Reich über Freud
In dem hier erstmals auf Deutsch vorliegenden Interview – ediert nach den originalen Tonbändern und Abschriften – erzählt Wilhelm Reich (1897–1957), Schüler und später streitbarer Kollege Sigmund Freuds, von seinen persönlichen und fachlichen Erfahrungen mit dem Begründer der Psychoanalyse. Reich schildert die Debatten der 1920er Jahre in Wien über die Rolle der Sexualität als ätiologischer Faktor der Neurose, über Fragen jenseits des Lustprinzips und seine ersten Schritte hin zu einer körperorientierten Psychotherapie. [ mehr ]
Psychoanalytische Feldtheorien und ihre Praxis
Die Feldtheorie zählt zu den innovativsten psychoanalytischen Theorien. Sie betrachtet die Behandlung nicht als isolierte Zweierbeziehung, sondern offenes Feld, in dem sich bewusste und unbewusste Kräfte verschränken. Damit bietet sie einen fruchtbaren Zugang, um therapeutische Prozesse neu zu verstehen und praktisch zu gestalten. Erstmals präsentieren deutschsprachige Autor*innen, wie Feldtheorien praktisch genutzt werden können. Anhand anschaulicher Fallbeispiele wird deutlich, wie sich dieses Denken in Einzel-, Paar- und Familientherapien ebenso anwenden lässt wie in Gruppen und institutionellen Kontexten. [ mehr ]
Mediation im palliativen Kontext
Findet am Lebensende ein Konflikt statt, den alle Beteiligten lösen möchten, werden Betroffene ihre Bereitschaft zur Befriedung aus dem Blickwinkel der eigenen Endlichkeit gestalten. Darin unterscheidet sich eine solche Mediation wesentlich von anderen. Menschen, die bei der Lösung dieser Konflikte helfen wollen – oft Mediator*innen –, müssen sich damit intensiv auseinandersetzen. Nur so können sie einen angemessenen, würdigen Mediationsprozess gestalten. Klaus-Dieter Neander widmet sich der psychischen Situation derer, die in einer palliativen Versorgung sind, und greift u.a. auf Ideen der originären Logotherapie und Existenzanalyse nach Viktor E. Frankl zurück. [ mehr ]
Postpartale Depression und andere Krisen vor und nach der Geburt
Postpartale Depressionen, Postpartale Psychosen oder andere Krisen bei Müttern und Vätern vor und nach einer Geburt sind schwere Erkrankungen, die noch immer viel zu oft übersehen werden. Doch die Auswirkungen auf Eltern und Babys sind beträchtlich. Notburga Egerbacher-Anker liefert präzise Informationen zu den verschiedenen Krankheitsbildern, sodass diese frühzeitig diagnostiziert werden können, und beschreibt, welche Behandlungsmöglichkeiten die Emotionelle Erste Hilfe eröffnet. [ mehr ]
Psychotherapie und Verantwortung für die Welt
Psychotherapie findet im kulturellen, gesellschaftlichen und politischen Umfeld statt. Die sich zuspitzenden globalen Krisen und Katastrophen machen es unmöglich, diesen Kontext auszublenden. Therapeut*innen ebenso wie Patient*innen sind betroffen und tragen politische Verantwortung. Von dieser Perspektive ausgehend, werden verschiedene Felder psychotherapeutisch-sozialen Engagements vor- und zur Diskussion gestellt. Aktive Vertreter*innen von gesellschaftlich und politisch engagierten Nichtregierungsorganisationen und psychosozial tätigen klinischen Institutionen stellen ihre Arbeit in gesellschaftlichen Brennpunktbereichen vor. [ mehr ]
Einführung in die psychoanalytische Feldtheorie
Giuseppe Civitarese legt eine umfassende Einführung in die bedeutendsten Konzepte der psychoanalytischen Feldtheorie vor. Anhand zahlreicher klinischer Beispiele untersucht er das zentrale Thema der therapeutischen Wirksamkeit, blickt auf aktuelle Kontroversen und macht deutlich, dass der psychotherapeutische Prozess radikal intersubjektiv ist.
