Documents at the border (PDF)
Dokumente und ihre Produktion spielen eine zentrale Rolle in lokalen Grenzregimen. Während Studien bis jetzt spezifische Dokumente sowie ihre Produktion und Benutzung in einzelnen Institutionen untersucht haben, bleiben die Effekte der vernetzten Produktion und Einbettung von Dokumenten in lokale Machtverhältnisse und multiple Kontexte untererforscht. Der vorliegende Artikel bearbeitet diese Forschungslücke am Beispiel des ehemaligen Hot-Spot-Centers Moria auf ... [ mehr ]
Plädoyer für eine kulturpsychologisch informierte Bürokratieund Verwaltungsforschung1 (PDF)
Der Beitrag plädiert für eine kulturpsychologisch und psychosozial informierte Bürokratieforschung, die subjektive Erfahrungen und psychische Dimensionen von Verwaltungsprozessen systematisch berücksichtigt. Ausgehend davon, dass klassische Verwaltungswissenschaften Bürokratie primär organisational betrachten und individuelle Erlebenswelten sowie Machtverhältnisse vernachlässigen, wird eine Forschungsagenda skizziert, die Bürokratie ... [ mehr ]
Editorial (PDF)
psychosozial 186: Bürokratie als Erfahrung - Begegnungen zwischen Mensch und Institution im Blickfeld qualitativer Sozialforschung (PDF)
Was macht Bürokratie mit Menschen? Sie kann Möglichkeiten eröffnen und verschließen, verunsichern und beschämen und sich tief in Biografien einschreiben. Und doch ist die Begegnung mit bürokratischen Institutionen in der psychologischen und psychosozialen Forschung bislang erstaunlich wenig untersucht. Das Schwerpunktheft nimmt diese Begegnungen in den Blick und fragt, wie Menschen behördliche Verfahren erleben, wie institutionelle Kategorien und Entscheidungen ihr Denken, Fühlen und Handeln prägen und wie sie institutioneller Bevormundung begegnen. [ mehr ]
»Das ist voll unfair!« (PDF)
Die Autorin untersucht das Potenzial gruppenanalytischer Supervisionsformate als Instrument zur Förderung von Entwicklungsprozessen in schulischen Lernräumen. Ausgehend von der Beobachtung, dass Schule als gesellschaftlicher Mikrokosmos aktuelle, soziale, kulturelle und identitätsbezogene Konfliktlagen widerspiegelt, argumentiert sie, dass schulische Störungen nicht primär als disziplinarische Probleme, sondern als Ausdruck unbewältigter ... [ mehr ]
Also sprach Foulkes (PDF)
Über Sinn und Bedeutung des vierten Teils von Nietzsches Also sprach Zarathustra existieren in der Forschung die unterschiedlichsten Einschätzungen und Hypothesen. Als »Handlung« stoßen nacheinander ein »Wahrsager«, zwei »Könige«, ein »Gewissenhafter des Geistes«, ein »Zauberer«, ein »alter Papst«, ein »hässlichster Mensch«, ein »freiwilliger Bettler« und ein ... [ mehr ]
Von der analytischen Gruppe träumen: »Die fehlende Stufe« (PDF)
In dem Artikel wird die Anfangsphase einer analytischen Gruppe anhand ausgewählter Träume der Teilnehmer:innen und des Leiters vorgestellt. Während die Träume der Teilnehmer:innen für die Kommunikation innerhalb der Gruppe genutzt wurden, waren die Träume des Leiters nur diesem selbst bekannt. Ihre Beachtung und Deutung dient dazu, den Prozess besser zu verstehen. In Intervision werden besonders Rückschlüsse auf die Befindlichkeit der ... [ mehr ]
Psychotherapie im Zeitalter der Sprachmodelle (PDF)
