Psychoanalyse
psychosozial 186: Bürokratie als Erfahrung - Begegnungen zwischen Mensch und Institution im Blickfeld qualitativer Sozialforschung
Was macht Bürokratie mit Menschen? Sie kann Möglichkeiten eröffnen und verschließen, verunsichern und beschämen und sich tief in Biografien einschreiben. Und doch ist die Begegnung mit bürokratischen Institutionen in der psychologischen und psychosozialen Forschung bislang erstaunlich wenig untersucht. Das Schwerpunktheft nimmt diese Begegnungen in den Blick und fragt, wie Menschen behördliche Verfahren erleben, wie institutionelle Kategorien und Entscheidungen ihr Denken, Fühlen und Handeln prägen und wie sie institutioneller Bevormundung begegnen. [ mehr ]
Traum und Träumen in Psychoanalyse und Musik
Der Traum ist das Tor zur psychoanalytischen Wissenschaft und gleichzeitig künstlerischer Verwandlungsraum, in dem sich Unbewusstes, Körperempfindung, Bild, Klang und Sprache verschränken. Die Autor*innen erkunden diese Dynamik in der Durchdringung von Psychoanalyse und Musik. [ mehr ]
Irrationalitäten und Widersprüche
Die Beiträger*innen nutzen das emanzipatorisch-aufklärerische Potenzial der Psychoanalyse für die Exploration gegenwärtiger gesellschaftlicher Entwicklungen, etwa im Kontext von Flucht und Migration, antidemokratischer Bestrebungen, kapitalistischer (Tausch-)Ordnungen oder der Klimakrise. Sie plädieren für ein psychoanalytisches Verständnis sozialer Phänomene. Die Hinwendung zu unbewussten und dynamischen Prozessen erlaubt es, die Sinnhaftigkeit vermeintlicher Irrationalitäten und Widersprüche ergründen zu können. Daraus ergibt sich die Möglichkeit zur Gesellschaftskritik. [ mehr ]
Die transformierende Kraft der Kunst
In einer Verbindung von Rezeptionsanalyse und post-kleinianischen Interpretationen der Symbolisierungsfunktion würdigt Doreen Röseler die kritische, solidarische und dialektische Kraft von Kunst. Sie beleuchtet psychoanalytische Zugänge der Objektbeziehungstheorie verknüpft mit Dynamiken zeitgeschichtlicher, politischer und gesellschaftlicher Prozesse. [ mehr ]
Krisen in Organisationen, Organisationen in Krisen
Die Autor*innen untersuchen die impliziten spezifischen Anforderungen an Supervision und Organisationsberatung im Hinblick auf organisationale Krisen. Die Beiträge laden dazu ein, aus den beschriebenen Dynamiken heraus dokumentierte Handlungswege nachzuvollziehen und eigene zu entwickeln. [ mehr ]
Verfolgende Objekte
Paranoia ist Teil der Psychopathologie unseres Alltagslebens. Sie reicht von milden Ausprägungen bis zu schweren Erscheinungsformen. Sie lebt von der Macht der Projektion unerträglicher Selbstanteile auf äußere Objekte. Durch unvorhergesehene Krisen oder Phasen des sozialen Wandels kann es zu einem Anstieg paranoider Ängste und Fantasien kommen. Wenn eine solche Grundstimmung nicht eingefangen wird, können Projektionen eine hohe destruktive Kraft entfalten. Petra Holler widmet sich den ideengeschichtlichen Hintergründen der Begriffe Paranoia und Wahn, den entwicklungs- und sozialpsychologischen Zusammenhängen sowie klinischen und behandlungstechnischen Aspekten. [ mehr ]
