34148.jpg34148.jpg

19 Seiten, PDF-E-Book
Erschienen: Juni 2026
Bestell-Nr.: 34148
https://doi.org/10.30820/0942-2285-2026-1-113
»Journal für Psychologie«
abonnieren
Matthias Grein

Keine Zeit fürs Wesentliche? (PDF)

Zu Zeiterleben und Zeitpraktiken im schulischen Vorbereitungsdienst aus autoethnografischer Perspektive

Sofortdownload
Dies ist ein E-Book. Unsere E-Books sind mit einem personalisierten Wasserzeichen versehen,
jedoch frei von weiteren technischen Schutzmaßnahmen (»DRM«).
Erfahren Sie hier mehr zu den Datei-Formaten.

Der deutsche schulische Vorbereitungsdienst ist zunehmend gut erforscht, Zeiterleben und Zeitpraktiken werden in unterschiedlichen Texten allerdings unterschiedlich diskutiert: Studien der Professionalisierungsforschung legen eine spezifische pädagogische Normativität an Zeitpraktiken und Entwicklungsverläufe an. In der Ratgeber-Literatur zum Vorbereitungsdienst zeigt sich dagegen eine normative Haltung, die weitgehend allgemein auf Berufseinstiege übertragbar scheint. Eher deskriptiv argumentierende praxistheoretische Texte verweisen stärker auf die materiellen und nichtmateriellen Umstände der Ausbildung. Ausgehend von dieser Diskrepanz frage ich aus autoethnografischer Perspektive nach meinen eigenen zeitbezogenen Erfahrungen im Vorbereitungsdienst. Erfahrungen mit normbezogenen pädagogischen Herausforderungen stehen Erfahrungen mit nicht pädagogischen aber dennoch systematisch zu berücksichtigenden Herausforderungen der Ausbildung entgegen, die erstere im Alltag unterlaufen können. Dies führt zu einer metaphorischen Fassung des pädagogisch-psychologischen Konzepts von time on task für den Vorbereitungsdienst und dem Blick auf widersprüchliche Zeitregime in den verschiedenen Institutionen der Ausbildung.

Abstract:
German school teacher training is increasingly well researched, but experiences of time and time practices are conceptualized differently: Professionalization studies focus on pedagogical norms in time practices and development. Counseling literature offers very general yet normative pieces of advice fit for any new job. And more descriptively arguing, practice theory emphasizes the material and non-material conditions of teacher training. Therefore, I inquire my own experiences concerning time during teacher training from an autoethnographic perspective. Experiences of normative pedagogical challenges are complemented by experiences of non-pedagogical yet systematic challenges, undermining the pedagogical ones. This leads to a metaphorical conception of pedagogical psychology’s concept of time on task for teacher training and to a perspective on the contradicting time regimes in the institutions of teacher induction.