André Kerber und Johannes Wrege untersuchen im gemeinsamen Gespräch die Anwendung Künstlicher Intelligenz (KI) im psychotherapeutischen Arbeitsfeld, insbesondere den Einsatz von Large Language Models zur Auswertung klinischer Interviews, Therapie-Transkripte und psychotherapeutischer Prozesse. Kerber beschreibt Forschungsprojekte, in denen strukturierte Interviews zum Funktionsniveau der Persönlichkeit sowie psychotherapeutische Transkripte mithilfe ... [ mehr ]
Künstliche Intelligenz als Drittes im Gruppenfeld - und ihre Grenze (PDF)
Der Autor untersucht Künstliche Intelligenz (KI) aus gruppenanalytischer Perspektive als ein »Drittes« im Gruppenfeld. Ausgehend von aktuellen Befunden, wonach KI-generierte Antworten in textbasierten Interaktionen häufig als empathisch, verständnisvoll oder therapeutisch plausibel erlebt werden, wird die Beziehung zu KI nicht primär technisch, sondern beziehungsdynamisch verstanden. Der Prompt erscheint dabei als Beziehungsanweisung: Er definiert ... [ mehr ]
Kommentar zum Beitrag von Dietmar Dietrich und Lars Dietrich (PDF)
Der Autor würdigt mit seinem Kommentar die Originalität des Beitrags von Dietrich und Dietrich. Er hebt den Mut der Integrationsambition dieses theoretischen Aufschlags zur Simulierung des sogenannten SiMA-Modells des Ψ-Organs (der computergestützten Modellierung von Gruppenanalysenprozessen) hervor und arbeitet darüber hinaus einige der konzeptuellen Herausforderungen und sich daraus ergebenden Fragen heraus, die aus Sicht des Kommentierenden noch ... [ mehr ]
Vom kollektiven und Gruppen-Unbewussten nach Jung und Foulkes zu einer KI-Gruppentheorie (PDF)
Das in SiMA simulierte Ψ-Organ ist ein hochkomplexes Modell auf der Basis des Wissens der heutigen Psychoanalyse. Aus diesem Grund steht einer Simulation kollektiver und gruppen-unbewusster ebenso wie individueller Informationen nichts im Wege, sofern individuelle Lebenshistorien und Charaktereigenschaften entsprechend implementiert und verschiedene Kollektive von Agenten bereitgestellt werden. Man muss sich nur über die Kosten der Entwicklung im Klaren sein, wobei hier ... [ mehr ]
Die Verschiebung (PDF)
Der Autor untersucht anhand der Fallvignette »Die Verschiebung«, wie KI-Systeme als simuliertes ordnendes Drittes zur Reflexion, Strukturierung und Vorbereitung gruppenanalytischer Supervision genutzt werden können. Ausgangspunkt ist eine analytische Therapiegruppe, in der mit dem Eintritt einer neuen Person eine gruppendynamische Irritation entsteht. Die Spannung verdichtet sich entlang der Differenz von Identität, Sprache, Anschlussfähigkeit und ... [ mehr ]
Editorial (PDF)
gruppenanalyse 2/2026: Künstliche Intelligenz und Gruppenanalyse (PDF)
Die Autor:innen in diesem Heft fragen danach, was Künstliche Intelligenz für die Gruppenanalyse bedeutet: Kann KI Gruppenprozesse simulieren und damit zu einem Instrument der Selbstreflexion und Supervision werden? Lässt sich vom kollektiven und Gruppen-Unbewussten ausgehend eine Theorie künstlicher Gruppen entwickeln? Was geschieht, wenn KI als »Drittes« in das Gruppenfeld eintritt? Und wie verändert sie Psychotherapie, Beziehung und unser Verständnis von menschlicher und künstlicher Resonanz? [ mehr ]
La selva de México (PDF)
