Doreen Zeymer-von Metnitz

Zum Antisemitismus in Deutschland unter der Aktualität des 7. Oktobers 2023 (PDF)

Ein Werkstattbericht

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Der Werkstattbericht analysiert gegenwärtige Erscheinungsformen von Antisemitismus in Deutschland unter dem Eindruck der Ereignisse des 7. Oktobers 2023. Die gesellschaftlichen und politischen Reaktionen auf das Massaker der Hamas in Israel offenbaren eine affektive Aufladung, projektive Umdeutungen sowie das weitgehende Ausbleiben solidarischer Resonanz gegenüber jüdischem Leid in Deutschland. Anhand erster empirischer Beobachtungen aus einem qualitativ-empirischen Dissertationsprojekt werden wiederkehrende diskursive Muster, Abwehrhaltungen und affektive Dynamiken in Bezug auf den 7. Oktober rekonstruiert. Das Forschungsprojekt verfolgt das Ziel, subjektive Deutungsmuster, unbewusste Affekte und Tradierungen antisemitischer Weltbilder durch biografisch-narrative Interviews und tiefenhermeneutische Analysen herauszuarbeiten. Zugleich reflektiert der Bericht forschungsethische Spannungsfelder und plädiert für eine antisemitismuskritische Forschungspraxis, die sich ihrer eigenen affektiven Involviertheit und gesellschaftlichen Verantwortung bewusst ist.

Abstract:
This research report analyzes contemporary manifestations of antisemitism in Germany in the wake of the events of 7th October 2023. The societal and political responses to the Hamas massacre in Israel reveal heightened affective tensions, projective reinterpretations, and a striking lack of solidarity with Jewish suffering in Germany. Based on initial empirical observations from an ongoing qualitative dissertation project, recurring discursive patterns, defense mechanisms, and affective dynamics surrounding 7th October are reconstructed. The research aims to uncover subjective interpretive frameworks, unconscious affects, and the transmission of antisemitic worldviews through biographical-narrative interviews and deep hermeneutic analysis. At the same time, the report reflects on ethical tensions inherent in the research process and advocates for an antisemitism-critical research practice – one that is conscious of its own affective involvement and social responsibility.