Edgar Weiß

Symbolischer Interaktionismus und Psychoanalyse

Psyche, 1988, 42(9), 795-830

Das Verhältnis von Symbolischem Interaktionismus und Psychoanalyse wird aus wissenschaftsgeschichtlicher Perspektive erörtert. Dabei werden insbesondere theoriegeschichtliche Gemeinsamkeiten und theoretische Defizite thematisiert, und es werden Möglichkeiten zur Beseitigung dieser Defizite durch eine Kombination von Symbolischem Interaktionismus und Psychoanalyse aufgezeigt. (c) Psyindex.de 2009 alle Rechte vorbehalten [ mehr ]

Arno von Blarer

Gewähren und Versagen in der Psychoanalyse eines phallisch-narzißtischen Homosexuellen

Psyche, 1988, 42(10), 849-872

In einem vor 30 Jahren verfassten Fallbericht wird die psychoanalytische Therapie eines etwa 30-jährigen Mannes mit phallisch-narzisstischer Charakterneurose und manifest homosexuellen Tendenzen beschrieben. Dabei wird insbesondere gezeigt, dass der Analytiker im Zuge der Gegenübertragung von Ängsten und Unsicherheiten befallen wird, die produktiv und progressiv in der Analyse eingesetzt werden können. Ein Abweichen von der Abstinenzregel wird in dem ... [ mehr ]

Rolf Vogt

Innere und äußere Realität in Psychoanalysen

Psyche, 1988, 42(8), 657-688

Ausgehend von Überlegungen zur inneren und äußeren Realität in Psychoanalysen wird untersucht, inwieweit die Berührung der Psychoanalyse mit moderner Gesellschaftstheorie und Ethnologie während der letzten drei Jahrzehnte Auswirkungen auf die psychoanalytische Behandlungstechnik hat. Dabei wird die These vertreten, dass Gesellschaftskritik nicht in den Deutungsprozess gehört, sondern in die voranalytische Reflexion des Therapeuten. Der ... [ mehr ]

Herbert Stein

Wien, Freud und die Psychoanalyse

Psyche, 1988, 42(1), 1-18

Der Einfluss der kulturellen Welt Wiens vor dem Ersten Weltkrieg auf die Entstehung der psychoanalytischen Theorie wird erörtert. Auf der Basis von geistes- und sozialgeschichtlichen Untersuchungen zu dieser Periode wird das Verhältnis von Mythos und Aufklärung neu bestimmt. (c) Psyindex.de 2009 alle Rechte vorbehalten [ mehr ]

Carlos Sopena

»Amadeus« - Einige Überlegungen zum Neid

Psyche, 1988, 42(2), 159-173

Vor dem Hintergrund psychoanalytischer Konzeptionen wird das Auftreten von Neid und Eifersucht bei Salieri, Mozarts Antagonisten in Milos Formans Film Amadeus , erörtert. Dabei wird unter anderem auf die Bedeutung des Narzissmus für die Neidentstehung eingegangen. (c) Psyindex.de 2009 alle Rechte vorbehalten [ mehr ]

Claudia Sies

Dehumanisierungsprozesse in der ödipalen Situation

Psyche, 1988, 42(10), 873-895

Die psychischen Folgen von künstlicher Befruchtung und extrakorporaler Zeugung werden aus psychoanalytischer Perspektive analysiert. Dabei wird insbesondere auf die daraus entstehenden veränderten Bedingungen der ödipalen Konfliktverarbeitung eingegangen. (c) Psyindex.de 2009 alle Rechte vorbehalten [ mehr ]

Cordelia Schmidt-Hellerau

Über das Rätsel der Weiblichkeit

Psyche, 1988, 42(4), 289-306

Ausgehend von Freuds Vorstellungen über weibliche Sexualität werden Thesen zur Entwicklung der weiblichen Sexualität abgeleitet. Dabei wird deutlich gemacht, dass sich bei der Frau im Unterschied zum Mann Überich und Ichideal in getrennten Identifikationsprozessen mit Mutter (Überich) und Vater (Ichideal) herausbilden. Aus dieser Differenz werden geschlechtstypische Verhaltensweisen erklärt. (c) Psyindex.de 2009 alle Rechte vorbehalten [ mehr ]

