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20 Seiten, PDF-E-Book
Erschienen: Juni 2026
Bestell-Nr.: 34149
https://doi.org/10.30820/0942-2285-2026-1-132
»Journal für Psychologie«
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Daniel Hofstetter & Annette Koechlin

Kooperation als Bearbeitung von Un-/Gleichzeitigkeit (PDF)

Zur zeitlichen Konstitution sonderpädagogischer Zuständigkeit

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Der Beitrag leuchtet aus, inwiefern Kooperation im Unterricht über zeitliche Ordnungen beschrieben werden kann und wie unterschiedliche Modi von Zeitlichkeit (Chronos, Rhythmus) sonderpädagogische Zuständigkeit hervorbringen. Anhand des Stundenplans eines Sonderpädagogen sowie einer ethnografischen Unterrichtsbeobachtung an einer Grundschule wird herausgearbeitet, dass sich Kooperation als geteilte Ausrichtung an einer Gleichzeitigkeit verstehen lässt. Indem über personelle Zuständigkeiten Eigenzeiten einzelner Schüler:innen berücksichtigt werden, erscheint Kooperation auch als Bearbeitung von Ungleichzeitigkeit. Mit Blick auf die sonderpädagogische Zuständigkeit zeigt sich Zeit als knapp bemessene und über Klassen hinweg zu verrechnende Größe, welche in der zeitlichen Kopplung an bestimmte Schüler:innen, Fächer und Klassen entsteht. Diese im Stundenplan festgelegten Kopplungen werden nicht als starre Vorgaben gedeutet, sondern im unterrichtlichen Vollzug fortlaufend aktualisiert und neu abgestimmt.

Abstract:
This paper explores the extent to which cooperation in classroom settings can be described in terms of temporal orders and how different modes of temporality (Chronos, Rhythmus) produce forms of special educational responsibility. Drawing on the timetable of a special education teacher as well as an ethnographic classroom observation in a primary school, cooperation is reconstructed as a shared orientation toward simultaneity. At the same time, by addressing individual responsibilities and attending to the specific temporalities of individual students, cooperation appears as the management of non-simultaneity. With regard to special educational responsibility, time emerges as a scarce resource to be allocated across different classes, constituted through temporal couplings with particular students, subjects, and classes. These couplings, as set out in the timetable, are not interpreted as fixed prescriptions but are continuously re-enacted and renegotiated in the course of classroom practice.