kann. Anhand narrativer Fallanalysen wird verdeutlicht, dass Betroffene mitunter Schwierigkeiten haben, ihr Leben als fortschreitende Geschichte zu verstehen und zu erzählen. Der Verlust biografischer Artikulationsfähigkeit führt zu einer Wahrnehmung von Stillstand des eigenen Lebens und verweist somit auf die Erosion biografischer Sinnbildung. Damit wird deutlich, dass Zeit und Biografie zentrale Vermittlungsformen zwischen sozialer Struktur und subjektiver Erfahrung darstellen. Methodologisch verbindet der Beitrag phänomenologische Zeitanalyse mit rekonstruktiver Biografieforschung und leistet so einen Beitrag zur Erforschung der Subjektivierung sozialer Ungleichheit.

Abstract:
The article explores how poverty transforms the temporal structure of subjective experience. Drawing on social phenomenology and biographical theory, it demonstrates that poverty can bring about the disintegration of highly significant structural patterns of subjective temporal experience. Narrative case analyses reveal that individuals affected by poverty struggle to understand and narrate their lives as progressive, coherent stories. The loss of biographical articulacy leads to a perception of stagnation in one’s own life and thus indicates an erosion of biographical meaning-making. This highlights that time and biography function as key mediating forms between social structure and subjective experience. Methodologically, the paper combines phenomenological time analysis with reconstructive biographical research, thereby contributing to the study of the subjectivation of social inequality.