Trauma
Während eine psychoanalytische Therapie »komplex« traumatisierter Patient*innen die therapeutische Beziehung ins Zentrum stellt und sich vielfältiger metaphorischer Mittel bedient, erfordern akute Extremtraumatisierungen ein verhaltensmodifizierendes Vorgehen. Mathias Hirsch zeigt, wie ein sensibler Umgang mit Traumatisierung in der Therapie gelingt. [ mehr ]
Irrationalitäten und Widersprüche
Die Beiträger*innen nutzen das emanzipatorisch-aufklärerische Potenzial der Psychoanalyse für die Exploration gegenwärtiger gesellschaftlicher Entwicklungen, etwa im Kontext von Flucht und Migration, antidemokratischer Bestrebungen, kapitalistischer (Tausch-)Ordnungen oder der Klimakrise. Sie plädieren für ein psychoanalytisches Verständnis sozialer Phänomene. Die Hinwendung zu unbewussten und dynamischen Prozessen erlaubt es, die Sinnhaftigkeit vermeintlicher Irrationalitäten und Widersprüche ergründen zu können. Daraus ergibt sich die Möglichkeit zur Gesellschaftskritik. [ mehr ]
Elterliche Botschaften
Welchen Einfluss übt das elterliche Verhalten auf die Entwicklung des Kindes aus? Welche Auswirkungen haben elterliche Botschaften? Im kritisch-interdisziplinären Diskurs ausgehend von Psychoanalyse und Psychotherapie werden im vorliegenden Band verschiedene Betrachtungsebenen ausgelotet. [ mehr ]
Geschlecht als gelebte Erfahrung
Geschlecht ist keine abstrakte Kategorie, sondern gelebte Erfahrung – und in vielen Situationen eine Frage von Anerkennung, Versorgung und Sprache. Wer über trans*, inter* und queere Lebensweisen spricht, berührt immer auch Medizin und Psychotherapie, Recht und Politik, Biografien und Körper. In kurzen, gut zugänglichen Texten geben die Autor*innen Ein- und Ausblicke in die trans* und queere (Gesundheits-)Versorgung, in psychotherapeutische und psychoanalytische Perspektiven sowie in soziologische und rechtliche Einordnungen. [ mehr ]
Trauma und transgenerationale Verbundenheit
Janine Cunea arbeitete in einem psychosozialen Zentrum in Frankfurt am Main und interviewte dort Shoa-Überlebende, die zwischen 1919 und 1927 geboren wurden. Sie lernte besondere, äußerst vitale, starke und beeindruckende Persönlichkeiten voller Humor und Lebenskraft kennen, die trotz oder gerade wegen des Schrecklichen und Unmenschlichen, das sie erleben mussten, menschlich, weise, gütig und tolerant wurden. Ein enges generationales Verhältnis entstand zu ihnen. Durch die biografischen Perspektiven der Überlebenden nähert sich die Autorin der tiefenpsychologisch bedeutsamen Frage nach dem Verhältnis von Trauma, Überleben und Altern an. [ mehr ]
Zeugnisse einer Freundschaft
Im Zentrum stehen die Briefe, die Wilhelm Reich und Alexander Sutherland Neill in den Jahren 1936 bis 1957 gewechselt haben. Es sind Dokumente einer ungewöhnlichen Freundschaft. Das erste Mal trafen sie sich 1936 in Norwegen, danach blieb der Kontakt vor allem durch ihre Briefe bestehen. Sie waren für beide eine Quelle der Anregung, Bestätigung und auch der Auseinandersetzung. [ mehr ]
The Student, the Patient and the Illness
The essays for the Ascona Balint Award give a deep impression of the students’ experiences, reflections and conclusions. And they show an insight into medical education in different countries. [ mehr ]
Das Innere-Kinder-Retten
Die Therapiemethode des Innere-Kinder-Rettens zur sanften Heilung von Traumatisierten erspart den Betroffenen die Konfrontation mit den traumaauslösenden Erlebnissen. Als Methode, die sich mit allen bekannten Traumatherapien kombinieren lässt, hat sie sich insbesondere bei komplex traumatisierten Patient*innen bewährt. Gabriele Kahn erläutert die notwendigen wissenschaftlichen Grundlagen und theoretischen Hintergründe anhand zahlreicher Beispiele und schildert den Verlauf der Therapie vom ersten Kontakt bis zu den fünf Schritten der Rettungsaktion detailliert und praxisnah. [ mehr ]