Autorität in der Pädagogik neu denken
Stefan Dierbach unternimmt eine neue Einordnung des Faktors »Autorität« im Kontext pädagogischer Arbeit: Ist pädagogische Autorität etwas, was sich mithilfe von festgelegten Maßnahmen herstellen lässt? Oder ist jene vielmehr das Ergebnis einer freiwilligen und begründeten Zuschreibung vonseiten der Kinder und Jugendlichen? [ mehr ]
psychosozial 185: Verluste und ihre Verarbeitung - kulturwissenschaftliche, psychodynamische und philosophische Perspektiven
Verluste gibt es in einer nicht überschaubaren Mannigfaltigkeit und Heterogenität, von unwichtigen, leicht zu ersetzenden Dingen bis hin zum Tod geliebter Menschen. Ebenso gibt es Verluste, die weder als schmerzlich noch negativ erlebt werden, eher als eine Befreiung. Und gar nicht so selten bewerten wir einen Verlust im Nachhinein sogar als Chance. Oft spielt es eine Rolle, ob wir den Verlust selbst aktiv-handelnd verursachen, uns sukzessive darauf einstellen können oder uns ohnmächtig ausgeliefert fühlen. Diese Ausgabe versammelt ausgewählte Beispiele für Verlusterfahrungen, die einen Eindruck der Vielfalt und Verschiedenheit vermitteln. [ mehr ]
Jahrbuch der Psychoanalyse - Band 93
Die Beiträger*innen diskutieren die Begriffe Raum, Zeit und RaumZeit in unterschiedlichen Zusammenhängen, insbesondere mit Blick auf Autismus-Spektrum-Störungen oder im Zusammenhang mit dem psychoanalytischen Setting. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Werk Judith LeSoldats. [ mehr ]
Zeitgeschehen und Zeiterleben
Die Autor*innen zeigen in Band 21, wie innig Psychoanalyse mit der Zeit verbunden ist, sei es in der klinischen Praxis, in Versuchen, das aktuelle Zeitgeschehen zu verstehen, oder in der Betrachtung künstlerischer Arbeiten über die Zeit. Sie nehmen zentrale Themen unserer Zeit in den Blick, darunter die fortdauernde Wirkung rassistischer Prägungen und die Möglichkeit oder Unmöglichkeit eines psychoanalytischen Beitrags zum Verständnis des Gaza-Kriegs. [ mehr ]
Intuition und Kreativität in Pädagogik und Sozialer Arbeit
Die Aufgabenfelder von Pädagogik und Sozialer Arbeit erfordern oftmals, sich in schneller Folge in wechselnden Situationen zu Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen zu verhalten. Wohlabgewogene und gezielt gesteuerte Reaktionen sind im unübersichtlichen Alltag oftmals schwer möglich. Die Autor*innen untersuchen, wie wichtig Erfahrung, Kreativität und Intuition für professionelles Handeln sind. [ mehr ]
Psychoanalytische Familientherapie Nr. 52: Mentalisierungsbasierte Ansätze in der Arbeit mit Familien und Paaren
Das vorliegende Heft begreift sich einerseits als Würdigung der enorm traditionsreichen interdisziplinären Theoriebildung der psychoanalytisch orientierten Familientherapie. Indem es darüber hinaus aktuelle Mentalisierungsansätze für das psychodynamische Arbeiten mit Paaren und Familien vorstellt, entwickelt es zugleich eine Zukunftsperspektive: Psychoanalytische Paar- und Familientherapie stellt auf diese Weise einen unverändert wichtigen Bezugspunkt innerhalb der Versorgungslandschaft dar.
