Gesellschaft
psychosozial 186: Bürokratie als Erfahrung - Begegnungen zwischen Mensch und Institution im Blickfeld qualitativer Sozialforschung
Was macht Bürokratie mit Menschen? Sie kann Möglichkeiten eröffnen und verschließen, verunsichern und beschämen und sich tief in Biografien einschreiben. Und doch ist die Begegnung mit bürokratischen Institutionen in der psychologischen und psychosozialen Forschung bislang erstaunlich wenig untersucht. Das Schwerpunktheft nimmt diese Begegnungen in den Blick und fragt, wie Menschen behördliche Verfahren erleben, wie institutionelle Kategorien und Entscheidungen ihr Denken, Fühlen und Handeln prägen und wie sie institutioneller Bevormundung begegnen. [ mehr ]
Balint-Journal 2/2026
Die Leitung von Balint-Gruppen ist ein lebenslanger Lernprozess. Albert Lichtenstein fokussiert auf eine zentrale Frage: Intervenieren oder nicht intervenieren? Uwe Kowalzik erarbeitet psychoanalytische Wurzeln einer dynamischen Abstinenz als Leitungskompetenz. Philipp Herzog stellt systematische Überlegungen zur Ausgestaltung von Supervision für Balint-Gruppenleiter an. Rainald Neumeier geht der Frage nach, ob Teams und andere Mehrpersonen-Konstellationen als Balint-Fall verstanden werden können. Und wie wird KI die Balint-Arbeit verändern? Damit hat sich Giuliano Castigliego auf besondere Weise beschäftigt. [ mehr ]
Trauma Kultur Gesellschaft 3/2026: Organisierte Gewalt
Die Beiträge in diesem Themenheft beleuchten Formen organisierter Gewalt, bei denen es um Ausnutzung und Ausbeutung von Menschen geht – etwa im Rahmen von Kindesmissbrauch, Menschenhandel, destruktiven Gruppen und Flucht –, und fragen danach, wie Forschung, Versorgung und klinische Praxis weiterentwickelt werden können. [ mehr ]
Migrations- und Kultursensibilität in sozialen Berufen
Migrations- und Kultursensibilität sind grundlegende professionelle Kompetenzen in Sozialer Arbeit und Pädagogik. Die Autoren vermitteln verständlich Grundlagen zu Migration, Integration und Rassismuskritik und verbinden diese alltagsnah mit Fallbeispielen, Reflexionsimpulsen und Handlungsmöglichkeiten. Damit schlagen sie eine Brücke von der Theorie zur professionellen Haltung und bieten Handlungssicherheit in diversitätssensiblen Arbeitsfeldern und konkreten Lebenswelten. Sie stellen einen strukturierten Werkzeugkasten bereit, um in einer Gesellschaft, in der sich verschiedenste Kulturen begegnen, nachhaltig gerechte Zugänge zu schaffen, Unterschiede wertzuschätzen und soziale Teilhabe aktiv zu fördern. [ mehr ]
Irrationalitäten und Widersprüche
Die Beiträger*innen nutzen das emanzipatorisch-aufklärerische Potenzial der Psychoanalyse für die Exploration gegenwärtiger gesellschaftlicher Entwicklungen, etwa im Kontext von Flucht und Migration, antidemokratischer Bestrebungen, kapitalistischer (Tausch-)Ordnungen oder der Klimakrise. Sie plädieren für ein psychoanalytisches Verständnis sozialer Phänomene. Die Hinwendung zu unbewussten und dynamischen Prozessen erlaubt es, die Sinnhaftigkeit vermeintlicher Irrationalitäten und Widersprüche ergründen zu können. Daraus ergibt sich die Möglichkeit zur Gesellschaftskritik. [ mehr ]
Beratung aktuell 1/2026: Paar- und Sexualtherapie im allgemeinen Gesundheitswesen (PDF)
In diesem Themenheft der Beratung aktuell geht es um die Paar- und Sexualberatung als ein Teil des allgemeinen Gesundheitswesens, der oft nur randständig oder mit Fokus auf Dysfunktionen vorkommt. Sonja Bröning, Sophie Johannßen und Christian Roesler beschäftigen sich mit der Wirksamkeitsforschung zu Systemischer und Emotionsfokussierter Paartherapie, Stefan Hierholzer ... [ mehr ]
Muster der Polarisierung
Warum driften Gesellschaften auseinander? Dirk Schulte-Tickmann erklärt Polarisierung als komplexen Synchronisationsprozess zwischen den Individuen und ihren Emotions-Kognitions-Verhaltensmustern innerhalb eines sozialen Systems. Die sozioökonomische Not der Individuen zeigt sich dabei als wesentliche Randbedingung für das Ausmaß der Polarisierung. Vor diesem Hintergrund analysiert er u.a. Polarisierungsprozesse in der (digitalen) Medienlandschaft mitsamt ihrer Effekte auf Gesellschaften und das Phänomen des islamisch fundierten Terrorismus.
