Geschlecht als gelebte Erfahrung
Geschlecht ist keine abstrakte Kategorie, sondern gelebte Erfahrung – und in vielen Situationen eine Frage von Anerkennung, Versorgung und Sprache. Wer über trans*, inter* und queere Lebensweisen spricht, berührt immer auch Medizin und Psychotherapie, Recht und Politik, Biografien und Körper. In kurzen, gut zugänglichen Texten geben die Autor*innen Ein- und Ausblicke in die trans* und queere (Gesundheits-)Versorgung, in psychotherapeutische und psychoanalytische Perspektiven sowie in soziologische und rechtliche Einordnungen. [ mehr ]
Zwang
Annabelle Starck und Heinz Weiß untersuchen die psychoanalytischen Konzeptionen des Zwangs und zeigen anhand zahlreicher Fallbeispiele, wie sich aktuelle Zwangsmanifestationen im Perfektionismus, im Gebrauch sozialer Medien sowie im Zusammenhang mit gesellschaftlichen Veränderungen widerspiegeln. Das Buch bietet so eine fundierte Grundlage für die psychotherapeutische Arbeit mit Zwangserkrankungen. [ mehr ]
Zeugnisse einer Freundschaft
Im Zentrum stehen die Briefe, die Wilhelm Reich und Alexander Sutherland Neill in den Jahren 1936 bis 1957 gewechselt haben. Es sind Dokumente einer ungewöhnlichen Freundschaft. Das erste Mal trafen sie sich 1936 in Norwegen, danach blieb der Kontakt vor allem durch ihre Briefe bestehen. Sie waren für beide eine Quelle der Anregung, Bestätigung und auch der Auseinandersetzung. [ mehr ]
Wie sexuelle Bildung Heteronormativität reproduziert
Sexuelle Bildung an Schulen hat den Anspruch, Vielfalt und Akzeptanz zu fördern; paradoxerweise führen die oberflächlichen Diversitätsbestrebungen aber zu einer Reproduktion und Verfestigung heteronormativer Geschlechter- und Sexualitätsnormen. Die Autorin hebt hervor, wie sich besonders in Othering-Konstruktionen rassistische, klassistische und ableistische Zuschreibungen manifestieren. [ mehr ]
Das Innere-Kinder-Retten
Die Therapiemethode des Innere-Kinder-Rettens zur sanften Heilung von Traumatisierten erspart den Betroffenen die Konfrontation mit den traumaauslösenden Erlebnissen. Als Methode, die sich mit allen bekannten Traumatherapien kombinieren lässt, hat sie sich insbesondere bei komplex traumatisierten Patient*innen bewährt. Gabriele Kahn erläutert die notwendigen wissenschaftlichen Grundlagen und theoretischen Hintergründe anhand zahlreicher Beispiele und schildert den Verlauf der Therapie vom ersten Kontakt bis zu den fünf Schritten der Rettungsaktion detailliert und praxisnah. [ mehr ]
Traum und Träumen in Psychoanalyse und Musik
Der Traum ist das Tor zur psychoanalytischen Wissenschaft und gleichzeitig künstlerischer Verwandlungsraum, in dem sich Unbewusstes, Körperempfindung, Bild, Klang und Sprache verschränken. Die Autor*innen erkunden diese Dynamik in der Durchdringung von Psychoanalyse und Musik. [ mehr ]
Emotionale Kompetenz
Emotionale Kompetenz ist eine Schlüsselressource der Psychotherapie: Nur wer Gefühle wahrnimmt, versteht und in Worte fassen kann, ermöglicht Veränderung. Frank-M. Staemmler beschreibt, was Therapeut*innen dafür unter anderem brauchen: Offenheit für das Erleben der Klient*innen, Anerkennung der Einzigartigkeit der anderen Person sowie Geduld im Umgang mit vagen Atmosphären. [ mehr ]
Trauma
Während eine psychoanalytische Therapie »komplex« traumatisierter Patient*innen die therapeutische Beziehung ins Zentrum stellt und sich vielfältiger metaphorischer Mittel bedient, erfordern akute Extremtraumatisierungen ein verhaltensmodifizierendes Vorgehen. Mathias Hirsch zeigt, wie ein sensibler Umgang mit Traumatisierung in der Therapie gelingt. [ mehr ]
Sozialwissenschaftlich fundierte Beratung in Pädagogik, Supervision und Sozialer Arbeit
Katharina Gröning kritisiert die therapeutische Ausrichtung von Beratung und legt ein sozialwissenschaftlich fundiertes Prozessmodell vor. Ihr Zugang stellt gesellschaftliche und sozialwissenschaftliche Aspekte der Beratung in den Mittelpunkt, um sich von der klinischen Fixierung zu lösen. [ mehr ]
Existenzielles Grounding
Wie finden Menschen im hektischen Alltag zu innerer Stimmigkeit, Präsenz und Lebendigkeit zurück? Markus Angermayr stellt, aufbauend auf existenzanalytischen, leibphänomenologischen und körperpsychotherapeutischen Ansätzen, erstmals umfassend das Konzept des Existenziellen Groundings vor – einen körperorientierten Weg, um sich selbst besser zu spüren und Orientierung zu finden. [ mehr ]
Intuition und Kreativität in Pädagogik und Sozialer Arbeit