Alfred Schmidt

Schwierigkeiten einer philosophischen Freud-Rezeption

Psyche, 1988, 42(5), 392-405

Das in mehrfacher Hinsicht belastete Verhältnis der Philosophie zur Psychoanalyse wird erörtert. Zunächst wird festgestellt, dass dieses Verhältnis beiderseits dort produktiv wurde, wo Philosophie sich ihrer Identitätskrise stellte und in Freuds Lehre einen umgestalteten, fortentwickelten Bestandteil ihrer eigenen Tradition erblickte. Daran anschließend wird Horkheimers Interpretation der sachlichen Beziehung Freuds zur Willensmetaphysik ... [ mehr ]

Elisabeth Roudinesco

Rene Laforgue und Matthias Heinrich Göring

Psyche, 1988, 42(12), 1041-1080

Die Entwicklung der 1926 gegründeten und von Laforgue und Bonaparte geleiteten Société psychoanalytique de Paris (SPP) und die Bildung einer nationalistischen (Pichon, Allendy) und einer internationalistisch-orthodoxen (Saussure, Löwenstein) Tendenz im Rahmen dieser Organisation wird beschrieben. Die kompromisslos antifaschistische Haltung Bonapartes wird dem Schwanken Laforgues gegenübergestellt, das ihm den Ruf eintrug, Kollaborateur gewesen ... [ mehr ]

William G. Niederland

Die Philippsonsche Bibel und Freuds Faszination für die Archäologie

Psyche, 1988, 42(6), 465-470

Der Einfluss, den Freuds frühe Lektüre der Philippsonschen Bibel auf sein Interesse an Archäologie und Psychoanalyse hatte, wird aufgezeigt. (c) Psyindex.de 2009 alle Rechte vorbehalten [ mehr ]

Rafael Moses

Verleugnung bei nicht-psychotischen Erwachsenen

Psyche, 1988, 42(9), 753-768

Die funktionalen und dysfunktionalen Aspekte der Verleugnung bei nicht-psychotischen Erwachsenen werden aus psychoanalytischer Perspektive erörtert. Dabei wird deutlich, dass nicht-psychotische Verleugnung sich von psychotischer darin unterscheidet, dass sie die Realitätsprüfung nicht völlig außer Kraft setzt. Die schützende oder gefährdende Funktion der Verleugnung wird an verschiedenen Beispielen, etwa an der täglichen Bedrohung im ... [ mehr ]

Adolf-Ernst Meyer

Wie fanden Sie zu Freud? oder: Individuation-Separation von einem Gründervater

Psyche, 1988, 42(10), 904-914

Ausgehend von der These A. N. Whiteheads, eine Wissenschaft, die zögere, ihre Gründer zu vergessen, sei verloren, setzt sich der Autor, Mitglied der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung und Angehöriger der dritten Generation von Freud-Analysanden, mit den Implikationen der Freud-Verehrung auseinander. Als historische Gründe werden finanzielle Zwänge seiner Schüler, die Bildung des Geheimkomitees und Freuds zentrale Stellung angesichts ... [ mehr ]

Frank Matakas

Psychoanalyse in der Anstalt

Psyche, 1988, 42(2), 132-158

Möglichkeiten und Grenzen der Anwendung psychoanalytischer Erkenntnisse und Verfahren in psychiatrischen Anstalten werden erörtert. Goffmans These, dass die Anstalt als totale Institution die Identität der Insassen zerstöre, werden die therapeutischen Möglichkeiten entgegengehalten, die die Anstalt vor allem psychotischen und Borderline-Patienten bietet. Dabei wird deutlich, wie weit psychoanalytische Arbeitsweisen in diesem Rahmen anwendbar sind. ... [ mehr ]

Wolfram Lüders

Gleichschwebende Aufmerksamkeit

Psyche, 1988, 42(3), 216-220

Die Bedeutung der gleichschwebenden Aufmerksamkeit , mit der der Psychoanalytiker dem folgen soll, was sein Patient ihm mitteilt, wird erörtert. Dabei wird besonders darauf eingegangen, wie dieser Zustand näher zu qualifizieren ist und wie die psychoanalytische Theorie ihn beeinflusst. (c) Psyindex.de 2009 alle Rechte vorbehalten [ mehr ]