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Das Innere-Kinder-Retten
Die Therapiemethode des Innere-Kinder-Rettens zur sanften Heilung von Traumatisierten erspart den Betroffenen die Konfrontation mit den traumaauslösenden Erlebnissen. Als Methode, die sich mit allen bekannten Traumatherapien kombinieren lässt, hat sie sich insbesondere bei komplex traumatisierten Patient*innen bewährt. Gabriele Kahn erläutert die notwendigen wissenschaftlichen Grundlagen und theoretischen Hintergründe anhand zahlreicher Beispiele und schildert den Verlauf der Therapie vom ersten Kontakt bis zu den fünf Schritten der Rettungsaktion detailliert und praxisnah. [ mehr ]
Autorität in der Pädagogik neu denken
Stefan Dierbach unternimmt eine neue Einordnung des Faktors »Autorität« im Kontext pädagogischer Arbeit: Ist pädagogische Autorität etwas, was sich mithilfe von festgelegten Maßnahmen herstellen lässt? Oder ist jene vielmehr das Ergebnis einer freiwilligen und begründeten Zuschreibung vonseiten der Kinder und Jugendlichen? [ mehr ]
psychosozial 185: Verluste und ihre Verarbeitung - kulturwissenschaftliche, psychodynamische und philosophische Perspektiven
Verluste gibt es in einer nicht überschaubaren Mannigfaltigkeit und Heterogenität, von unwichtigen, leicht zu ersetzenden Dingen bis hin zum Tod geliebter Menschen. Ebenso gibt es Verluste, die weder als schmerzlich noch negativ erlebt werden, eher als eine Befreiung. Und gar nicht so selten bewerten wir einen Verlust im Nachhinein sogar als Chance. Oft spielt es eine Rolle, ob wir den Verlust selbst aktiv-handelnd verursachen, uns sukzessive darauf einstellen können oder uns ohnmächtig ausgeliefert fühlen. Diese Ausgabe versammelt ausgewählte Beispiele für Verlusterfahrungen, die einen Eindruck der Vielfalt und Verschiedenheit vermitteln. [ mehr ]
Zeitgeschehen und Zeiterleben
Die Autor*innen zeigen in Band 21, wie innig Psychoanalyse mit der Zeit verbunden ist, sei es in der klinischen Praxis, in Versuchen, das aktuelle Zeitgeschehen zu verstehen, oder in der Betrachtung künstlerischer Arbeiten über die Zeit. Sie nehmen zentrale Themen unserer Zeit in den Blick, darunter die fortdauernde Wirkung rassistischer Prägungen und die Möglichkeit oder Unmöglichkeit eines psychoanalytischen Beitrags zum Verständnis des Gaza-Kriegs. [ mehr ]
Intuition und Kreativität in Pädagogik und Sozialer Arbeit
Die Aufgabenfelder von Pädagogik und Sozialer Arbeit erfordern oftmals, sich in schneller Folge in wechselnden Situationen zu Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen zu verhalten. Wohlabgewogene und gezielt gesteuerte Reaktionen sind im unübersichtlichen Alltag oftmals schwer möglich. Die Autor*innen untersuchen, wie wichtig Erfahrung, Kreativität und Intuition für professionelles Handeln sind. [ mehr ]
Dynamiken rechter Radikalisierung
Die Beiträger*innen dieses inter- und transdisziplinären Sammelbands widmen sich der Frage, wie sich rechtsextreme Ideologien und Gewaltformen ideengeschichtlich, diskursiv und sozial manifestieren, verflechten, wandeln und konsolidieren. Dabei bieten sie praxisrelevante Erkenntnisse für Forschung, Bildung und Beratung. [ mehr ]
Aufgeben
Aufgeben ist nicht gleichbedeutend mit Scheitern – es kann ein neuer Anfang sein. In seinem brillanten Essay zeigt Adam Phillips, dass Verzicht nicht bloß Disziplin bedeutet – sondern Freiheit. Ein Buch für alle, die der Komplexität des Lebens nicht ausweichen wollen. [ mehr ]
