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29 Seiten, PDF-E-Book
Erschienen: August 2026
Bestell-Nr.: 41044
https://doi.org/10.30820/9783837964547-115
Lesley Steyn

Zweifel bei der Beendigung von Analysen und das innere Elternpaar (PDF)

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Die Gegenübertragungsgefühle und Konflikte gegen Ende von Behandlungen zu beschreiben, fällt Analytiker*innen schwer. Die Literatur zur Beendigung konzentriert sich dementsprechend darauf, was geschehen sollte, statt auf das, was wirklich geschieht. Die inhärente Unvollständigkeit und unvermeidliche Frustration der Wünsche von Patient*innen und Analytiker*innen kann die einen und die anderen ins Chaos stürzen, gerade wenn ihr Bedürfnis nach Gewissheit und Abschluss am größten ist. Diese Arbeit stellt einen Fall vor, in dem der Patient und die Analytikerin immer wieder in Zweifel geraten, ob und wie die Analyse enden soll. Die Analytikerin kam auf den Gedanken, diese Zweifel unbewusst mit der Position des Patienten zu seinem inneren Elternpaar in Verbindung zu bringen. Während der Patient mit Gefühlen von Desintegration und Ausgeschlossen-Sein rang, durchlebte die Analytikerin Phasen eines theoretischen Chaos, die ihre Beziehung zu ihren analytischen Eltern widerspiegelten. Diese Phasen der Desintegration im Rahmen der Übertragung/Gegenübertragung verstand sie als wichtige Schritte im Entwicklungsprozess, die das analytische Paar weg von dem, was falsche depressive Kohärenz hätte werden können, hin zu einer wahrhaftigeren Begegnung brachte. Sie sieht die Fähigkeit des Patienten, das zu ertragen, als ein Zeichen, dass er für die Beendigung der Analyse bereit ist. Im Nachhinein scheint es ihr hilfreich, diese Erfahrung mit Brittons Konzept der post-depressiven paranoid-schizoiden Position, die Bions Weiterentwicklung der Kleinianischen Theorie mit Steiners Konzept der pathologischen Organisationen verbindet, zu beleuchten, wobei sie den Schwerpunkt stärker als Britton auf die Beschreibung der Auseinandersetzungen in der Gegenübertragung legt. Letztlich, schließt die Autorin, kann dem Patienten zu mehr Integration verholfen werden, wenn die Analytikerin in Teilen ertragen kann, dass es zu Desintegration kommt, bei der das innere Elternpaar immer wieder verloren und wiedergefunden werden muss.

Abstract:
Describing countertransference feelings and conflicts towards end of treatment is difficult for analysts and the literature on termination tends to focus on what should happen not what does. The inherent incompleteness and inevitable frustrations of patient’s and analyst’s wishes can throw both into confusion at the very point when the wish for certainty and completion is heightened. This paper describes a case where patient and analyst repeatedly felt thrown into doubt about whether and how analysis should end. The analyst came to think that, unconsciously, the doubts related to the patient’s position with the internal parental couple. As the patient struggled with feelings of disintegration and exclusion the analyst experienced periods of theoretical confusion, which stood for her relationship with her analytic parents. The analyst came to see these periods of disintegration, situated within the transference-countertransference field, as crucial to the developmental process, pushing the analytic couple away from what could have become false depressive coherence towards more truthful encounters. She views the patient’s capacity to bear this as a sign of readiness for termination. Retrospectively she finds helpful light can be thrown on this experience by Britton’s concept of post-depressive paranoid-schizoid position, synthesizing Bion’s extension of Kleinian theory and Steiner’s concept of pathological organisations, but she places more emphasis than Britton does on describing the countertransference struggle. Ultimately, the author argues, the patient can be helped to achieve fuller integration if the analyst can tolerate some disintegration, repeatedly losing and regaining an internal parental couple.