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16 Seiten, PDF-E-Book
Erschienen: Juli 2026
Bestell-Nr.: 23666
https://doi.org/10.30820/0341-7301-2026-2-142
»Behindertenpädagogik«
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Greta Kessel

Reflexion von Gelingensbedingungen für eine positive Mentalisierungskompetenz von Lehrkräften (PDF)

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Mentalisierung beginnt nicht mit Methode, sondern mit Sicherheit. Nur dort, wo affektiver Halt erfahrbar wird, können Schüler:innen innere Zustände wahrnehmen, ordnen und symbolisch verarbeiten. Beziehungskontinuität, Verlässlichkeit und transparente Strukturen bilden dafür die Grundlage. Pädagogische Beziehungen sind dabei stets asymmetrisch; mentalisierungsbasierte Pädagogik nutzt diese Asymmetrie nicht zur Kontrolle, sondern zur verantwortungsvollen Herstellung von Orientierung. Gleichzeitig zeigt sich, dass mentale Erreichbarkeit kein individuelles Gut ist, sondern unter institutionellen Bedingungen steht. Chronischer Stress, Zeitdruck und strukturelle Überforderung beeinträchtigen die Affektregulation von Lehrkräften ebenso wie die der Schüler:innen und begünstigen reaktive, defizitorientierte Deutungen. Mentalisierungsbasierte Pädagogik verweist damit über die einzelne Lehrkraft hinaus auf die Verantwortung der Schule als Institution, Bedingungen zu schaffen, unter denen Verstehen möglich bleibt.

Abstract:
This article conceptualizes mentalization-based pedagogy as a professional and ethical framework for understanding learning and behavior in school contexts. Mentalization is understood as a context-dependent capacity grounded in affective safety, relational continuity, and institutional conditions. Chronic stress and structural overload impair affect regulation in both students and teachers and increase the likelihood of reactive, deficit-oriented interpretations of behavior. Mentalization-based pedagogy therefore extends beyond individual teacher competence and highlights the responsibility of schools to create conditions that sustain mental accessibility and reflective educational practice.