Buchreihen
Moralischer Fortschritt
Johannes Drerup setzt grassierenden negativen Geschichts- und Zukunftsbildern etwas entgegen: Wir brauchen die Idee des Fortschritts und seiner Möglichkeit, um künftigen Generationen ein angemessenes Bild von Geschichte und demokratisch gestaltbaren Zukünften vermitteln zu können. [ mehr ]
Verzeihen
Joachim Küchenhoff legt die psychosoziale Kraft einer gesellschaftspolitischen und persönlichen »Verzeihensarbeit« frei, die unverzichtbar ist, um mit Scham, Schuld und Schuldgefühlen umzugehen, Verluste und Enttäuschungen ohne Ressentiment und ausgelebte Rachewünsche zu verarbeiten und sich aus Opferrollen befreien zu können. [ mehr ]
Narzisstische Depression
Lukas Zabel untersucht die narzisstische Depression systematisch aus der Doppelperspektive von Psychiatrie und Psychoanalyse. Er legt ein breites und ganzheitliches Verständnis der Konzepte Narzissmus und Depression dar und verortet die narzisstische Depression aus psychiatrischer Perspektive als Ausdruck narzisstischer Vulnerabilität; aus psychoanalytischer Sicht erweist sie sich als eine von vier Verbindungsformen von Depression und Narzissmus, bei der die Depression Ausdruck eines pathologischen Narzissmus ist, wie er von Otto F. Kernberg und Heinz Kohut erstmalig beschrieben worden ist. [ mehr ]
Farbe und Affekt in Psychoanalyse und abstrakter Malerei
Unter dem titelgebenden Leitthema Farbe und Affekt betrachtet Petra Christian-Widmaier Werke der abstrakten farbigen Malerei der (Post-)Moderne aus psychoanalytischer Perspektive. Seien es Josef Albers’ affektiv grundierte Malerei, Mark Rothkos affektiv gesättigte Farbfeldmalerei oder Ricardo Saros affektiv aufgeladene, verkörperte Farben – in ihrer Studie vermittelt die Autorin zwischen Kunst und aktuellen Affekttheorien in der Psychoanalyse. In einem sich anschließenden methodischen Teil arbeitet sie zentrale Maximen für die kunstpsychoanalytische Betrachtung abstrakter farbiger Bilder heraus, die sie auch unmittelbar zur Anwendung bringt. [ mehr ]
Der Zorn des Kunstfälschers und das Zittern der Kritik
In essayistischen Streifzügen führt Ettl in das spannungsreiche Seelenleben des Fälschers ein, das beherrscht ist von einer biografisch geprägten Angst. Die enge psychodynamische Beziehung zwischen Kunstfälscher, Expertise und Kunstbetrieb hält dabei fortwährend ein vulnerables narzisstisches Regulationssystem unter Spannung, das zwischen Größe und Minderwertigkeit oszilliert. [ mehr ]
Krieg, Aggression und Todestrieb
Wie verhalten sich Psychoanalyse und Kritische Theorie zu menschlicher Aggression und kriegerischen Absichten? Die Beiträger*innen fragen jenseits von aktuellen Kriegsschauplätzen auch nach den Hintergründen alltäglicher Gewalt und Unterdrückung, die sich in Form des ökonomischen Wachstumszwangs und der asymmetrischen Produktion von Reichtum und Armut zeigen. [ mehr ]
Potenziale der Gewaltfreien Kommunikation
Klaus-Dieter Neander analysiert und vergleicht Rosenbergs vier Schritte der Gewaltfreien Kommunikation mit ausgewählten Kommunikationsmodellen. Er benennt dabei die persönliche Bereitschaft als wichtigen Motivator für einen gelingenden und tiefgreifenden Austausch zwischen Gesprächsteilnehmer*innen. In seiner Analyse bietet er umfangreiche Hilfen zur Öffnung des Dialogs. [ mehr ]
Das Ende der Menschenrechte
Wer darf zu uns kommen? Wer wird als illegal markiert? Wo verdichten sich Feindbilder? Heidrun Friese versteht derzeitige Migrationspolitiken als Teil eines Kriegsszenarios und zeigt deren innere Logik von Feindschaft und Todespolitik. Sie formuliert die existenzielle Frage nach der Universalität der Menschenrechte und plädiert für Verantwortung und Rechenschaftspflicht. [ mehr ]
Der Körper als Ressource in der Psychotherapie