Emotionale Kompetenz
Emotionale Kompetenz ist eine Schlüsselressource der Psychotherapie: Nur wer Gefühle wahrnimmt, versteht und in Worte fassen kann, ermöglicht Veränderung. Frank-M. Staemmler beschreibt, was Therapeut*innen dafür unter anderem brauchen: Offenheit für das Erleben der Klient*innen, Anerkennung der Einzigartigkeit der anderen Person sowie Geduld im Umgang mit vagen Atmosphären. [ mehr ]
Existenzielles Grounding
Wie finden Menschen im hektischen Alltag zu innerer Stimmigkeit, Präsenz und Lebendigkeit zurück? Markus Angermayr stellt, aufbauend auf existenzanalytischen, leibphänomenologischen und körperpsychotherapeutischen Ansätzen, erstmals umfassend das Konzept des Existenziellen Groundings vor – einen körperorientierten Weg, um sich selbst besser zu spüren und Orientierung zu finden. [ mehr ]
Krisen in Organisationen, Organisationen in Krisen
Die Autor*innen untersuchen die impliziten spezifischen Anforderungen an Supervision und Organisationsberatung im Hinblick auf organisationale Krisen. Die Beiträge laden dazu ein, aus den beschriebenen Dynamiken heraus dokumentierte Handlungswege nachzuvollziehen und eigene zu entwickeln. [ mehr ]
Verfolgende Objekte
Paranoia ist Teil der Psychopathologie unseres Alltagslebens. Sie reicht von milden Ausprägungen bis zu schweren Erscheinungsformen. Sie lebt von der Macht der Projektion unerträglicher Selbstanteile auf äußere Objekte. Durch unvorhergesehene Krisen oder Phasen des sozialen Wandels kann es zu einem Anstieg paranoider Ängste und Fantasien kommen. Wenn eine solche Grundstimmung nicht eingefangen wird, können Projektionen eine hohe destruktive Kraft entfalten. Petra Holler widmet sich den ideengeschichtlichen Hintergründen der Begriffe Paranoia und Wahn, den entwicklungs- und sozialpsychologischen Zusammenhängen sowie klinischen und behandlungstechnischen Aspekten. [ mehr ]
Autorität in der Pädagogik neu denken
Stefan Dierbach unternimmt eine neue Einordnung des Faktors »Autorität« im Kontext pädagogischer Arbeit: Ist pädagogische Autorität etwas, was sich mithilfe von festgelegten Maßnahmen herstellen lässt? Oder ist jene vielmehr das Ergebnis einer freiwilligen und begründeten Zuschreibung vonseiten der Kinder und Jugendlichen? [ mehr ]
Bindung stärken von Anfang an
Bei der bindungsanalytischen Schwangerschaftsbegleitung werden die Eltern darin unterstützt, den emotionalen Kontakt zu ihrem vorgeburtlichen Kind zu intensivieren. Ursula Volz-Boers erläutert die pränatale emotionale Beziehungsförderung zwischen Eltern und Kind anhand zahlreicher Fallbeispiele. Ihre Anleitungen richten sich an Eltern, Großeltern und ebenso an Fachleute, die Schwangere und ihre Partnerinnen und Partner betreuen. [ mehr ]
Primat der Metapsychologie oder der Technik? (PDF)
Wie arbeitet man klinisch mit Judith Le Soldats Theorie der ödipalen Konflikte? Diese Frage wird uns in Vorträgen und Workshops immer wieder gestellt. Le Soldat selbst hat in ihren Publikationen wenig Wert auf behandlungstechnische Fragen gelegt. Umso begrüßenswerter ist es, dass einige Autor:innen in den letzten Jahren Falldarstellungen veröffentlichten, in denen sie zeigen, wie sie mit den Konzepten von Le Soldat arbeiten. Die dabei explizit ... [ mehr ]
Die Meuterei (PDF)
Der behandlungstechnische Beitrag illustriert, sozusagen als »Begehung des ödipalen Geschehens«, das gewinnbringende Arbeiten mit Judith Le Soldat’s Theorie. Der in der Phantasie begangene Raubmord wird hier als eine regelmäßige Übertragung auf den Analytiker betrachtet, die analysiert werden muss. Die Wiederholung der Tat führt beim Analysanden – wie am konkreten Beispiel dargestellt – zu mächtiger Rächerangst in ... [ mehr ]