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Trauma und transgenerationale Verbundenheit
Janine Cunea arbeitete in einem psychosozialen Zentrum in Frankfurt am Main und interviewte dort Shoa-Überlebende, die zwischen 1919 und 1927 geboren wurden. Sie lernte besondere, äußerst vitale, starke und beeindruckende Persönlichkeiten voller Humor und Lebenskraft kennen, die trotz oder gerade wegen des Schrecklichen und Unmenschlichen, das sie erleben mussten, menschlich, weise, gütig und tolerant wurden. Ein enges generationales Verhältnis entstand zu ihnen. Durch die biografischen Perspektiven der Überlebenden nähert sich die Autorin der tiefenpsychologisch bedeutsamen Frage nach dem Verhältnis von Trauma, Überleben und Altern an. [ mehr ]
Kulturen verstehen, kompetent handeln
Jürgen Straub und Viktoria Niebel erörtern Grundfragen interkultureller Kommunikation, Kooperation und Koexistenz, klären wesentliche theoretische Begriffe und Modelle und geben zahlreiche Praxisbeispiele. Anhand vieler Reflexionsaufgaben können Studierende das Gelernte auf sich selbst beziehen und auf eigene Handlungsfelder übertragen. Diese elementare, gut verständliche Einführung zielt darauf ab, Aversionen und Abneigungen abzubauen und den emotionalen Abstand zwischen Menschen in kulturell differenzierten Gesellschaften und interkulturellen Überschneidungssituationen zu verringern. [ mehr ]
Moralischer Fortschritt
Johannes Drerup setzt grassierenden negativen Geschichts- und Zukunftsbildern etwas entgegen: Wir brauchen die Idee des Fortschritts und seiner Möglichkeit, um künftigen Generationen ein angemessenes Bild von Geschichte und demokratisch gestaltbaren Zukünften vermitteln zu können. [ mehr ]
Verzeihen
Joachim Küchenhoff legt die psychosoziale Kraft einer gesellschaftspolitischen und persönlichen »Verzeihensarbeit« frei, die unverzichtbar ist, um mit Scham, Schuld und Schuldgefühlen umzugehen, Verluste und Enttäuschungen ohne Ressentiment und ausgelebte Rachewünsche zu verarbeiten und sich aus Opferrollen befreien zu können. [ mehr ]
Zeugnisse einer Freundschaft
Im Zentrum stehen die Briefe, die Wilhelm Reich und Alexander Sutherland Neill in den Jahren 1936 bis 1957 gewechselt haben. Es sind Dokumente einer ungewöhnlichen Freundschaft. Das erste Mal trafen sie sich 1936 in Norwegen, danach blieb der Kontakt vor allem durch ihre Briefe bestehen. Sie waren für beide eine Quelle der Anregung, Bestätigung und auch der Auseinandersetzung. [ mehr ]
Was erlaubt Psychoanalyse zu praktizieren?
Woraus setzt sich die Erlaubnis, Psychoanalyse zu praktizieren, zusammen? Wie kann der »unmögliche Beruf« der Psychoanalytikerin oder des Psychoanalytikers immer wieder neu und anders ausgeübt werden? Warum Bildung und nicht Ausbildung? Auf dem Feld der Lacan’schen Psychoanalyse erhalten diese Fragen, auf die die Beiträger*innen des Bandes sowohl persönlich als auch theoretisch antworten, eine spezifische Kontur. [ mehr ]
Psychologie der Pränatalen Entwicklung
In einer inter- und transdisziplinären Herangehensweise thematisiert Klaus Evertz die bio-psycho-sozialen Zusammenhänge sowie historischen und kulturellen Aspekte der neuen Wissenschaftsdisziplin der pränatalen Psychologie. [ mehr ]
Farbe und Affekt in Psychoanalyse und abstrakter Malerei
Unter dem titelgebenden Leitthema Farbe und Affekt betrachtet Petra Christian-Widmaier Werke der abstrakten farbigen Malerei der (Post-)Moderne aus psychoanalytischer Perspektive. Seien es Josef Albers’ affektiv grundierte Malerei, Mark Rothkos affektiv gesättigte Farbfeldmalerei oder Ricardo Saros affektiv aufgeladene, verkörperte Farben – in ihrer Studie vermittelt die Autorin zwischen Kunst und aktuellen Affekttheorien in der Psychoanalyse. In einem sich anschließenden methodischen Teil arbeitet sie zentrale Maximen für die kunstpsychoanalytische Betrachtung abstrakter farbiger Bilder heraus, die sie auch unmittelbar zur Anwendung bringt. [ mehr ]
Biopsychologie
Das kurz gefasste Lehrbuch bietet eine kompakte Einführung in die Biopsychologie mit einem klaren Fokus auf der Relevanz biologischer Prozesse für die klinische Psychologie. Es richtet sich an Studierende der Psychologie und Psychotherapie, die sich auf das Examen vorbereiten, sowie an klinisch tätige Psycholog*innen. Kurz und präzise liefert es wertvolle Informationen für Studium und Praxis. [ mehr ]
Theoretische Grundlagen der Verhaltenstherapie