Alfred Lorenzer

Freud: Die Natürlichkeit des Menschen und die Sozialität der Natur

Psyche, 1988, 42(5), 426-438

Ausgehend von grundlegenden Prozessen im Rahmen der psychoanalytischen Therapie wird das Verhältnis von Natur und Gesellschaft aus psychoanalytischer Sicht erörtert. Im psychoanalytischen Verfahren korrespondiert dem freien Erzählen des Patienten die gleichschwebende Aufmerksamkeit des Therapeuten. Ziel ist die Aufdeckung unbewusster (vorsprachlich einsomatisierter) Erlebnisstrukturen - Strukturen eines in der Ontogenese hergestellten Unbewussten. Diese ... [ mehr ]

Joachim Küchenhoff

Die Gefahren der Charakterologie

Psyche, 1988, 42(12), 1129-1136

In kritischen Anmerkungen zu einem Artikel von Pambuccian (in Psyche 1987, 41 (10)) über einen Text von Canetti wird insbesondere die charakterologische Interpretation eines Romanhelden als Typus des nekrophilen Gelehrten kritisiert. Stattdessen werden zwei alternative Zugangsweisen vorgeschlagen, die stärker die zeitgeschichtliche Dimension in der Psychologie des Romans hervorheben: (1) In den Romanfiguren wird ein zunehmender Narzissmus des Subjekts im 20. ... [ mehr ]

Winfried Knörzer

Einige Anmerkungen zu Freuds Aufgabe der Verführungstheorie

Psyche, 1988, 42(2), 97-131

Die Gründe, die Freud zur Aufgabe der Verführungstheorie bewogen, werden erörtert. Die Verführung als spezifische Noxe der Neurosenätiologie verlor mit Freuds Entdeckung von Abwehr und Widerstand in der Übertragung und schließlich dem Ödipuskomplex an Bedeutung. Seine klinischen Forschungen entfernten Freud vom naturwissenschaftlichen Kausalitätsprinzip und führten ihn zu einer komplexen Theorie der Persönlichkeit ... [ mehr ]

Salomon Klaczko-Ryndziun

Eine Deutung der Freudschen Traumtheorie im Lichte der Computerwissenschaft

Psyche, 1988, 42(11), 981-996

Parallelen zwischen der von Freud entdeckten Traumarbeit und den Denk- und Operationsmustern, wie sie von der Sprach- und Computerwissenschaft konstruiert wurden, werden aufgezeigt und erörtert. Dabei werden folgende Aspekte angesprochen: (1) Transformationsgrammatik, Mustererkennung, semantische Datenbanken, (2) Handlungsgrammatik der Träume, (3) Animation von Simulationen in der Handlungsanalyse beim Roboter Engineering , (4) Spracherwerb durch Erlernen ... [ mehr ]

Judith S. Kestenberg

Der komplexe Charakter weiblicher Identität

Psyche, 1988, 42(4), 349-364

Ein Drei-Phasen-Konzept der Entwicklung der weiblichen Sexualität (mütterliche Phase, Phase des phallischen Leistungsstrebens und ödipale Phase) wird vorgestellt. Es wird die Ansicht vertreten, dass die Integration dieser drei Phasen im Erwachsenenalter eine Koexistenz bzw. ein Alternieren widersprüchlicher Eigenschaften ermöglicht. (c) Psyindex.de 2009 alle Rechte vorbehalten [ mehr ]

Jochen Kemper

Brief von Jochen Kemper an die Psychoanalytische Gesellschaft von Rio de Janeiro (SPRJ)

Psyche, 1988, 42(11), 1016-1020

In einem offenen Brief an die Psychoanalytische Gesellschaft von Rio de Janeiro werden kritische Anmerkungen zu mehreren Artikeln von Schneider und Füchtner (in Psyche 1984, 38 (7) und 1985, 39 (12)) über die Situation der Psychoanalyse in Brasilien gemacht. Dabei werden insbesondere das Verhältnis von Psychoanalyse und Politik und die Darstellung der Rolle von Werner und Katrin Kemper angesprochen. (c) Psyindex.de 2009 alle Rechte vorbehalten [ mehr ]

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