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10 Seiten, PDF-E-Book
Erschienen: April 2026
Bestell-Nr.: 36592
https://doi.org/10.30820/2752-2121-2026-1-91
»Trauma – Kultur – Gesellschaft«
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Daniel Zecharia

Never again! - für wen? (PDF)

Satire als Diskursarena sozialen Traumas im israelisch-palästinensischen Konflikt

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Der vorliegende Werkstattbericht stellt ein laufendes Promotionsprojekt vor, das die Verschränkung von Erinnerung an die Shoah und den israelisch-palästinensischen Konflikt im Lichte sozialer Traumatisierung untersucht, um Verwebungen von individuellen, transgenerationalen und gesellschaftlichen Dimensionen von Gewalt und deren Bearbeitung sichtbar zu machen. Ausgangspunkt ist die Erfahrung des 7. Oktobers 2023 als Zäsur für israelisch-jüdische Selbstverständnisse. Empirische Grundlage bildet die satirische Fernsehserie The Jews are coming, die historische und gegenwärtige Ereignisse ironisch bricht und dominante Narrative infrage stellt. Mittels Thematischer Analyse werden wiederkehrende Muster herausgearbeitet, die zeigen, wie Vergangenheit und Gegenwart, Opferund Täterrollen, Wissen und Verdrängung ineinander verschränkt sind. Erste Befunde deuten auf Spannungen zwischen moralischer Verantwortung und politischer Abwehr, auf affektive Brüche in der Wahrnehmung palästinensischer Erfahrungen und auf Praktiken des Schweigens und der Delegitimierung hin. Das Projekt soll dazu beitragen, einen gesellschaftspolitischen Reflexionsraum über Verantwortung, Anerkennung und Möglichkeiten sozialen Wandels zu eröffnen.

Abstract:
This work-in-progress report presents an ongoing doctoral project that examines how memories of the Shoah intersect with the Israeli-Palestinian conflict when viewed through the lens of social trauma. The project traces entanglements between individual, transgenerational, and societal dimensions of violence and their modes of processing. Its point of departure is the experience of 7th October 2023 as a rupture in Israeli-Jewish self-understandings. The empirical basis is the satirical television series The Jews are coming, which juxtaposes historical and contemporary events in ironic ways and challenges dominant national narratives. Using thematic analysis, the study identifies recurring patterns that reveal how past and present, victimhood and perpetration, knowledge and denial are interwoven. Initial findings indicate tensions between moral responsibility and political defensiveness, affective disruptions in the perception of Palestinian experiences, and practices of silencing and delegitimization. The project aims to contribute to a broader socio-political space of reflection on responsibility, recognition, and the possibilities of social transformation.