Teams als Balint-Fall: Geht das? (PDF)
Der Beitrag untersucht, ob und in welcher Weise Teams oder andere Mehrpersonen-Konstellationen als Fallgegenstand in der Balint-Arbeit bearbeitet werden können. Ausgehend von den Grundideen Michael und Enid Balints sowie von neueren Diskussionen zum Verhältnis von Balint-Arbeit und Supervision wird gezeigt, dass komplexe Gruppenund Institutionsdynamiken prinzipiell mit den Mitteln der Balint-Methode zugänglich sind. Anhand von Fallbeispielen wird verdeutlicht, wie ... [ mehr ]
Supervision für Balint-Gruppenleiter - Luxus oder Notwendigkeit? (PDF)
Die Guidelines on Balint Group Leadership der International Balint Federation (IBF) fordern, dass jeder Balint-Gruppenleiter angemessene Supervision erhalten sollte. Zum Thema »Supervision für Balint-Gruppenleiter« finden sich aber so gut wie keine Texte, die Kriterien für diese Supervision benennen, obwohl die Leitung von Balint-Gruppen auf psychodynamischen Grundannahmen basiert und bei psychodynamischen Verfahren generell Supervision als ... [ mehr ]
Intervenieren oder nicht intervenieren, das ist hier die Frage (PDF)
Die Entscheidung, wann und wie man als Leitung in den Prozess einer Balint-Gruppe eingreift, ist oft komplex und manchmal schwer zu vermitteln. Interventionen bestimmen nicht nur den Rahmen einer Balint-Gruppe, sondern auch die Sicherheit und den Reichtum der Inhalte und des Lernens. In diesem Beitrag werden sog. »erforderliche« (non-discretionary) Interventionen diskutiert, die notwendig sind, um eine Balint-Gruppe zu einer Balint-Gruppe zu machen, sowie ... [ mehr ]
Balint-Journal 2/2026 (PDF)
Die Leitung von Balint-Gruppen ist ein lebenslanger Lernprozess. Albert Lichtenstein fokussiert auf eine zentrale Frage: Intervenieren oder nicht intervenieren? Uwe Kowalzik erarbeitet psychoanalytische Wurzeln einer dynamischen Abstinenz als Leitungskompetenz. Philipp Herzog stellt systematische Überlegungen zur Ausgestaltung von Supervision für Balint-Gruppenleiter an. Rainald Neumeier geht der Frage nach, ob Teams und andere Mehrpersonen-Konstellationen als Balint-Fall verstanden werden können. Und wie wird KI die Balint-Arbeit verändern? Damit hat sich Giuliano Castigliego auf besondere Weise beschäftigt. [ mehr ]
Zur epistemischen Eigenständigkeit der Psychotherapiewissenschaft (PDF)
Die zunehmende Akademisierung der Psychotherapie wirft grundlegende Fragen nach ihrer wissenschaftlichen Verortung und ethischen Fundierung auf. Insbesondere Tendenzen zur Standardisierung, Vereinheitlichung und Psychologisierung drohen jene Dimensionen zu marginalisieren, die für psychotherapeutische Praxis konstitutiv sind: subjektives Erleben, Prozessualität, Ambiguität und das Unauflösbare menschlichen Leidens. Der vorliegende Beitrag argumentiert, dass ... [ mehr ]
Zur Modulation autonomer Regulationsprozesse bei ME/CFS innerhalb der Psychotherapie (PDF)
Der vorliegende Beitrag vertieft und erweitert bestehende psychotherapeutische Zugänge bei Myalgischer Enzephalomyelitis/Chronischem Fatigue-Syndrom (ME/CFS). Im Zentrum stehen Interventionen, die darauf abzielen, die Erholungsdynamik des autonomen Nervensystems (ANS) nach Belastungsreizen zu modulieren. Autonome Dysfunktionen sind ein häufiges Merkmal von ME/CFS. Studien zeigen im Vergleich zu Kontrollgruppen nicht nur erhöhte orthostatische Beschwerden und ... [ mehr ]
Psychotherapie bei fortgeschritten erkrankten Krebspatient:innen (PDF)
Fortgeschrittene Krebserkrankungen bedeuten nicht nur eine medizinische, sondern eine existenzielle Krise. Neben diagnostizierbaren psychischen Störungen – Angst, Depression, Anpassungsstörungen – tritt bei vielen Erkrankten ein Erleben auf, das diagnostisch schwerer zu fassen ist: existenzielles Leiden, Demoralisierung, der Verlust von Sinn und Würde. Moderne onkologische Behandlungen konnten die Lebenserwartung auch im palliativen Stadium in vielen ... [ mehr ]