Peter Geißler erschließt seinen Leser*innen die komplexen Prozesse der psychodynamischen Körperpsychotherapie – ein Zugang, der Körpererleben, Affektregulation und psychoanalytisches Verstehen miteinander verbindet und auf eine tiefgreifende Veränderung unbewusster Muster zielt. Anhand eindrücklicher Fallgeschichten zeigt er auf, wie therapeutische Veränderung nicht nur über Sprache, sondern auch über die feine Wahrnehmung körperlicher Resonanzen gelingt. Er lädt dazu ein, therapeutisches Handeln nicht linear, sondern als prozesshafte Lebensbewegung zu begreifen, die durch achtsames Wahrnehmen, verkörperte Resonanz und dialogisches Arbeiten gestaltet wird. [ mehr ]
Lebensgeschichte, Interviews, wissenschaftliches Wirken
Seit den 1960ern einer kritischen Psychoanalyse und Psychologie verbunden, kulminierte das zeitdiagnostische Denken des Sozialpsychologen, Psychoanalytikers und Mediziners in seinem Projekt einer historisch ausgerichteten, kulturevolutionären Anthropologie. Einige von Hans Kilians Ideen sind trotz ihrer eigenen zeitlichen Verortung weiterhin aktuell und als wissenschaftsgeschichtliche Zeugnisse intellektuell anregend. Anhand von teils bislang unveröffentlichten Texten und Interviews werden Kilians Leben und Wirken anschaulich. Der Band wird abgerundet mit einer vollständigen Bibliografie seiner Werke. [ mehr ]
Praxis der psychodynamischen Organisationsberatung
Rudolf Heltzel führt in die vielfältigen praktischen Anwendungsmöglichkeiten der psychodynamischen Organisationsberatung ein. Er plädiert dafür, Beratung gleichermaßen als Handwerk, Wissenschaft und Kunst zu verstehen und diese Perspektiven im beraterischen Handeln einzubeziehen. Anhand von zahlreichen Fallbeispielen und Einblicken in sein Interventionsrepertoire stellt Heltzel anschaulich dar, wie psychodynamische Beratung in der Praxis gewinnbringend umgesetzt werden kann. [ mehr ]
Lebendig werden im Therapieraum
Thomas Ogden entwirft das Psychische als lebendigen Prozess von Sein und Werden. Die Psyche wird erfahrbar als Erlebnisraum eines kreativen Ichs, mit dem Analytiker*innen in schöpferischer Weise umgehen. Ogden formuliert auf diese Weise die Grundlagen einer ontologischen Psychoanalyse, die vermittelt, was es heißt, Psychoanalytiker*in zu sein und immer wieder neu zu werden. [ mehr ]
Gewalterfahrungen von Jungen und Männern und die Folgen für ihre Gesundheit
Männer sind im jungen Alter häufiger und generell anders als Frauen von Gewalt betroffen. Da Männer jedoch gesellschaftlich in erster Linie als Täter wahrgenommen werden, ist die Forschungslage zu ihren Gewalterlebnissen als Opfer und deren erhebliche Auswirkungen auf ihre Gesundheit völlig unzureichend. Führende Fachleute haben die verstreuten Erkenntnisse zusammengetragen und präsentieren sie entlang des Lebenslaufes. Ein besonderer Fokus liegt auf Blaulichtberufen und Militär sowie auf vulnerablen Lebenslagen. [ mehr ]
J.L. Moreno
J.L. Moreno (1889–1974), der Vater des Psychodramas, war ein früher Kritiker Sigmund Freuds, war Verfasser und Herausgeber von Schriften der Wiener Moderne und des Existenzialismus, gründete ein experimentelles Theater, beeinflusste Martin Buber und wurde zu einem bedeutenden Psychiater und Sozialwissenschaftler seiner Zeit. Die von seinem Sohn Jonathan D. Moreno geschriebene Biografie verbindet das Leben und die Errungenschaften J.L. Morenos mit den Entwicklungen in der Psychologie und Soziologie. [ mehr ]
Mütter und Andere
Der Ursprung unseres sozialen Verhaltens liegt, so Sarah Blaffer Hrdy, in gemeinschaftlicher Kindererziehung, denn steinzeitliche Mütter und Väter waren angesichts knapper Ressourcen auf gegenseitige Hilfe angewiesen. Die Autorin erläutert, warum und wie sich aus dieser Form der gemeinschaftlichen Fürsorge entscheidende neue Formen des sozialen Miteinanders sowie die einzigartigen menschlichen Fähigkeiten der Empathie und Kooperation entwickelten. [ mehr ]
Der Wert der Verlusterfahrung
Dieter Funke integriert anthropologische, psychodynamische und spirituelle Dimensionen von Verlusterfahrung und zeigt auf, wie diese selbstreflexiven Vergewisserungen bei der Trauerarbeit helfen können. Sie ermöglichen ein Verbundenheitsgefühl mit dem größeren Ganzen und lassen manche Überzeugungen, die mit Verlusterfahrungen verbunden sind, als Konstrukte unseres Denkens erscheinen. So verlieren sie an Bedrohlichkeit und vermögen der Verlustangst das Verbundenheitsgefühl entgegenzusetzen. [ mehr ]
