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12 Seiten, PDF-E-Book
Erschienen: April 2026
Bestell-Nr.: 36588
https://doi.org/10.30820/2752-2121-2026-1-29
»Trauma – Kultur – Gesellschaft«
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Phil C. Langer & Aisha-Nusrat Ahmad

Soziales Trauma und die Arbeit an den Wunden (PDF)

Collaborative storytelling mit ehemaligen Kindersoldaten des Islamischen Staates im Nordirak

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Im Beitrag untersuchen wir die psychosozialen Erfahrungen ehemaliger Kindersoldaten des sogenannten Islamischen Staates (IS) im Nordirak und fragen, wie sich ihre traumatischen Erfahrungen von Gewalt in Erzählungen und Zeichnungen niederschlagen. Auf der Grundlage partizipativer Feldforschung und des von uns entwickelten Verfahrens des collaborative storytelling werden kollektive Narrative jesidischer und arabisch-sunnitischer Jungen analysiert. Die Ergebnisse zeigen, wie die Kinder in gemeinsamen Erzählprozessen Deutungsräume eröffnen, in denen Fremdzuschreibung, Selbstdeutung und das Ringen um Anerkennung ineinandergreifen. Im Anschluss an das Paradigma des sozialen Traumas wird Reintegration nicht als Rückkehr in eine ›Normalität‹ verstanden, sondern als Arbeit an den Wunden des Sozialen. Der Beitrag verbindet empirische Analyse, methodische Innovation und eine ethisch-reflexive Haltung, die Fragen von Zeugenschaft in den Mittelpunkt stellt.

Abstract:
This article examines the psychosocial experiences of former child soldiers of the so-called Islamic State (IS) in northern Iraq and explores how their traumatic experiences of violence are reflected in their stories and drawings. Based on participatory field research and the collaborative method we developed – collaborative storytelling – we analyze collective narratives of Yazidi and Arab-Sunni boys. The findings show how, in shared storytelling processes, the children open up spaces of meaning in which external ascriptions, self-interpretations, and struggles for recognition intersect. Drawing on the paradigm of social trauma, reintegration is understood not as a return to ›normality‹ but as ongoing work on the wounds of the social fabric. The article combines empirical analysis, methodological innovation, and an ethically reflexive approach that places questions of witnessing at its core.