Dieser Beitrag untersucht auf der Grundlage qualitativer Interviews mit 25 migrantischen Frauen in Honduras, wie Frauen nach dem Durchqueren des Darién Gap die Fortsetzung ihrer Migration trotz erwarteter weiterer Gewalt deuten und begründen. Im Zentrum steht die Formulierung la selva de México, mit der Mexiko in den Erzählungen der Frauen nicht als tatsächlicher Dschungel, sondern als Fortsetzung des Darién Gap unter anderen Bedingungen ... [ mehr ]
Destruktive Gruppen als soziales Nahfeld (PDF)
Der Beitrag beleuchtet destruktive Gruppen als spezifische Konstellationen zwischenmenschlicher Gewalt im sozialen Nahfeld. Im Mittelpunkt stehen die Bedingungen, unter denen Gruppen jenseits ideologischer Zuschreibungen als destruktiv beschrieben werden können. Analysiert werden psychische und personale Gewaltformen sowie deren Verknüpfung mit Machtasymmetrien, normativen Überhöhungen und sprachlich vermittelter Kontrolle. Der Artikel führt Erkenntnisse ... [ mehr ]
Traumabindung in Gewaltbeziehungen (PDF)
Traumabindung stellt eine erhebliche Herausforderung für Betroffene und Helfersysteme dar und wurde in Forschung und Versorgung bislang nur unzureichend adressiert. Der Begriff beschreibt eine intensive emotionale Bindung an eine gewaltausübende Person, die unter Bedingungen von Gewalt, Zwang, Kontrolle und eingeschränkter Autonomie entsteht. Dieser Beitrag bündelt zentrale Ansätze der Literatur und fokussiert insbesondere auf das Konzept der ... [ mehr ]
Menschenhandel zur sexuellen Ausbeutung (PDF)
Menschenhandel zur sexuellen Ausbeutung ist eine schwere Menschenrechtsverletzung, von der weltweit oft Frauen und Mädchen betroffen sind. Der vorliegende Beitrag skizziert die Versorgungssituation in Deutschland nach Einführung des neuen Sozialen Entschädigungsrechts (SER) in Traumaambulanzen. Hierzu werden Studienergebnisse zu möglichen psychischen Folgen sowie zur psychotherapeutischen Behandlung diskutiert und um eigene klinische Erfahrungen in der ... [ mehr ]
Die Anti-Epistemologie des organisierten Missbrauchs: Unwissenheit, Ausbeutung, Untätigkeit (PDF)
Organisierter Missbrauch, bei dem (mehrere) Erwachsene sexuellen Missbrauch an (mehreren) Kindern begehen, spielt bei der Herstellung von Material über sexuellen Kindesmissbrauch (Child Sexual Abuse Material, CSAM) eine wichtige Rolle, wurde jedoch an den Rand kriminologischer Betrachtungen gedrängt. Der vorliegende Beitrag präsentiert die Ergebnisse einer internationalen Umfrage unter 74 Erwachsenen, die Viktimisierung in ihrer Kindheit durch CSAM und ... [ mehr ]
Trauma Kultur Gesellschaft 3/2026: Organisierte Gewalt (PDF)
Die Beiträge in diesem Themenheft beleuchten Formen organisierter Gewalt, bei denen es um Ausnutzung und Ausbeutung von Menschen geht – etwa im Rahmen von Kindesmissbrauch, Menschenhandel, destruktiven Gruppen und Flucht –, und fragen danach, wie Forschung, Versorgung und klinische Praxis weiterentwickelt werden können. [ mehr ]
Psychotherapie im Alter Nr. 92: Neuropsychologie
Für alle, die in der Psychotherapie mit älteren Menschen tätig sind, sind die chronischen kognitiven, emotionalen, sozialen und alltagsbezogenen Folgen neurologischer Erkrankungen im höheren Lebensalter wohlvertraut. Weniger bekannt dürfte jedoch die konkrete Ausgestaltung der Neuropsychologischen Psychotherapie sein, sowie aktuelle Entwicklungen in Diagnostik und Behandlung in diesem Gebiet. Dieser Themen nehmen sich die Autor*innen dieses Schwerpunktheftes an. [ mehr ]