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12 Seiten, PDF-E-Book
Erschienen: Juni 2026
Bestell-Nr.: 20925
https://doi.org/10.30820/1613-2637-2026-2-245
»Psychotherapie im Alter«
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Sigrun Vehling, Charlotte Walbaum & Rebecca Philipp

Die Psychodynamik existenzieller Belastungen bei fortgeschrittener Krebserkrankung (PDF)

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Medizinische Fortschritte haben zu einer längeren Lebenserwartung von Patient:innen mit fortgeschrittener Krebserkrankung geführt, sodass Betroffene zunehmend mit der existenziellen Spannung zwischen Hoffnung und Ungewissheit konfrontiert sind. Patient:innen erleben häufig existenzielle Ängste vor dem Tod, vor Autonomieverlust, vor dem Alleinsein und davor, eine Belastung für andere zu sein, welche unter dem Death-Anx-iety-Konzept zusammengefasst werden können. Weitere häufige Symptome existenzieller Belastung sind Hoffnungslosigkeit, Einsamkeit und Trauer, beschrieben durch das Demoralisierungskonzept. Etwa ein Drittel der Krebspatient:innen ist von einer klinisch relevanten psychischen Belastung betroffen. Diese Belastungen können aus der Reaktualisierung innerer Konflikte durch die Erkrankung, wie zum Beispiel dem Wunsch nach Fürsorge versus dem Wunsch nach Unabhängigkeit, resultieren. Die Anpassung an die Krankheit erfordert oft eine Oszillation zwischen widersprüchlichen inneren Zuständen, die die Spannung zwischen Ängsten und Hoffnungen erträglich macht. Psychodynamische Therapien können diese Verarbeitung mittels der Integration supportiver (z. B. Containment von Todesängsten, Förderung einer vertrauensvollen therapeutischen Beziehung) und konfliktorientierter Interventionen (z. B. Exploration von Beziehungsschwierigkeiten, die den Trauerprozess über krankheitsbedingte Verluste beeinträchtigen) unterstützen.

Abstract:
Medical advances have led to a longer life expectancy for patients with advanced cancer. Patients and their caregivers are thus confronted with the existential tension between hope and uncertainty. Patients often experience existential fears of death, loss of autonomy, being alone and being a burden to others, which are also summarized under the Death Anxiety concept. Further frequent symptoms of existential distress are hopelessness, loneliness and sadness, described by the demoralization concept. Approximately one third of cancer patients are affected by clinically relevant psychological distress. Such distress can result from the reactualization of inner conflicts, such as the desire for care versus the desire for autonomy from others. Adapting to the illness often requires an oscillation between contradictory inner states that makes the tension between fears and hopes bearable. Psychodynamic psychotherapy can support this process through the integration of supportive (e. g. containment of death anxiety, promotion of a trusting therapeutic relationship) and conflict-oriented interventions (e. g. exploration of relationship difficulties that interfere with the grieving process over illness-related losses).
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