KI als Sennenpuppe, vertrautes Gegenüber und Werkzeug mit geistiger Rückwirkung (PDF)
Die KI als neues technologisches Werkzeug, das unser Zusammenleben in vielen Bereichen verändert, wird aus mythologischer Perspektive betrachtet, wobei auch evolutionsbiologische und psychotherapeutische Gesichtspunkte einbezogen werden. Diese Arbeit geht davon aus, dass die KI eine aktuelle Manifestation des Mythos der Herstellung künstlicher Menschen darstellt, wie er bereits bei den alten Griechen zum Ausdruck kommt. Damals galt dies als Frevel gegen die ... [ mehr ]
Adoleszenz, Identität und Social Media (PDF)
KI wirkt sich in exponentiellem Tempo auf alle Aspekte unseres Lebens aus. Es wurden Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen bestimmter KI-basierter Social-Media-Anwendungen geäussert, die Jugendlichen zur Verfügung stehen. Jugendliche sind als Gruppe online sehr aktiv, insbesondere in sozialen Medien, die sie u. a. als Mittel zur Erforschung ihrer Identität nutzen. Dies kann insbesondere bei besonders gefährdeten Jugendlichen zu emotionalen Schwierigkeiten ... [ mehr ]
Ethische Aspekte zur KI-Anwendung in der Psychotherapie (PDF)
Künstliche Intelligenz (KI) etabliert sich zunehmend auch in der psychiatrischen und psychotherapeutischen Versorgung. Vor dem Hintergrund globaler Versorgungslücken werden KI-basierte Anwendungen in den Bereichen Screening und Diagnostik, klinische Entscheidungsunterstützung, Intervention, Monitoring sowie administrative und edukative Unterstützung entwickelt oder bereits eingesetzt. Der vorliegende Beitrag analysiert Chancen und Risiken dieser Entwicklung ... [ mehr ]
KI in der Psychotherapie: Ersatz, Werkzeug oder Projektionsfläche? (PDF)
Large Language Models (LLMs) werden als aktuell besonders sichtbarer Bereich generativer KI zunehmend in der psychotherapeutischen Versorgung eingesetzt, etwa für Screening, Triage, Psychoedukation, dokumentationsbezogene Assistenz sowie zur Simulation therapeutischer Interaktionen. Systematische Übersichten zeigen, dass LLMs in klar strukturierten, sprachbasierten Aufgaben teils Leistungen erbringen, die mit denen klinischer Fachkräfte vergleichbar sind, ... [ mehr ]
Psychotherapie-Wissenschaft 2/2026: KI in der Psychotherapie (PDF)
KI dringt derzeit in sämtliche Lebensbereiche ein. Es ist nicht wie damals, als Wärmekraftmaschinen erfunden und Elektrizität entdeckt wurde. Diese hatten unsere Kultur bereichert, unsere geistige Freiheit hatte profitiert. Ganz anders verhält es sich heute. Durch Rückkopplung der KI auf unser Geistesleben ist diese Freiheit in höchstem Maße gefährdet. Die Fähigkeit, menschliches Denken und Fühlen zu imitieren, sperrt ein Einfallstor auf für alle Arten von Einflussnahmen. Für Psychotherapeut:innen ist es unabdingbar, sich dies bewusst zu machen und das Augenmerk auf die Inhalte und Funktionsweise der Rückkopplungen zu richten. KI ist nun mal da – und wir werden einen Weg finden, sie vernünftig anzuwenden. [ mehr ]
gruppenanalyse 2/2026: Künstliche Intelligenz und Gruppenanalyse
Die Autor:innen in diesem Heft fragen danach, was Künstliche Intelligenz für die Gruppenanalyse bedeutet: Kann KI Gruppenprozesse simulieren und damit zu einem Instrument der Selbstreflexion und Supervision werden? Lässt sich vom kollektiven und Gruppen-Unbewussten ausgehend eine Theorie künstlicher Gruppen entwickeln? Was geschieht, wenn KI als »Drittes« in das Gruppenfeld eintritt? Und wie verändert sie Psychotherapie, Beziehung und unser Verständnis von menschlicher und künstlicher Resonanz? [ mehr ]