Für psychotherapeutisches Handeln ist ein tiefes Verständnis des hilfesuchenden Menschen unverzichtbar. Serge K.D. Sulz schafft dafür die notwendige Wissensbasis. Die Inhalte sind auf die heutige moderne Verhaltenstherapie zugeschnitten, beziehen aber immer wieder psychodynamisches, humanistisches und systemisches Denken ein. So wird die Grundlage für eine integrative und integrierende Herangehensweise geschaffen. [ mehr ]
Der Zorn des Kunstfälschers und das Zittern der Kritik
In essayistischen Streifzügen führt Ettl in das spannungsreiche Seelenleben des Fälschers ein, das beherrscht ist von einer biografisch geprägten Angst. Die enge psychodynamische Beziehung zwischen Kunstfälscher, Expertise und Kunstbetrieb hält dabei fortwährend ein vulnerables narzisstisches Regulationssystem unter Spannung, das zwischen Größe und Minderwertigkeit oszilliert. [ mehr ]
Denken, Fühlen und Sein
Ignacio Matte-Blanco rekonzipiert die Freud’sche Theorie des Unbewussten mithilfe mathematischer Mengenlehre und Geometrie. Die Verbindung von mathematischer Logik mit psychoanalytischer Theorie schafft völlig neue Deutungsmöglichkeiten, insbesondere für die Behandlung psychotischer Patient*innen. [ mehr ]
Narzisstische Depression
Lukas Zabel untersucht die narzisstische Depression systematisch aus der Doppelperspektive von Psychiatrie und Psychoanalyse. Er legt ein breites und ganzheitliches Verständnis der Konzepte Narzissmus und Depression dar und verortet die narzisstische Depression aus psychiatrischer Perspektive als Ausdruck narzisstischer Vulnerabilität; aus psychoanalytischer Sicht erweist sie sich als eine von vier Verbindungsformen von Depression und Narzissmus, bei der die Depression Ausdruck eines pathologischen Narzissmus ist, wie er von Otto F. Kernberg und Heinz Kohut erstmalig beschrieben worden ist. [ mehr ]
Von der Erzählung zur Illustration in der intersubjektiven Artikulation von Widerstand (PDF)
In intersubjektiven Artikulationsprozessen mit Geflüchteten eröffnen sich multimodale Artikulationsformen, die auch präsentative Modi wie Zeichnungen umfassen. Anhand eines Artikulationsmomentes während der Feldforschung wird gezeigt, wie sich in ko-produktiver Artikulation zwischen Interaktionspartner und Ethnografin ein Moduswechsel von narrativer zu illustrativer Symbolisierung vollzieht. Die spontane Zeichnung einer Szene des erzählten Widerstands ... [ mehr ]
Die Ausstellung als Formular einer Metaphorik der Objekte (PDF)
Der Artikel skizziert ein sich im Status des work in progress befindliches Theoriemodell der Analyse der Grammatik und Rhetorik von Ausstellungen. Mithilfe der Formulartheorie wird anhand der Sammlung ostasiatischer Kunst aus der Situation Kunst (für Max Imdahl) gezeigt, wie bestimmte auf verschiedenen Ebenen stattfindende Metaphorisierungsprozesse semantisch, syntaktisch und pragmatisch zur Konstituierung von Sinn in der Ausstellung führen und so wichtige ... [ mehr ]
Rechte Zukunftsbilder (PDF)
In diesem Beitrag plädiere ich für eine bildhermeneutische und kommunikationsmodalitätssensible Perspektive auf rechtspopulistische Zukunftsimaginationen im Kontext der Partei Alternative für Deutschland. Dafür analysiere ich exemplarisch zwei Sharepics der Kampagne der Partei im Rahmen des Bundestagswahlkampfes 2025. In einem ersten Schritt analysiere ich die beiden Bild-Text-Kompositionen mittels sozialund kulturwissenschaftlich informierter ... [ mehr ]
Zur kulturpsychologischen Analyse der Mensch-App-Interaktion (PDF)
Smartphone-Apps sind der zentrale Schauplatz unseres digitalen Alltags. Apps, die explizit psychische Gesundheit, Gefühle und Wohlbefinden adressieren, sind heute weit verbreitet. Damit werden dezidiert psychologische Themen im Medium App verhandelt. Doch wie lässt sich Mensch-App-Interaktion kulturpsychologisch verstehen – und entsprechend empirisch erforschen? Um zu analysieren, wie in diesem Medium Sinn vermittelt bzw. konstituiert wird, beleuchten wir ... [ mehr ]
Soziale Medien (PDF)
Wie lässt sich Max Imdahls kunstwissenschaftliche Konzeption eines erkennenden Sehens mit Aby Warburgs kulturwissenschaftlichen Überlegungen zu einem bildlichen Denkraum verbinden? Wie können beide Ansätze aus soziologischer, sozialund kulturwissenschaftlicher Perspektive schließlich auf die Analyse von Bildphänomenen in Sozialen Medien übertragen werden? Diesen Fragen geht der Beitrag nach, indem er die Überlegungen Warburgs zum ... [ mehr ]