Emotionen in der Gestalttherapie
Emotionen sind ein zentrales Thema in jeder Psychotherapie, doch die gestalttherapeutische Perspektive auf sie wurde bislang nur unzureichend theoretisch ausgearbeitet. Anhand zahlreicher Praxisbeispiele zeigt Staemmler die Relevanz dieser Theorie für die therapeutische Arbeit auf und bietet neue Perspektiven auf die emotionale Entwicklung, den emotionalen Ausdruck und die Verantwortung für Emotionen im therapeutischen Kontext. [ mehr ]
Helfende Hände für geflüchtete Menschen
Die psychosoziale Begleitung von Geflüchteten in der Phase ihres Ankommens in Deutschland wirkt sich positiv auf die psychische Gesundheit und den Integrationsprozess aus. Doch wie kann eine beziehungsorientierte Hilfe gestaltet werden, wo liegen die Möglichkeiten und Grenzen einer frühzeitigen Begleitung und wie kann diese den unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht werden? [ mehr ]
Pädagogische Beziehungen verstehen und gestalten
Die Psychoanalytische Pädagogik bietet viele Anregungen und Hilfestellungen für pädagogische und psychosoziale Fachkräfte. Ein besseres Verständnis unbewusster Prozesse, von Übertragung und Gegenübertragung und vom Umgang mit Konflikten und drängenden Gefühlen hilft in der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und ihren Eltern. Der Band versammelt bisher unveröffentlichte, überarbeitete und aktualisierte Texte von Fachtagungen aus zwei Jahrzehnten der Arbeitsgemeinschaft Psychoanalytische Pädagogik. [ mehr ]
Libido und Narzissmus
Lilli Gast untersucht die psychoanalytische Konzeption des Narzissmus und ihre vielfältigen Metamorphosen, seit Freud sie in den psychoanalytischen Diskurs eingeführt hat. Anhand der theoretischen Entfaltung des Narzissmusbegriffs werden die erkenntnistheoretischen und subjekttheoretischen Dimensionen der Freud’schen Metapsychologie herausgearbeitet. [ mehr ]
Embodiment entdecken - körperliche Ressourcen nutzen
Die Psyche lässt sich ohne den Körper nicht verstehen und umgekehrt. Elli Kutscha erklärt den Embodiment-Begriff und leitet damit die zahlreichen praktischen Übungen des Buches ein. Leser*innen erhalten Inspiration zur Entdeckung und Nutzung ihrer vielfältigen Ressourcen und werden zum Ausprobieren, Experimentieren und zur Entwicklung individueller »Verkörperungen« eingeladen. [ mehr ]
Auf dem Sonnendeck der Titanic?
Vera Kattermann fragt, ob wir aktuelle gesellschaftspolitische Kontroversen besser verstehen können, wenn wir die Vorstellung von uns als Passagieren an Bord der Titanic bemühen, die anfangen, die Abläufe an Bord neu zu regeln, und in Anbetracht zahlreicher Konflikte nach Lösungen suchen. Denn auch für düstere Szenarien gibt es ein Danach, eine dann neu zu gestaltende Welt. [ mehr ]
Sexualwissenschaft am Ende des sexuellen Zeitalters
Der Band umfasst historiografische Aufsätze, autobiografische Texte, Interviews und fachhistorische Schlüsseltexte. Die Autor*innen gehen dem generationellen Wandel innerhalb der Fachgesellschaft nach und sie umreißen die Entwicklung zentraler Forschungsfelder der sexualwissenschaftlichen Institute an den Universitätskliniken Frankfurt am Main und Hamburg-Eppendorf als den beiden bedeutendsten universitären Ankerpunkten der DGfS. Zudem erinnern sie an fachpolitisch relevante Kontroversen und zeigen deren Bedeutung für Herausbildung des eigenen Profils in Öffentlichkeit und Fachöffentlichkeit auf. [ mehr ]
Sondermilieu Schule
Peter Fürstenaus viel beachteter Aufsatz »Zur Psychoanalyse der Schule als Institution« aus den 1960er Jahren zeigt die Dialektik von subjektiven und institutionellen Strukturen auf. Die Autor*innen würdigen die Relevanz dieses Textes sowohl rückblickend als auch in der Perspektive auf die aktuellen Bedingungen schulischer Erziehung und Bildung. [ mehr ]