[ mehr ]
Sich vor unsäglichen Gefühlen schützen
Roland Voigtel versteht Sucht als ein unbewusstes Abwehrsystem gegen das Erleben unerträglicher Gefühle, die von den Betroffenen nur schwer in Worte gefasst werden können. Simon Scharfs Fragen fokussieren insbesondere die emotionale Beziehung zwischen Therapeut*in und Patient*in, führen Voigtel aber auch zu vertiefenden Überlegungen zum politischen Potenzial seines Suchtkonzepts sowie zum Selbstverständnis der aktuellen Psychoanalyse und ihrer geringen gesellschaftlichen Einmischungslust. [ mehr ]
Psychoanalytische Traumatologie - Das Trauma in der Familie
Traumatisierungen bilden oft den Kern schwerer Persönlichkeitsstörungen, denn sie hinterlassen Spuren in Form von Opfer- oder Täteridentitäten und eines traumatischen Introjekts. Matthias Hirsch zeigt, dass die psychoanalytische Therapie schwer traumatisierter Patient*innen ein sensibles Balancieren zwischen Halten und Grenzen-Setzen, Verstehen und Konfrontieren bis hin zum spielerischen Mitagieren erfordert. [ mehr ]
Der Augenblick - das unfassbare Ganze
Werner Pohlmann entfaltet eine Theorie des Psychischen, in der der Augenblick als Erfahrungsraum eine zentrale Rolle spielt. Im Moment des Erlebens zeigt sich das Ganze – und damit auch die ästhetische Struktur psychischer Prozesse. Pohlmanns Überlegungen richten sich an Psychoanalytiker*innen, die ästhetische, philosophische und klinische Dimensionen neu denken wollen. [ mehr ]
Sinnliches Erleben in der kindlichen Entwicklung
Die Beiträger*innen erschließen die Bedeutsamkeit des frühen sinnlich-körperlichen Erlebens für die psychische Entwicklung aus einer interdisziplinären Perspektive, die die Trennung von Psyche und Soma wieder zusammenführt. Dies geschieht auf phänomenologischer Ebene mit den Zugängen D.W. Winnicotts verknüpft und erarbeitet ein neues diagnostischen Verständnis. [ mehr ]
Psychoanalyse im Widerspruch Nr. 75: Psychoanalyse lehren & lernen
Dieses Heft bietet einen Einblick in die Aktualität des Lehrens und Lernens der Psychoanalyse in der Bundesrepublik Deutschland. Dabei kommen Lehrende und Lernende sowohl aus dem universitären Bereich wie auch aus Ausbildungsinstituten zu Wort und setzen sich u.a. mit unterschiedlichen Schwerpunkten der Supervision im Rahmen der praktischen Psychoanalyse-Ausbildung auseinander. Sie thematisieren aktuelle Haltungen, Überlegungen und Erfahrungen, die zu einer Weiterentwicklung beitragen. Zahlreiche Fallbeispiele aus der Praxis veranschaulichen ihre Arbeit. [ mehr ]
psychosozial 184: Das Asylregime und die Widerständigkeit des Subjekts
Der Fokus dieser Ausgabe liegt auf der Fragilität menschlicher Existenz, die Menschen andere Menschen ganz unterschiedlich spüren lassen. Die Beiträger*innen fragen nach dem Ankommen und Leben im »Exil«. Sie erkunden Facetten fragiler gesellschaftlicher Teilhabe von Menschen unter den Bedingungen des europäischen Asylregimes und analysieren ihre Möglichkeiten und Praktiken des Widerstands. Dabei nimmt das Medium Film eine besondere Stellung ein. Die Beiträge betreten das Feld von narrativer Visualität und visueller Narrativität in der Fluchtmigrationsforschung. Sie fordern auf, sich auf ein Thema einzulassen, das unbehaglich ist, das Menschen lieber auf Distanz halten möchten. [ mehr ]
Psychoanalytisch fundierte Traumapädagogik
Birgit Bucher diskutiert gleichermaßen wissenschaftstheoretisch wie anwendungsbezogen, inwiefern die in der traumapädagogischen Praxis als zentral geltenden Konzepte durch eine explizit psychoanalytische bzw. psychoanalytisch-pädagogische Fundierung an Gehalt und Tiefendimension gewinnen können. Praxisnah und anhand von Fallbeispielen skizziert die Autorin den Nutzen der Integration psychoanalytisch-pädagogischer Wissensbestände in die traumapädagogische Aus- und Weiterbildung. [ mehr ]
Mit Gruppen arbeiten
Schenkt man den vielschichtigen Dimensionen von Gruppenprozessen genügend Aufmerksamkeit, kann das Gruppengeschehen verstehbarer werden und Gruppenleitungen wie Teilnehmende werden handlungsfähiger. Die Autor*innen beleuchten theoretische und handlungsbezogene Aspekte sozialer Gruppenarbeit in verschiedenen Feldern von Pädagogik und Sozialer Arbeit. Sie befassen sich mit der dynamischen Qualität und dem Eigenleben von Gruppen sowie mit der Frage, wie diese für die Arbeit mit ihnen fruchtbar gemacht werden können. [ mehr ]