Die Konzepte des Unbewussten und der analytischen Zeit neu durchdenken (PDF)
Der Autor schlägt vor, die Konzepte des Unbewussten und der Zeit im analytischen Setting neu zu durchdenken, einschließlich der Existenz des Unbewussten selbst. Freud (1915e) stellte fest, dass der Erfolg der Rückschlüsse, die psychoanalytisches Denken auf das Unbewusste der Patient/innen zieht, die Existenz des Unbewussten »unanfechtbar« macht. Der Autor vertritt die Ansicht, dass dieser Erfolg nicht die Existenz des Unbewussten beweist; ... [ mehr ]
Zeit: linear, zirkulär, statisch oder fragmentiert? (PDF)
Zahlreiche psychoanalytische Konzepte befassen sich mit dem Thema Zeit, basieren allerdings meist auf einem veralteten physikalischen Verständnis von Zeit. Ziel dieser Arbeit ist es, psychoanalytische Zeitkonzepte mit aktuellen physikalischen Erklärungsmodellen zu kontrastieren, um möglichen theoretischen Anpassungsbedarf aufzuzeigen. Komplexere Modelle der Relativitätstheorie und der Quantenmechanik verändern die Sicht auf die Zeit radikal. So wird Zeit ... [ mehr ]
Seelische Raumzeit in psychoanalytischen Zeiträumen (PDF)
Mit Bezug auf physikalische und neurobiologische Konzepte zum Phänomen der Zeit argumentiert der Autor, dass entlang des Zeitpfeils jeder menschlichen Entwicklung eine seelische Raumzeit entsteht. In ihr sind die individuell repräsentierten Zeitbereiche Vergangenheit, Gegenwart und potenzielle Zukunft mittels der Modalitäten diachroner und unbewusster synchroner Zeit mit dem aus Beziehungsrepräsentanzen gebildeten triangulären seelischen Raum verbunden. ... [ mehr ]
Zeit, Raum, Raumzeit (PDF)
Es wird versucht, Zeitund Raumvorstellungen in ihrem Entstehungsprozess nachzuzeichnen. Frühestes Zeitund Raumerleben emergiert aus Arbeitsanforderungen, die an das psychische System gestellt werden. Im Aufschub der Befriedigung müssen Dauer und Ausdehnung bei Anerkennung einer unabhängigen Wirklichkeit verarbeitet werden; sie werden im Bw als Zeitlichkeit und Räumlichkeit erfahren. Psychisches Raumund Zeiterleben dürfte sich lediglich in Formen des ... [ mehr ]
Intrauterines Leben und extrem kleine Frühgeborene auf der Neo-Intensivstation (PDF)
Es werden die intrauterine Entwicklung des Fetus und die Ausbildung seiner sensuellen Wahrnehmungsmöglichkeiten beschrieben. Im Zentrum des Interesses stehen die vom Fetus entwickelten endogenen Rhythmen und deren Interferenzen mit denen des mütterlichen Organismus. Nach einem Überblick zur Frühgeburtlichkeit und einer Vorstellung der Methode der analytischen Säuglingsbeobachtung Esther Bicks nähert sich die Autorin dem Erleben zweier extrem kleiner ... [ mehr ]
Psychischer und psychoanalytischer Raum (PDF)
In der Debatte zwischen Psychoanalyse in Präsenz und in Distanz versucht dieser Beitrag den psychischen Raum durch seine zutiefst emotionalen Wurzeln zu bestimmen, die genetisch in den primären somato-psychischen Austauschprozessen zwischen Mutter und Kind wurzeln, zugleich aber die Basis für jede zwischenmenschliche Kommunikation und insbesondere für die in der analytischen Beziehung bilden. Ein psychoanalytischer Behandlungsansatz, der darauf abzielt, dem ... [ mehr ]
Im sinnlichen Moment schwebend, in die Leere versunken (PDF)
Dieser Beitrag untersucht die unterschiedliche Organisation von Zeit und Raum in den drei vom Vista Autism Center (VAC) beschriebenen klinischen Untergruppen von Autismus: angeborener sensorisch bedingter (tiefer) Autismus, autistisch-psychotisches Spektrum und posttraumatischer autismusähnlicher Rückzug. Unter Rückgriff auf Tustin, Meltzer, Bion, Bick, Haag, Rhode und Alvarez sowie auf originäre VAC-Konstrukte wie osmotische diffuse Angst, Mantling und ... [ mehr ]