Die Aufgabenfelder von Pädagogik und Sozialer Arbeit erfordern oftmals, sich in schneller Folge in wechselnden Situationen zu Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen zu verhalten. Wohlabgewogene und gezielt gesteuerte Reaktionen sind im unübersichtlichen Alltag oftmals schwer möglich. Die Autor*innen untersuchen, wie wichtig Erfahrung, Kreativität und Intuition für professionelles Handeln sind. [ mehr ]
Elterliche Botschaften
Welchen Einfluss übt das elterliche Verhalten auf die Entwicklung des Kindes aus? Welche Auswirkungen haben elterliche Botschaften? Im kritisch-interdisziplinären Diskurs ausgehend von Psychoanalyse und Psychotherapie werden im vorliegenden Band verschiedene Betrachtungsebenen ausgelotet. [ mehr ]
Krisen in Organisationen, Organisationen in Krisen
Die Autor*innen untersuchen die impliziten spezifischen Anforderungen an Supervision und Organisationsberatung im Hinblick auf organisationale Krisen. Die Beiträge laden dazu ein, aus den beschriebenen Dynamiken heraus dokumentierte Handlungswege nachzuvollziehen und eigene zu entwickeln. [ mehr ]
Einsamkeit
Das Thema Einsamkeit ist allgegenwärtig und vieldimensional: Zwischen gefahrvoller Bodenlosigkeit und produktiver Weiterentwicklung ermöglicht das Nachdenken über Einsamkeit wichtige Impulse für eine interdisziplinäre Diskussion. [ mehr ]
Wenn die Säuglingsbeobachtung endet
Im Jahrbuch für teilnehmende Säuglings- und Kleinkindbeobachtung 2026 beleuchten die Autor*innen einen oft unterschätzten Moment: das Ende der Beobachtungsbeziehung. Was geschieht, wenn die intensive Zeit der Begleitung endet? Wie beeinflusst der Abschied die psychische Reifung des Kindes? Welche Resonanzen löst er bei den Eltern und Fachkräften aus? [ mehr ]
Zeitgeschehen und Zeiterleben
In Erinnerung an Dana Birksted-Breen, die das International Journal of Psychoanalysis über Jahre geprägt hat, bilden zwei Texte aus einem ihr gewidmeten Symposium den Auftakt des Bandes. Besonders Birksted-Breens Beschäftigung mit der Zeit hat vielfältige aktuelle Denkweisen und Arbeiten inspiriert. Die versammelten Texte zeigen, wie innig Psychoanalyse mit der Zeit verbunden ist, sei es in der klinischen Praxis, in Anbetracht der begrenzten Zeit, die wir leben, wie wir das aktuelle Zeitgeschehen zu verstehen suchen oder in der Betrachtung künstlerischer Arbeiten über die Zeit. [ mehr ]
Verfolgende Objekte
Paranoia ist Teil der Psychopathologie unseres Alltagslebens. Sie reicht von milden Ausprägungen bis zu schweren Erscheinungsformen. Sie lebt von der Macht der Projektion unerträglicher Selbstanteile auf äußere Objekte. Durch unvorhergesehene Krisen oder Phasen des sozialen Wandels kann es zu einem Anstieg paranoider Ängste und Fantasien kommen. Wenn eine solche Grundstimmung nicht eingefangen wird, können Projektionen eine hohe destruktive Kraft entfalten. Petra Holler widmet sich den ideengeschichtlichen Hintergründen der Begriffe Paranoia und Wahn, den entwicklungs- und sozialpsychologischen Zusammenhängen sowie klinischen und behandlungstechnischen Aspekten. [ mehr ]
Praxis der Verhaltenstherapie
Serge K.D. Sulz legt mit diesem Buch einen umfassenden und systematischen Leitfaden vor, der ab der ersten Therapiestunde dabei hilft, eine für die Patient*innen passende Vorgehensweise zu wählen. Für die ersten Jahre des psychotherapeutischen Berufs bietet dieses Buch alle notwendigen Handlungsanweisungen und ist somit der ideale Begleiter, um sich in die kognitiv-behaviorale Therapie einzuarbeiten. [ mehr ]
Vertrauen auf den Kern der Menschlichkeit
Die hier versammelten Interviews bieten Einblicke in die Lebenswelt und das Schaffen Albert Pessos, in seine teilweise bedrückende Kindheit und Jugend, in seine Entwicklung als Tänzer, Choreograf und Psychotherapeut und nicht zuletzt in seine Methodenbildung, die zur Konzeption des Pesso-Boyden-System-Psychomotor-Verfahrens (PBSP) führte. Sie lassen den Menschen und Therapeuten Pesso durch seine eigenen Worte erlebbar werden. [ mehr ]
Sich vor unsäglichen Gefühlen schützen
Roland Voigtel versteht Sucht als ein unbewusstes Abwehrsystem gegen das Erleben unerträglicher Gefühle, die von den Betroffenen nur schwer in Worte gefasst werden können. Simon Scharfs Fragen fokussieren insbesondere die emotionale Beziehung zwischen Therapeut*in und Patient*in, führen Voigtel aber auch zu vertiefenden Überlegungen zum politischen Potenzial seines Suchtkonzepts sowie zum Selbstverständnis der aktuellen Psychoanalyse und ihrer geringen gesellschaftlichen Einmischungslust. [ mehr ]