Trauma Kultur Gesellschaft 2/2026: The many faces of violence - Gewaltphänomene an Schulen
Die Beiträge des Hefts machen deutlich, wie eng schulische Lebenswelten mit psychosozialer sowie emotionaler Gesundheit oder auch mit psychischen Störungen verknüpft sind und welche Rolle gerade Gewaltphänomene spielen, die in ihrer Tragweite und Bedeutung für individuelles und kollektives Leben in den Blick genommen werden. [ mehr ]
psychosozial 184: Das Asylregime und die Widerständigkeit des Subjekts
Der Fokus dieser Ausgabe liegt auf der Fragilität menschlicher Existenz, die Menschen andere Menschen ganz unterschiedlich spüren lassen. Die Beiträger*innen fragen nach dem Ankommen und Leben im »Exil«. Sie erkunden Facetten fragiler gesellschaftlicher Teilhabe von Menschen unter den Bedingungen des europäischen Asylregimes und analysieren ihre Möglichkeiten und Praktiken des Widerstands. Dabei nimmt das Medium Film eine besondere Stellung ein. Die Beiträge betreten das Feld von narrativer Visualität und visueller Narrativität in der Fluchtmigrationsforschung. Sie fordern auf, sich auf ein Thema einzulassen, das unbehaglich ist, das Menschen lieber auf Distanz halten möchten. [ mehr ]
Psychoanalytisch fundierte Traumapädagogik
Birgit Bucher diskutiert gleichermaßen wissenschaftstheoretisch wie anwendungsbezogen, inwiefern die in der traumapädagogischen Praxis als zentral geltenden Konzepte durch eine explizit psychoanalytische bzw. psychoanalytisch-pädagogische Fundierung an Gehalt und Tiefendimension gewinnen können. Praxisnah und anhand von Fallbeispielen skizziert die Autorin den Nutzen der Integration psychoanalytisch-pädagogischer Wissensbestände in die traumapädagogische Aus- und Weiterbildung. [ mehr ]
Affekte und Emotionen in sozialen Konflikten
Soziale Konflikte sind unvermeidbar und gehören zu unserem alltäglichen Zusammenleben. Sie sind integraler Bestandteil der Entwicklung unserer persönlichen Identität wie auch demokratischer Aushandlungsprozesse. Sie können konstruktiv oder destruktiv sein, offen ausgetragen oder unterdrückt werden. Konflikte zu verstehen, zu erklären und bestenfalls zu lösen, beschäftigt die Autor*innen aus Wissenschaft wie Praxis: vom lokalen Nachbarschaftsstreit über Auseinandersetzungen um Moscheebauten in Deutschland bis zu Umsiedlungsprojekten in Marokko. Im Fokus steht stets die Bedeutung starker Affekte und Emotionen in Konfliktdynamiken. [ mehr ]
Wie soziokulturelle Ungleichheiten Psychotherapien prägen
Welchen unbewussten Prozessen begegnen Psychoanalytiker*innen im alltäglichen und klinischen Kontext? Lynne Layton untersucht dies auf Basis gesellschaftlicher Machtverhältnisse und den daraus folgenden Enactments. Sie setzt sich, beeinflusst von soziologischen, gesellschaftskritischen und psychoanalytischen Ansätzen, mit diesen unbewussten Prozessen auseinander und ruft zu einer progressiven Zukunft der Therapie auf. [ mehr ]
Freie Assoziation - Zeitschrift für psychoanalytische Sozialpsychologie 2/2025: infantil autoritär
Ausgabe 2/2025 der Freien Assoziation ist der psychischen Genese des Autoritarismus gewidmet, die in den jüngsten Debatten meist ausgeblendet bleiben. Das Heft nimmt aktuelle Kindheitsrepräsentationen und familiär angelegte innere Konfliktdynamiken zum Ausgangspunkt einer Diskussion um die sozialisatorischen Wurzeln des Autoritarismus. Man kann infantilen Autoritarismus nicht adult ernst nehmen und muss ihn unbedingt adult ernst nehmen, denn er ist gefährlich kindisch. [ mehr ]