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29 Seiten, PDF-E-Book
Erschienen: März 2026
Bestell-Nr.: 40672
https://doi.org/10.30820/0075-2363-2026-1-13
»Jahrbuch der Psychoanalyse«
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Didier Houzel

»Psyche ist ausgedehnt«, Vorbedingung für eine Wissenschaft der Seele (PDF)

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Seit Descartes bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde die Seele als eine unausgedehnte Substanz betrachtet, die weder Ort noch Raum einnimmt. Diese Vorstellung verhinderte über zwei Jahrhunderte lang die Möglichkeit einer Wissenschaft des Seelischen. Dies änderte sich im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts, als der Philosoph Franz Brentano psychische Phänomene anhand ihrer Intentionalität definierte und feststellte, dass sie dank ihrer Reminiszenzen erforscht werden können. Freud war ein Schüler Brentanos. Sein Ziel war es, eine Wissenschaft der Psyche zu begründen. Zu diesem Zweck nutzte er Brentanos Konzepte der Intentionalität und Reminiszenz, erweiterte diese jedoch auf die unbewussten Funktionen des Seelischen. Der Autor entfaltet die Entwicklung des Begriffs des psychischen Raums in Freuds Werk sowie in den Arbeiten von Melanie Klein und Bion. Er veranschaulicht diesen Begriff anhand eines klinischen Falles eines erwachsenen Patienten, der es ihm ermöglicht, das Konzept der Nicht-Orientierbarkeit des psychischen Raums in bestimmten pathologischen Zuständen zu betonen.

Abstract:
Since Descartes until the second half of nineteenth century the mind has been thought as an unextended substance occupying, no place, no space. This notion prevented for more than two centuries the possibility of any science of mind. It has changed in the last quarter of the nineteenth century when the philosopher Franz Brentano defined the psychic phenomenons by their intentionality and noticed that they can be investigated thanks to their reminiscences. Freud was a student of Brentano. His ambition was clearly to found a science of mind. For this aim he used Brentano’s concepts of intentionality and reminiscence, but with an extension to the unconscious functioning of the mind. The author unfold the development of the notion of psychic space in Freud’s work, then in Melanie Klein’s and Bion’s work. He illustrates this notion with a clinical case of an adult patient that allows him to stress the concept of non-orientability of the psychic space in some pathological states.