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30 Seiten, PDF-E-Book
Erschienen: August 2026
Bestell-Nr.: 41046
https://doi.org/10.30820/9783837964547-161
Alejandra Perez

»Welches Baby?« (PDF)

Kreative Verleugnung in zweiten Schwangerschaften - eine schützende Parallelwelt

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Schwangerschaft und frühe Mutterschaft sind Phasen hoher psychischer Anforderungen, nicht zuletzt aufgrund der vielfältigen körperlichen Veränderungen, denen Frauen in dieser Zeit ausgesetzt sind. Die Erfahrungen von Frauen können dabei stark variieren und werden unter anderem durch ihre frühe Kindheit, ihre inneren Objekte, aktuelle Beziehungen und ihr Umfeld sowie durch ihren körperlichen Zustand beeinflusst. Dieser Beitrag untersucht die Erfahrungen von drei Frauen, die vor Beginn einer Analyse in ihren ersten Schwangerschaften oder in der postpartalen Phase unter extremen und langanhaltenden körperlichen Beschwerden gelitten hatten. Die Beschwerden hatten zu klaustrophobischer Panik und Gefühlen der Desintegration geführt. Alle drei Frauen bekamen nach Beginn der Analyse ein weiteres Kind. Jede der Mütter steuerte durch ihre zweite Schwangerschaft in einem Zustand eines komplexen Prozesses der Verleugnung des ungeborenen Kindes. Ich habe diesen Zustand als kreative Verleugnung bezeichnet, da er einen Zwischenbereich/einen intermediären Raum schuf, der sowohl die Frauen selbst als auch ihre ungeborenen Kinder vor den als gewaltsam erlebten erschütternden körperlichen Erfahrungen, den primitiven Ängsten und dem Hass schützte, die sie empfanden, und zugleich einen Raum eröffnete, in dem positive wie negative leidenschaftlichere Gefühle entstehen, sich entfalten und Gestalt annehmen konnten. Die analytische Arbeit bestand in allen drei Fällen darin, den somatischen Erfahrungen der Mütter Bedeutung zu verleihen und dadurch ihre intensiven feindseligen und primitiven unbewussten Phantasien zu halten und zu containen sowie gleichzeitig Raum dafür zu schaffen, dass das psychische beziehungsweise imaginierte Kind geboren und gehalten werden konnte.

Abstract:
Pregnancy and early motherhood are periods of great psychic demands, in part, due to the various physical changes the mother faces. Women may have a wide range of experiences during this time due to various factors: their early childhood, internal objects, current relationships and environment, as well as their physical state. This paper will explore the experiences of three women, who before starting analysis, had suffered extreme and prolonged physical difficulties in their first pregnancies or postpartum periods, which gave rise to claustrophobic panic and feelings of disintegration. Once in analysis, the three women each went on to have a second baby. Each mother navigated her second pregnancy through a complex process of disavowal of her unborn baby, which I have termed ›creative disavowal‹ as it allowed an intermediate area which protected them and their baby from the violent bodily experiences, primitive anxieties, and hatred that they felt, as well as opened space for more passionate feelings to unfold and take shape. The analytic work in each case involved giving meaning to the mother’s somatic experiences, and containing her intense hostile and primitive unconscious phantasies, whilst also creating space for the psychological or imagined baby to be born and held.